Mein Opa, der IT-Freiberufler

Es gibt immer mehr ältere IT-Selbstständige. Vor allem, aber nicht nur aufgrund der demografischen Entwicklung

(Juli 2010)
Das mit dem Opa ist natürlich übertrieben. IT-Selbstständige sind derzeit im Schnitt 43 Jahre alt und blicken auf durchschnittlich 19 Jahre Berufserfahrung zurück. Aber der Vergleich mit vergangenen Jahren zeigt: Es gibt immer mehr ältere IT-Freiberufler und immer weniger jüngere. Studieren zu wenig junge Menschen Informatik? Oder ist der Gründungswille einfach nicht da und für junge Informatiker oder Ingenieure ist die Selbstständigkeit keine attraktive Arbeitsform? Oder ist letztendlich nur der demografische Wandel die Ursache dafür, dass (auch) IT-Selbstständige immer älter werden? Eine Spurensuche.
IT-Freiberufler werden immer älter
 
Eine Analyse der Skill-Profile der mehr als 70.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler ergab:

Im Juni 2010 sind nur 9,5 Prozent der Freiberufler unter 35 Jahre alt, Tendenz abnehmend (im August 2008 waren es 13,5 Prozent). Fast die Hälfte der Selbstständigen ist zwischen 40 und 50 Jahre alt (47,6 Prozent). Der Anteil der älteren Freiberufler nimmt zu: Zur Generation 50 Plus gehörten im August 2008 20,3 Prozent, aktuell ein Viertel der Freelancer (24,7 Prozent) – das sind 22 Prozent mehr. Die Grafik macht die Verschiebung der Anteile hin zu den Altersgruppen ab 45 Jahren allein in den letzten zwei Jahren deutlich:

Alter der IT-Freiberufler, die mit ihrem Skill-Profil in den GULP Kandidatenpool eingetragen sind. Quelle: www.gulp.de
Hinweis Hinweis:
Diese Auswertungen sind ein Vorgriff auf die Aktualisierung der GULP Stundensatz-Auswertung. Sie wird seit 1998 halbjährlich erhoben, das nächste Mal im August 2010.

Dieser Prozess des Alterns betrifft nicht nur IT-Freiberufler: Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim (ZEW) teilte im Februar 2010 mit, dass auch die Unternehmensgründer im Hightech-Bereich immer älter werden. "Während das Durchschnittsalter der Hightech-Gründer 1995 noch bei 37,2 Jahren lag, ist es bis zum Jahr 2008 bereits auf 40,8 Jahre gestiegen. Aktuell sind weniger als 25 Prozent der Gründer im Hochtechnologiebereich jünger als 32 Jahre", so das ZEW.

Möglich ist, dass im Jahr 2010 ältere Informatiker (oder Naturwissenschaftlicher im Hightech-Bereich) ihre Karriere nicht abrupt beenden wollen, sondern lieber noch einige Jahre als IT-Freiberufler weiterarbeiten – flexibler und mit weniger Wochenstunden, als das als Angestellter möglich wäre. Der wichtigste Grund ist dafür, dass es an Nachwuchs fehlt, ist aber die demografische Entwicklung in Deutschland.

Demografische Entwicklung: Deutschland wird immer älter
 

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren im Jahr 1998 50,9 Prozent der Deutschen jünger als 40. 2008 waren es nur noch 43,6 Prozent. Parallel zum Sinken des Anteils der unter Vierzigjährigen wuchs der Anteil der über Sechzigjährigen: von 22,3 Prozent im Jahr 1998 auf 25,6 Prozent 2008. Damit war bereits vor zwei Jahren jeder vierte Deutsche älter als Sechzig. Das Statistische Bundesamt wagt sich einen Schritt weiter: Auf Basis einer Bevölkerungsvorausberechnung prognostizierte es, dass im Jahr 2060 jeder Dritte 65 Jahre oder älter sein wird.

