| GULP |
Herr Günther, welche Versicherungen
braucht ein IT-Freiberufler? |
| Günther |
Und schon sind wir beim Problem einer Pauschalantwort,
denn letztendlich kommt es bei Versicherungen immer auch auf die individuellen
Gegebenheiten beim jeweiligen Freiberufler an. Hat er Familie oder
ist er Single? Ist er eher risikobereit oder doch lieber vorsichtig?
Muss er für eine Altersvorsorge selbst sparen oder erbt er ein
Haus? Wie sehen seine steuerliche Situation und seine Zukunftsplanungen
aus? Es gibt also jede Menge Dinge, die zu beachten sind – ebenso
wie jede Menge von Versicherungsmöglichkeiten. |
| GULP |
Über die man sich allerorts
informieren kann. |
| Günther |
>> Sich zu orientieren,
ist die eine Schwierigkeit. << |
|
Das stimmt. Sich Informationen über Versicherungen zu verschaffen,
ist gerade im Zeitalter des Internets überhaupt kein Problem
mehr. Das ist aber auch die Crux, denn es besteht hier kein Informationsdefizit,
sondern ein immenser Informationsüberfluss. Sich darin zu orientieren,
ist die eine Schwierigkeit, die andere ist die Frage nach der Bewertung
der Informationen. |
| GULP |
Weshalb die meisten zum Fachmann gehen, dem Versicherungsmakler
oder Versicherungsvertreter. Was ist eigentlich der Unterschied? |
| Günther |
Der Versicherungsvertreter ist nur für eine Gesellschaft
tätig und dieser auch verpflichtet. Was heißt, dass er
auch nur Produkte dieses Versicherers anbieten darf – und in
der Konsequenz naturgemäß in seinem Portfolio auch beschränkt
ist. Ein Versicherungsmakler dagegen ist unabhängig von einer
einzelnen Versicherung – sein Angebot umfasst im Idealfall alle
Produkte aller Versicherungsunternehmen. |
| GULP |
Unabhängig von den individuellen
Voraussetzungen und Ansprüchen der IT-Freiberufler – lassen
sich dennoch ein paar Versicherungen nennen, die man unbedingt haben
sollte? |
| Günther |
Natürlich, denn mit dem Wechsel in die Freiberuflichkeit
kann der IT-Experte grundsätzlich erst einmal das Netz der Sozialversicherung
(u.a. Gesetzliche Kranken- und Rentenversicherung inklusive Erwerbsminderung
sowie die Mitgliedschaft in der Berufsgenossenschaft) verlassen –
weshalb jede Versicherung, die gegen existenzbedrohende Risiken absichert,
ein Muss sein sollte. Und dazu gehören zuallererst Haftpflicht,
Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit, Unfallversicherung und Krankenversicherung
inklusive Tagegeld. Nicht ganz so bekannte Bausteine wie eine Dread-Disease-
oder eine Grundfähigkeiten-Versicherung möchte ich der Vollständigkeit
halber auch erwähnen, da diese sinnvolle Ergänzungen oder
auch Alternativen in bestimmten Situationen darstellen können. |
| GULP |
Gehen wir die Versicherungen einmal kurz im einzelnen
durch – was ist bei der Krankenversicherung zu beachten? |
| Günther |
Ob in der privaten oder freiwillig in der gesetzlichen
Krankenversicherung, für diese Entscheidung sind unter anderem
der gewünschte Leistungsumfang, eine eventuell bereits vorhandene
Krankengeschichte und auch die familiäre Situation maßgeblich.
