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| Umfrage-Ergebnis
Die IT-Haftpflichtversicherung in der Projektpraxis
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(März 2004)
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| In der Theorie gibt es gute Argumente für
eine IT-Haftpflichtversicherung – aber wie sieht es in der Praxis aus? Die Umfrage zum Thema
zählte nicht nur 472 Teilnehmer, sondern ist im Ergebnis auch
ein Beleg für das gegenwärtige Abwarten und Herantasten
an eine Notwendigkeit, die zunehmend an Bedeutung gewinnt.
„Ein Auftraggeber hat gerade von mir verlangt, dass ich eine
IT-Haftpflichtversicherung vorlege. Ist das üblich?“
Im GULP Forum, in dem sich IT-Freiberufler austauschen, taucht in
regelmäßigen Abständen diese Frage auf. Die Antworten
sind ausgesprochen unterschiedlich, weshalb GULP den Vorschlag aus
dem Forum aufgegriffen und die entsprechende Umfrage gestartet hatte.
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| Besitzen Sie eine IT- bzw. Betriebshaftpflichtversicherung? |
Ja 34% |
Nein 66% |
| Immerhin, schon heute gehen 34 Prozent aller IT-Freiberufler,
die sich an der Umfrage beteiligt haben, auf Nummer sicher. Im September
2002 kreuzten bei der gleichen Frage in einer ähnlichen
Umfrage „nur“ 29 Prozent ein „Ja“ an,
was eine Zunahme um fünf Prozentpunkte bedeutet. 35 Prozent
meinten damals „brauche ich noch“ - offensichtlich haben
in den vergangenen anderthalb Jahren einige diesen Vorsatz umgesetzt;
die anderen kamen entweder noch nicht dazu oder warten noch auf
das richtige Angebot. |
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| Wurde der Nachweis einer solchen Versicherung
schon einmal von Auftraggeber-Seite gefordert? |
Ja, genau einmal. 18% |
Ja, schon öfter. 12% |
Nein, noch nie. 70% |
| Die Antworten als solche ordnen das Thema IT-Haftpflichtversicherung
jenseits einer möglichen Dramatisierung ein. Es ist allerdings
durchaus bemerkenswert, dass 30 Prozent der Teilnehmer bereits mindestens
einmal beim Auftraggeber eine IT-Haftpflicht vorzeigen mussten. Ergo:
Selbst wenn ein IT-Freiberufler bisher ohne die Versicherung ausgekommen
ist – es ist keineswegs unwahrscheinlich, dass er früher
oder später mit ihr konfrontiert wird. |
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| Hatten Sie schon einmal einen Schadensfall
im Projekt? |
Ja, genau einmal. 2% |
Ja, schon öfter. 1% |
Nein, noch nie. 97% |
| Auf den ersten Blick ein sehr geringer Anteil, bei genauerem Hinsehen
und im Vergleich zu entsprechenden Statistiken jedoch ein Ergebnis,
das nicht überrascht und durchaus signifikant ist: Drei Prozent
der IT-Freiberufler kennen einen Schadensfall im Projekt nicht nur
aus der Theorie – trotz seiner geringen Größe ein
Anteil, der nicht ignoriert werden kann. |
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| Erfahrungsberichte |
| Dass Schadensfälle in IT-Projekten vorkommen, das bestätigen
auch die Vorkommnisse, von denen IT-Freiberufler (Namen sind der GULP
Redaktion bekannt) berichten:
So hatte ein IT-Spezialist mit einem freiberuflichen Kollegen zu
tun, der das Unternehmensnetz dazu nutzen wollte, um eine private
Verkaufsaktion inklusive beachtlichen Dateianhängen auf möglichst
breite Beine zu stellen. Der „verhinderte“ Händler
unterschätzte das unheilvolle Zusammenspiel von Mailinglisten
und Megabyte-Dateien – wenig später gingen die Mailserver
des Konzerns in die Knie, wo sie auch geraume Zeit verharrten. Der
direkte und indirekte Schaden, der dadurch entstand, ging an die
Haftpflichtversicherung, die der Verursacher abgeschlossen hatte
– ob sie allerdings auch bezahlte, wurde GULP nicht berichtet.
Keine Haftpflicht hatte ein anderer IT-Freiberufler, dem bei der
Programmierung eines modifizierten Betriebssystems ein Fehler mit
negativer und teurer Folgewirkung unterlaufen war. Der Freiberufler
verlor zwar seinen Auftrag, allerdings ohne weitere Konsequenzen
– er profitierte letztlich davon, dass die IT-Abteilung im
Unternehmen auf keinen Fall den Eindruck erwecken wollte, sie hätte
ihre Infrastruktur nicht im Griff.
Ein anderer, sehr erfahrener IT-Spezialist schließlich besitzt
als Absicherung eine IT-Haftpflicht, die nach seinen Worten zur
Abdeckung des Restrisikos dient. Er werde aber deshalb nicht schneller
ein „gefährlich anmutendes“ Projekt annehmen, es
gehe schließlich um seinen fachlichen Ruf. Überhaupt
berichtete dieser Freiberufler von mehreren Projekten, in denen
ein Risiko schon frühzeitig absehbar gewesen war – gerade
hinsichtlich eines sicheren und umfassenden Backups stoße
man immer wieder mal auf Fahrlässigkeiten, die schnell zu einer
Datenkatastrophe führen könnten. Dann solle man in jedem
Fall dem Projektleiter das Problem verdeutlichen und gegebenenfalls
– Haftpflicht hin oder her – die Finger vom Projekt
lassen. |
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| Eine persönliche Entscheidung |
Es ist wie bei jeder Versicherung: Ob man sie abschließt oder
auch nicht, es ist eine persönliche Entscheidung, inwieweit man
auf Sicherheit setzt oder ein Risiko eingehen will. Tatsache ist aber,
dass es ein berufsspezifisches Risiko für IT-Freiberufler gibt
– und Schadensfälle kein Phänomen ohne realen Bezug
sind.
Update: Diese Umfrage wurde im Januar 2010 aktualisiert. Lesen Sie hier das neue Ergebnis. |
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