Bevölkerung nach Altersgruppe 2010 und 2060, basierend auf der Destatis-Bevölkerungsvorausberechnung. Quelle: Statistisches Bundesamt

Es gibt laut Destatis mehrere Ursachen für das Altern der Bevölkerung. Einerseits geht die Anzahl der Geburten zurück, andererseits kommen etwa ab 2020 die geburtenstarken Jahrgänge (um 1950) in das Alter 65 Plus. "Zur Bevölkerung im Erwerbsalter von 20 bis 64 Jahren gehören heute etwa 50 Millionen Menschen. Im Jahr 2060 werden es, je nach Ausmaß der angenommenen Zuwanderung, 27 oder 34 Prozent weniger sein", teilt das Statistische Bundesamt mit.

Die Verschiebung im GULP Kandidatenpool und die Zunahme des Anteils der älteren Freiberufler entsprechen in etwa der demographischen Entwicklung in Deutschland. An der Entwicklung der Bevölkerung von der "Pyramide" hin zum "Bevölkerungsbaum" kommen auch die IT-Freiberufler nicht vorbei. Aber ist sie wirklich der einzige Grund für den fehlenden Nachwuchs?

Informatik bleibt attraktiv
 

Ist etwa die Disziplin Informatik nicht mehr attraktiv genug? Dann müsste zum Beispiel die Anzahl der jungen Menschen sinken, die ein Informatikstudium beginnen. Natürlich ist das Studium nicht der einzige Weg, der zum IT-Selbstständigen führt. Nach einer GULP Umfrage haben etwas mehr als die Hälfte der IT-Selbstständigen einen Hochschulabschluss, knapp ein Viertel sind Quereinsteiger. Also gibt es erstens doch viele Diplomierte unter den IT-Freelancern – und zweitens sind die Studierendenzahlen der Indikator, der am klarsten zu ermitteln ist.

Erstsemesterzahlen steigend

Es werden nicht weniger Informatik-Studenten. Erstens ist die Zahl der Studienanfänger im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften nach Angaben des Statistischen Bundesamts vom Wintersemester 2007/08 bis zum Wintersemester 2009/10 um 20 Prozent gestiegen. Die Ingenieurwissenschaften verzeichneten im gleichen Zeitraum ein Plus von 27 Prozent.

Zweitens sind auch die Erstsemesterzahlen speziell in der Informatik gestiegen, wie Destatis im November 2009 bekannt gab. 35.900 schrieben sich 2009 erstmalig im Studienbereich Informatik ein, vier Prozent mehr als 2008. Weitere relevante Bereiche: 45.600 Studierende begannen ein Studium in Maschinenbau/Verfahrenstechnik, sechs Prozent mehr als im Vorjahr, und 19.000 schrieben sich in der Elektrotechnik ein (plus drei Prozent). Der IT-Nachwuchs ist also da, trotz des Alterns der Gesamtbevölkerung.

Hohe Abbrecherquote

Eine weitere interessante Zahl ist, wie viele dieser Studenten ihr mathematisch-naturwissenschaftliches Studium wirklich abschließen. Mehrere Quellen schätzen die Studienabbrecherquote im gesamten MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) auf etwa ein Drittel. Dem Statistischen Bundesamt zufolge liegt die Erfolgsquote im Bereich Mathematik/Naturwissenschaften, zu dem auch die Informatik zählt, bei 65,7 Prozent, in den Ingenieurwissenschaften bei 70,2 Prozent. Die durchschnittliche Erfolgsquote über alle Studienfächer hinweg ist höher: Im Schnitt schließen 72,5 Prozent der deutschen Studenten ein einmal begonnenes Studium erfolgreich ab.

2008 teilte Destatis mit, dass im Prüfungsjahr 2006 15.400 Absolventinnen und Absolventen erfolgreich ihr Informatikstudium abschlossen. Das waren 13 Prozent mehr als 2005 und mehr als doppelt so viele wie 1997. Trotz der hohen Abbrecherquote wächst also sowohl die Zahl der Informatik-Studienbeginner, als auch die der Absolventen.

Mangelndes Interesse, schlechte Leistungen, attraktive Festanstellung?