Wer Alleinverdiener ist, Kinder und die Ehefrau zu versichern hat,
für den könnte trotz der vielen Vorteile der privaten dennoch
die gesetzliche Krankenversicherung als Familienversicherung Beitragsvorteile
bieten. |
| GULP |
Während für Singles die Sache doch klar
ist, oder? |
| Günther |
>> In jedem Fall seine
Zukunftsplanungen im
Hinterkopf haben. << |
|
So klar ist das Votum für eine Privatversicherung nun auch wieder
nicht, denn auch als Single sollte man in jedem Fall seine Zukunftsplanungen
bei Entscheidungen zumindest im Hinterkopf haben und daran denken,
dass der Weg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung sehr
schwierig und in Einzelfällen nahezu unmöglich ist. |
| GULP |
Ein Weg zurück – diese Frage stellt sich
bei einer privaten Haftpflichtversicherung nicht. |
| Günther |
Diese Versicherung sollte überhaupt nicht in
Frage gestellt werden, denn sie ist aus meiner Sicht der wichtigste
Baustein in der Risikoabsicherung eines jeden Menschen. Ohne private
Haftpflichtversicherung kann schon eine kleine Unvorsichtigkeit den
Ruin der Existenz bedeuten, wenn zum Beispiel dadurch ein anderer
Mensch dauerhaft geschädigt wird. Der Gesetzgeber sieht hier
nämlich eine unbegrenzte Haftung vor. |
| GULP |
Die Notwendigkeit einer privaten Haftpflichtversicherung
liegt auf der Hand, aber warum sollte ein IT-Freiberufler eine Berufsunfähigkeitsversicherung
abschließen? Es müsste doch viel passieren, damit er nicht
mehr arbeiten kann. |
| Günther |
>> Für Freiberufler
der Super-GAU. << |
|
Täuschen Sie sich nicht. Zugegeben, wenn man nicht täglich
damit zu tun hat und keinen offensichtlich gefährlichen oder
gesundheitsschädigenden Beruf ausübt, dann klingt diese
Versicherung etwas theoretisch. Tatsächlich ist es aber so, dass
man auch als IT-Freiberufler sehr schnell berufsunfähig werden
kann. Rückenbeschwerden bis hin zum Bandscheibenvorfall aufgrund
der sitzenden Tätigkeit, psychische Erkrankungen jeglicher Art
wie zum Beispiel das „burnout-Syndrom“ oder chronische
Erkrankungen – es gibt unzählige Gründe für eine
Berufsunfähigkeit, an die man heute vielleicht noch gar nicht
denkt. Immerhin werden jedes Jahr rund 280.000 Bundesbürger bzw.
etwa ein Viertel aller Berufstätigen vor Erreichen des Rentenalters
berufsunfähig. Und wenn man nicht mehr arbeiten kann und nicht
für diesen Fall vorgesorgt hat, dann ist dies für den Freiberufler
der Super-GAU. |
| GULP |
Der auch eintritt, wenn man aufgrund eines Unfalls
nicht mehr arbeiten kann ... |
| Günther |
... weshalb man in der Konsequenz sich auch eine Unfallversicherung
überlegen sollte. Diese Versicherung darf allerdings keinesfalls
als „Ersatz“ für die Berufs-/ Erwerbsunfähigkeitsversicherung
gesehen werden, denn sie deckt ja nur einen bestimmten Ausschnitt
davon ab. Man beachte: Nur etwa 5 Prozent aller Erwerbstätigen
werden aufgrund eines Unfalls berufsunfähig. Und nur dieser Bereich
wird von der Unfallversicherung abgedeckt. |
| GULP |
Das waren bis jetzt Versicherungen, die ganz schnell
aktuell werden können. Wie sieht es mit dem Alter und einer Rentenversicherung
aus? |
| Günther |
Hinsichtlich Altersvorsorge gibt es die verschiedensten
Möglichkeiten, wobei ich nur wenig Gründe sehe, nach dem
Wechsel in die Freiberuflichkeit weiter und freiwillig in die gesetzliche
Rentenversicherung einzuzahlen. Das könnte gegebenenfalls ein
bestimmtes Krankheitsbild sein, das den Weg in eine private Vorsorge
erschwert – oder es ist zum Beispiel der Umstand, dass man erst
in sehr reifem Alter ein Freiberufler geworden ist und schon sehr
lange in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat. Wer vor
dem 2. Januar 1961 (Stichtagsregelung im Rahmen der Rentenreform 2000)
geboren ist, kann beispielsweise sich durch Zahlung des freiwilligen
Mindestbeitrages in die gesetzliche Rentenversicherung zumindest noch
einen gewissen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente sichern. |
| GULP |
Umfassende Altersvorsorge ist aber nicht nur Rentenversicherung? |
| Günther |
>> Und das Haus, das man
sich mühsam für die Kinder zusammengespart
hat,
ist plötzlich weg.<< |
|
Nein, im Regelfall nicht. Abgesehen davon, dass sich jeder Freiberufler
je nach Typus und Rahmenbedingungen seine Altersvorsorge selbst zusammenstrickt,
zeigt die Erfahrung, dass fast alle IT-Freiberufler auf einen planbaren
Baustein großen Wert legen. Das war früher die gesetzliche
Rente, das ist heute meist die private Rentenversicherung. Übrigens:
Angesichts der Unsicherheiten denken nicht nur die Freiberufler so.
Was nun zur klassischen privaten Rentenversicherung noch für
die Altersvorsorge hinzu genommen wird – von fondsgebunden Versicherungen,
Investmentsparplänen über die Immobilie bis zur Kapital-Lebensversicherung,
das ist wiederum von Freiberufler zu Freiberufler sehr unterschiedlich.
In jedem Fall sollte als weitere grundlegende Absicherung zumindest
eine Pflegezusatzversicherung in Erwägung gezogen werden. Fehlt
nämlich eine solche und tritt tatsächlich der Pflegefall
ein, dann ist schnell das gesamte Vermögen verzehrt – und
das Haus, das man sich mühsam für die Kinder zusammen gespart
hat, ist plötzlich weg. Überhaupt sollte man, wenn man Partner
und Kinder hat, bei seinen Überlegungen zu Versicherungen nicht
die Familie außen vor lassen. Was ist, wenn der Hauptversorger
stirbt? Sind Partner und Kinder zum Beispiel über eine Risiko-Lebensversicherung
gegen den finanziellen Ruin abgesichert? |
| GULP |
Die Gefahr des finanziellen Ruins lauert für
IT-Freiberufler auch im Projekt, wenn ein Personen-, Sach- oder Vermögensschaden
verursacht wird. |
| Günther |
Und deshalb hat meines Erachtens die betriebliche Haftpflichtversicherung,
genauer gesagt die IT-Haftpflichtversicherung,
für den IT-Freiberufler aufgrund seiner besonderen Haftungssituation
eine grundlegende Bedeutung. |
| GULP |
Und dennoch haben viele Freiberufler keine IT-Haftpflichtversicherung. |
| Günther |
Das ist wiederum so verwunderlich nicht. Zum einen
glauben die meisten IT-Freiberufler, dass ein Schadensfall niemals
eintreten würde. Zum anderen scheuen viele den Rechercheaufwand
nach der passenden Versicherung, die Kosten für eine Versicherung
und schließlich den Aufwand beim Abschluss für eine Versicherung,
denn in der Regel muss man hier bis zu acht Seiten eines Fragebogens
ausfüllen. |
| GULP |
Und all diese Gegen-Argumente sind ja nicht so ohne
weiteres von der Hand zu weisen. |
| Günther |
Der erste Einwand hinsichtlich Seltenheit eines Schadensfalls
ist ja nicht nur auf die IT-Haftpflicht zu beziehen – und gilt
letztlich für alle Versicherungen, die ein Risiko absichern.
In der Folge ist es deshalb – wieder einmal – die persönliche
Entscheidung, ob man das Risiko tragen will oder auch nicht. Bei den
anderen drei Bedenken, die durchaus berechtigt waren, haben wir eine
Menge getan. |
| GULP |
Und wie sieht es mit dem Rechercheaufwand nach passenden
Versicherungen aus? |
| Günther |
Wir haben einen breitangelegten "Versicherungsvergleich
" entwickelt, in dem wir Versicherungen hinsichtlich ihres IT-Haftpflichtangebotes
geprüft haben. Dieser wird regelmäßig aktualisiert
und gibt allen Interessierten einen guten und schnellen Überblick
über Leistungsangebot und Preise. |
| GULP |
Und welche Erkenntnisse zieht man aus diesem Überblick?
|
| Günther |
Nun, wir haben mit den Versicherungen, welche die interessantesten
Angebote haben, verhandelt und uns schließlich für einen
Anbieter entschieden – mit dem Ergebnis, dass GULP Member eine
IT-Haftpflichtversicherung abschließen können, die beim
Jahresbeitrag 792 Euro unter dem Marktdurchschnitt von 1.719 Euro
liegt. Dieser Betrag ist sogar um 175 Euro niedriger als der Mindestbeitrag,
den der Versicherer regulär verlangt, und gilt nur im Rahmen
der GULP Membership. |
| GULP |
Soviel zum Preis, viele interessierte Freiberufler
lassen sich aber auch vom herkömmlichen Verfahren im Vorfeld
des Versicherungsabschlusses abschrecken. Ein Fragebogen samt Freitextfeldern
von acht Seiten und mehr ist oft eine Wissenschaft für sich. |
| Günther |
>> Als wenn man mit Kanonen
auf Spatzen zielen würde. << |
|
Da haben Sie absolut Recht, wenn es um die IT-Freiberufler geht. Ein
Unternehmen kommt um das Ausfüllen eines umfassenden Fragebogens
nicht herum, beim Freiberufler ist das allerdings so, als wenn man
mit Kanonen auf Spatzen zielen würde. Außerdem wäre
ein solches Antragsverfahren online kaum praktikabel – aber
genau dieser Weg war unsere Vorgabe. |
| GULP |
Und wie wurde die Vorgabe erfüllt? |
| Günther |
Indem wir einen kompakten und verständlichen Online-Fragebogen
entwickelt haben, der nach dem Ja/Nein-Prinzip ausgefüllt wird.