Die Abbrecherquote ist nach den ersten Semestern am höchsten. Das deutet darauf hin, dass das Studium entweder nicht den Ansprüchen der Studenten entspricht – oder anders herum die Studenten die geforderten Leistungen nicht erbringen können. Daneben ist natürlich möglich, dass sie ohne Abschluss in eine Festanstellung oder in die Selbstständigkeit wechseln, weil der Fachkräftemangel sie so gefragt macht. Wohl eher in die Festanstellung, denn heute ist es nicht mehr wie vor zehn Jahren: Gerade die Jahre von den Anfängen des Internets bis zum Platzen der Dotcom-Blase waren eine Boom-Zeit für junge IT-Selbstständige und selbstständige Quereinsteiger. Sein Informatik-Studium abzubrechen konnte sich richtig lohnen – heute dagegen ist das nur in Ausnahmefällen lukrativ. Von den Teilnehmern an einer GULP Trash Poll Anfang 2010 gaben 75 Prozent an, den Schritt in die Freiberuflichkeit aus der Festanstellung heraus gegangen zu sein. Nur 13 Prozent waren vor der Selbstständigkeit Student oder in Ausbildung.

Immer mehr Absolventen, aber Bedarf noch höher

Benötigt würden aber noch mehr: Laut einer Studie des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft in Essen gibt es derzeit einen jährlichen Bedarf von bis zu 113.000 MINT-Absolventen. Erwartet werden aber nur etwa 90.000 pro Jahr. Jedes Jahr fehlen also mehr als 20.000 Fachkräfte. Die Chancen für junge MINT-Absolventen auf eine Festanstellung stehen also äußerst gut. Als Freiberufler müssen junge Absolventen mit ihren erfahrenen und deswegen gefragteren Kollegen konkurrieren: Im August 2009 gingen 27,7 Prozent der Projektanfragen an Freiberufler unter 40 Jahren, das sind 53 Prozent weniger als vor sechs Jahren (Februar 2004: 59,2 Prozent). Wie oben beschrieben sind allerdings ja auch viel weniger jüngere Freiberufler da und damit sinken die Chancen, unter den "Jungen" einen passenden Consultant zu finden.

Hinweis Das sind also neben der Demografie Gründe dafür, warum es weniger junge IT-Freelancer gibt: Es gibt genügend freie Stellen für Angestellte und der Einstieg in die Freiberuflichkeit geht nicht mehr ganz so schnell und einfach wie noch vor etwa zehn Jahren. Die gute Nachricht: Informatik ist immer noch attraktiv.

Absolventen werden jünger

Apropos „jung“: Seit 2001 ging das Durchschnittsalter der Absolventen über alle Abschlüsse und Studienfächer hinweg um mehr als ein halbes Jahr zurück. 2008 waren Hochschulabsolventen im Schnitt 27,5 Jahre alt. Das Alter dürfte mit der Zunahme der Bachelor-Abschlüsse und der damit verbundenen Verkürzung der Studienzeit weiter sinken. Bachelor-Absolventen waren 2008 im Schnitt erst 25,8 Jahre alt, Absolventen mit Universitäts-Diplom 27,9 Jahre.

Die Anzahl der Informatik-Studenten und –Absolventen wächst also. Außerdem schließen sie ihr Studium immer jünger ab. Mal abgesehen davon, dass die Anzahl der Absolventen nicht ausreicht, um den wirtschaftlichen Bedarf zu decken – die MINT-Studienfächer scheinen nicht an Attraktivität zu verlieren, sondern im Gegenteil zu gewinnen. Der Nachwuchs ist da. Gefällt jungen IT-Spezialisten die Arbeitsform der Selbstständigkeit nicht?

Festanstellungen werden flexibler
 
Anders gefragt: Was erwarten Hochschul-Absolventen vom Berufsleben? Eine Befragung des Softwareunternehmens BSI AG von Juli 2010 von 160 MINT-Studenten kam zu dem Ergebnis: 80 Prozent wollen eine herausfordernde Tätigkeit. Demgegenüber steht der Wunsch nach einem ausgewogenen Wechsel zwischen Arbeit und Freizeit (58 Prozent). 28 Prozent der Befragten wünschen sich außerdem flexible Arbeitszeitmodelle und 14 Prozent finden flache Hierarchien wichtig. Ideale Voraussetzungen also für den Start als Selbstständiger, in der man sein eigener Chef ist und sich die Zeit – in Abhängigkeit von Projekt und Kunde – frei einteilen kann.

Flexibilität und flache Hierarchien auch in Festanstellung

Festanstellungen werden aber auch immer flexibler. Durch Smartphones, Tablet-PCs und Laptops wird das Internet mobil – und damit auch das Büro. Die Grenzen zwischen Arbeitsleben und Freizeit verschwimmen heute bereits bei vielen Angestellten. Dieser Trend wird weiter zunehmen. Junge Angestellte bewegen sich weg von einem genau abgegrenzten Bürojob hin zu einem flexiblen Arbeitszeitmodell, bei dem sie nicht nach der Zeit, die sie absitzen, bewertet werden, sondern nach der Leistung, die sie erbringen. Hierarchische Strukturen wurden in einigen Unternehmen ersetzt durch die Weisheit der Masse, das heißt, jeder trägt sein Wissen bei, Teams steuern sich immer mehr selbst.

Noch etwas lockt junge Informatiker in die Festanstellung: Die Verhandlungsposition von IT-Spezialisten ist gut und die Einstiegsgehälter vergleichsweise hoch. Die Grundgehälter der Fach- und Führungskräfte in der IT-Branche sind trotz Krise im letzten Jahr um mehr als zwei Prozent gestiegen, ergab eine Studie der Managementberatung Kienbaum. Aktuell verdient laut Studie eine IT-Führungskraft im Schnitt 111.000 Euro im Jahr, eine IT-Fachkraft 64.000 Euro. Bei so guten Jobchancen mag die Selbstständigkeit dem einen oder anderen zumindest für den Start zu unsicher und risikoreich erscheinen.

Hinweis Immer häufiger bekommt die Generation Y das, was sie sich von einem Job erwartet, also auch in Festanstellung – die sicher ist und gut bezahlt wird. Das ist ein weiterer Grund dafür, warum weniger junge Menschen sich sofort nach der Ausbildung selbstständig machen.

Unsicher wegen mangelnder Erfahrung

Nicht nur bei IT-Freiberuflern ist der Schritt in die Selbstständigkeit ohne Erfahrung zu unsicher und zu risikoreich. Der Personaldienstleister Kelly Services befragte etwa 2.000 Deutsche, von denen 14 Prozent in verschiedenen Bereichen freiberuflich tätig waren. Ein Fünftel der Freiberufler stammen aus der Generation der Babyboomer (48 bis 65 Jahre). Deutlich weniger finden sich bei den Vertretern der sogenannten Generation X (30 bis 47 Jahre) und der Generation Y (18 bis 29 Jahre), die mit 13 bzw. zwölf Prozent Freiberuflern in etwa gleichauf liegen. 54 Prozent der Babyboomer und 50 Prozent der Generation X, aber nur 35 Prozent der Generation Y schätzen ihre Qualifikation als genügend ein, um einer selbstständigen Tätigkeit nachzugehen. Junge Informatiker haben Angst, ohne Erfahrung auf dem IT-Projektmarkt nicht bestehen zu können.

Durchschnittlich 19 Jahre Berufserfahrung

Die mehr als 70.000 IT-Freiberufler im GULP Kandidatenpool blicken durchschnittlich auf 19 Jahre Berufserfahrung zurück. Es ist durchaus ein rationales Argument, wenn sich junge Informatiker darauf berufen, dass sie erst mit ein paar Jahren Berufserfahrung als Selbstständiger sicherer im Sattel sitzen. Sie sammeln Know-how und Kontakte, bevor sie sich selbstständig machen. Das ist keine negative Entwicklung – schließlich suchen die meisten Unternehmen für ihre IT-Projekte erfahrene externe Spezialisten, die das benötigte Wissen bereits mitbringen. Einem IT-Spezialist, der erste erfolgreiche Projekte vorweisen kann, fallen Verhandlungen meist deutlich leichter und seine Position ist besser. Auch Referenzkunden helfen. Außerdem ist das Gespür für den Stundensatz bei Erfahreneren eher da als bei Hochschulabgängern, die vielleicht Gefahr laufen, sich zu günstig zu verkaufen.