Die Beiträge sind vorher schon definiert worden – innerhalb
weniger Minuten weiß man, ob man die Voraussetzungen erfüllt
und was man zahlen muss. Und so alles glatt läuft, hat man innerhalb
einer Woche die Versicherungspolice in der Hand. |
| GULP |
Das klingt funktionell ... |
| Günther |
... und beinhaltet noch mehr Vorteile: Mit bis zu 2,5
Millionen Euro sind die Deckungssummen bei Schadensfällen durch
alle Bereiche sehr hoch. Diese hohen Summen werden eigentlich vom
Versicherer nur größeren Unternehmen angeboten. Die Selbstbeteiligung
ist zudem vergleichsweise niedrig und fest, womit sie für den
Freiberufler eine kalkulierbare Größe darstellt. Und das
Versicherungsunternehmen ist nicht nur günstig, sondern auch
ein anerkannter und erfahrener Spezialist auf dem Gebiet der IT-Haftpflichtversicherung. |
| GULP |
Sie sprachen vorhin von Voraussetzungen. Kann ein
IT-Freiberufler, der eine IT-Haftpflichtversicherung abschließen
will, auch abgelehnt werden? |
| Günther |
Generell abgelehnt wird er nicht, aber es gibt bestimmte
Tätigkeiten und Fälle, gegen die er sich nicht absichern
kann. Diese so genannten Ausschlüsse sind Bestandteil bei allen
Versicherern und betreffen zum Beispiel Tätigkeiten in der Kraft-,
Luft- und Raumfahrzeugbranche, die Einfluss auf die Konstruktion solcher
Fahrzeuge haben. |
| GULP |
Also keine Chance auf eine IT-Haftpflicht, wenn
man für einen Autohersteller arbeitet? |
| Günther |
Doch, der Job darf eben nur nicht die Konstruktion
betreffen. Wer beispielsweise Software für die Personalverwaltung
entwickelt oder die Benutzeroberfläche für Radio- oder
Navigationssysteme eines Kfz-Herstellers erstellt, ist für
diese Tätigkeiten natürlich versichert. Für diese
immer wieder zu Fragen führenden Punkte haben wir als Novum
einen ergänzenden und erläuternden Text, einen so genannten
Sideletter, zu den Versicherungsbedingungen für GULP-Member
durchgesetzt, der auch Vertragsbestandteil ist. |
| GULP |
Gibt es weitere Fälle, die durch eine IT-Haftpflichtversicherung
nicht abgedeckt werden? |
| Günther |
Ja, unter anderem alle die, welche ein klassisches
unternehmerisches Risiko darstellen. Deutlich wird dies unter anderem
beim Fall der „Nichterfüllung“ einer vereinbarten
Leistung. Ein Freiberufler erscheint einfach nicht mehr zum Projekt,
weil er ein lukrativeres Angebot hat. Für den Ausfall verlangt
der geschädigte Projektanbieter eine Entschädigung –
die natürlich nicht durch die Haftpflichtversicherung abgedeckt
wird. |
| GULP |
Zum Schluss: Die IT-Haftpflicht für GULP Member
bietet einige Vorteile. Warum sind diese jetzt möglich und waren
es nicht früher? |
| Günther |
Letztlich ist es das Gesetz von Actio und Reactio,
das den Verbesserungen zugrunde liegt. Wenn genügend Freiberufler
ihre Ideen, Erfahrungen und Vorschläge bei einem weitsichtigen
Versicherer vorbringen, dann wird dieser angesichts der Zahl der vorstelligen
Kunden natürlich bereit sein, auf die Bedürfnisse im Rahmen
seiner Möglichkeiten eingehen. Wenn Interessen wie z. B. in der
GULP Membership gebündelt werden, sind die Aussichten auf Erfolg
auch entsprechend größer. |
| GULP |
Werter Herr Günther, wir danken Ihnen für
dieses interessante Gespräch. |
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