Hinweis Junge IT-Spezialisten befürchten, ohne Erfahrung, Referenzkunden, Kontakte, Branchenkenntnis und Verhandlungsgeschickt nicht gegen ihre älteren Freiberufler-Kollegen anzukommen. Das hält sie vom Schritt in die Freiberuflichkeit ab.

Junge IT-Experten sind flexibler

Neueinsteiger sollten sich aber nicht entmutigen lassen. Für den Start als Selbstständiger direkt nach der Uni spricht, dass das Know-how auf einem sehr aktuellen Stand und die Lernbereitschaft hoch sind. Der Finanzbedarf ist bei Alleinstehenden nicht so hoch wie bei Familienvätern und –müttern. Damit ist die Risikobereitschaft in der Regel höher. Junge IT-Spezialisten sind flexibler, was Ort und Zeit angeht. IT-Freelancer fordern laut GULP Stundensatz Auswertung übrigens im Schnitt 70 Euro pro Stunde.

Hinweis Hinweis:
Damit Honorar-Verhandlungen fair ablaufen: Der GULP Stundensatz Kalkulator ermittelt die branchenüblichen Stundensätze je Skill.
Freiberuflichkeit immer beliebter
 

Dass die Freiberuflichkeit an sich eine in Deutschland beliebte Arbeitsform ist, ist unbestritten. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Anzahl der Selbstständigen aller Bereiche in Deutschland auf etwa eine Million verdoppelt, teilt das Institut für freie Berufe (IFB) in Nürnberg mit. Die Zahl der Selbstständigen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen ist noch stärker gewachsen, sie hat sich in derselben Zeit mehr als verzweifacht (plus 67 Prozent). Etwa 175.000 Menschen sind in Deutschland in freien naturwissenschaftlichen Berufen selbstständig, so das IFB. Von den rund eine Million Ingenieuren in Deutschland sind zum Beispiel etwa 160.000 ihr eigener Chef. Jeweils etwa 14.000 Ingenieure des Maschinenbaus und der Elektrotechnik sind selbstständig.

Steigende Gründerzahlen

Es mangelt auch nicht an Gründern. Laut dem Gründungsmonitor der Förderbank KfW gab es im Jahr 2009 in Deutschland 872.000 Gründer, zehn Prozent mehr als 2008. Auch der Monitor zählt Gründungen in allen Branchen. Der Gründerreport 2010 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) registrierte mehr Gründungen als in den Vorjahren. "Erstmals seit vier Jahren wollen in Deutschland wieder deutlich mehr Menschen ein eigenes Unternehmen gründen", sagt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben.

Schritt in die Selbstständigkeit: Sein eigener Chef sein

Nicht ohne Grund: "Sein eigener Chef zu sein" lockte 35 Prozent der IT-Freelancer in die Selbstständigkeit, so das Ergebnis einer GULP Befragung. Bei 32 Prozent waren es die besseren Verdienstmöglichkeiten. Die Aussicht auf freie Zeiteinteilung und die fachliche Herausforderung waren bei jeweils 13 Prozent der Anlass, sich selbstständig zu machen. Das Entrepreneurship Center der Ludwig-Maximilian-Universität München kam in einer Befragung von 2.000 Personen aus verschiedenen Branchen auf sehr ähnliche Ergebnisse. Der wichtigste Grund für den Schritt in die Selbstständigkeit ist demnach für die meisten der "Drang nach Unabhängigkeit" (58 Prozent), gefolgt von "zusätzlichen Verdienstmöglichkeiten" (44 Prozent). An dritter Stelle: "Eigeninitiative und Selbstverwirklichung" (42 Prozent). Ebenso viele erhoffen sich vom Schritt in die Selbstständigkeit eine "bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie" (43 Prozent).

Hinweis Es gibt immer mehr IT-Freiberufler und Unternehmensgründer – die Arbeitsform an sich scheint in den letzten Jahren keinen Imageverlust erlitten zu haben. Es könnte sein, dass junge Informatiker Angst haben, mit den erfahrenen Kollegen nicht erfolgreich um IT-Projekte konkurrieren zu können.
Fazit
 

Warum gibt es also immer weniger junge Freiberufler? Vor allem deswegen, weil es immer weniger junge Menschen in Deutschland gibt. Die Freiberuflichkeit als Arbeitsform verliert in Deutschland nicht an Beliebtheit. Die Zahl der Studierenden in den MINT-Fächern nimmt nicht ab, dennoch stehen deutlich weniger Informatik-Absolventen zur Verfügung als benötigt. Das heißt, junge Informatiker, die eine Festanstellung suchen, werden die in der Regel auch finden. Überdies stehen die Chancen gut auf eine Angestelltenposition, die ihren Wünschen nach Flexibilität und flachen Hierarchien entspricht.

Das Altern der deutschen Bevölkerung ist sicherlich ein gewichtiger Grund dafür, dass es immer weniger junge IT-Freiberufler gibt. Daneben tragen aber auch flexible Arbeitszeitmodelle und Arbeitsformen, die zur Generation Y passen, dazu bei. Desweiteren ist das Risiko bei erfahrenen IT-Freelancern mit Referenzkunden und so weiter eben geringer. Um sich gegen die erfahrenen Freiberufler durchsetzen, brauchen junge IT-Freelancer Initiative, Durchhaltevermögen und unternehmerisches Wissen. Unternehmen suchen meist externe IT-Spezialisten, die das benötigte Know-how schon mitbringen – und dazu günstigstenfalls schon in der Branche gearbeitet haben. Junge IT-Freiberufler sollten sich dennoch nicht entmutigen lassen. Sie bringen ihre eigenen Qualitäten mit (Wissen auf dem aktuellsten Stand, an Projektarbeit gewöhnt, flexibel, was Zeit und Ort angeht, etc.), die sie in den Vordergrund stellen sollten.

Auch das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) vermutet übrigens, dass der demografische Wandel für das Altern der Hightech-Gründer verantwortlich ist. Mit den entsprechenden wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen könne das sich aber ändern, so das ZEW. Vorschläge für ebendiese gibt es aber nicht mit auf den Weg.

Was denken Sie? Kann diese Entwicklung durch eine Änderung der politischen oder wirtschaftlichen Rahmenbedingungen aufgehalten werden? Muss sie überhaupt gestoppt werden? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare.

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Ich bin ein solcher Opa. 58 Jahre mit 40 Jahren IT-Erfahrung. Mit 2-maliger Unterbrechung (insg. 6 Jahre) seit 33 Jahren Freelancer. Habe damals mit 25 DM(!!) AI begonnen. Es geht mir soweit ganz gut und ich habe auch schon für das nächste Jahr ausgesorgt. Wenn es jetzt aufhören sollte, dann gehe ich in Rente. Aber es sieht eher danach aus, als könne ich bis 70 weitermachen. (September 2010)"

"'5-10 Jahre in einem Produkt welches soll das bitte sein'. Z.B SAP (Admin/Dev incl. Modul), Oracle DBA (ist halt immer das gleiche, bis auf Versionsnummern, Extrafeatures wie DataGuard, RAC, etc.), Middleware App-Server bzw. EAI-Produkte, etc. Ich lasse mal außen vor, daß manches Produkt innerhalb von 10 Jahren immer wieder umgenannt wurde (z.B Mercator/IBM WTX, IBM WebSphere Message Broker, etc.) Wer nicht die 5+ Erfahrung im Profil darstellbar hat, wird vom VM NICHT genommen (und Nein: Tibco ist was GANZ anderes als Oracle SOA oder IBM WebSphere SOA Produkte :) ). Obwohl Java unterschiedliche Frameworks und Technologien hat, wird selbst hier 5-10 Jahre Erfahrung vorausgesetzt (mehrmals 2009 + 2010 gelesen). Es war 2004/2005 KEINE Chance, irgendein Java-Projekt (trotz Java Projektreferenzen) über VM mit Hinblick auf Hibernate + Spring zu finden, da Hibernate+Spring was 'ganz anderes' als EJB, J2EE & Co. ist :) (August 2010)"

"Zitat: 'Freelancer sind beim nächst besseren Angebot weg und machen evtl. die Aufgaben nicht zu ende oder sie haben dann bei erforderlichen Weiterentwicklungen keine Zeit mehr, da sie dann für andere Firmen arbeiten'. Gewährleistung: Umsonst wie bei Werkvertrag (ohne Entlohnung) bei diesen knappen Marktpreisen? Nein Danke! Da wäre nichtmal im FL-Preis eine Haftpflichtversicherung von 1500-2500 Euro / Jahr möglich. Support gegen Wartungsvertrag und höheren Stundensatz (da nur stundenweise-/tageweise gefordert) gerne. Da sieht mal wieder, daß ein FL leider oftmals GEGEN den Endkunden und AG arbeitet muß. Kommt somit auf die Firma sowie Standort/Einsatzort und vor allem Stundensatz drauf an. Wer glaubt ernsthaft, man könnte Freelancer für Lau quer durch Deutschland jagen wird (hoffentlich) irgendwann eines besseren belehrt (Freelancer springt nach Zusage wieder ab, verhandelt bei Verlängerung höher, nimmt anstatt Verlängerung neues Projekt zu anderen Konditionen an, etc.). Wurde mir immer wieder von AGs und Endkunden berichtet. Übrigens: Die meisten FL bekommen 'falsche' Diensleistungsverträge vorgesetzt, die KEINE DL-Verträge sind UND Gewährleistungsvorschriften (ohne Extra-Vergütung) enthalten. Über den Tisch ziehen wo es nur geht.... Wenn das Endkunden passiert, weil der Vermittler nicht von der Marge genug bekommt, ist das für FL + Endkunde nur traurig. Hier muß ein Endkunde FIXE Regularien bzgl. Vermittlungsprovision und VERNÜNFTIGE Endpreise einführen. Aus diesem Grund habe ich bei 450km Einsatzort OHNE Vergütung Reisekosten/Reisezeiten bei Betriebseinführung (nach Projektende) eine weitere Vor-Ort Präsenz für Bugfixing/Coaching/Tuning ausgeschlossen. Lief dann zum gleichen Preis für Support über Homeoffice weiter (vom VM vorgesetzten <70 Euro für jeweils 5-20 Minuten Aufwände über mehrere Tage hinweg ist eh schon ein denkbar schlechter Deal, wenn man den Endkunden nicht völlig hängen lassen möchte - wenn man dann als FL noch auf 10 Std. sitzenbleibt die NICHT bezahlt werden, ist das noch schlechter und macht nochmal klar, daß dieses VM-/Subunternehmer/Zeitarbeitsbusiness nicht wirklich funktionsfähig ist). Da soll ich als 2. Beispiel vom VM für 460km Anreise nach Niedersachsen oder 600km Hamburg weniger bekommen als in D9 oder D6/D7/D8? Hallo?!?! Open Book Policy ist natürlich auch nicht auf Rückfrage, VKs/EKs werden nicht kommuniziert und bei VK-Mindestrange zur schnelleren Abstimmung von 95+ geht der VM bereits in die Luft. ZUVERLÄSSIGE Freelancer kriegt ein Endkunde und Vermittler NUR dann, wenn am Freelancerangebot NICHT herumgedrückt wird. Es ist selbst mit angezogenem Projektmarkt 2010 sehr schwer, RK/ÜK durchzudrücken. Scheinbar lassen sich die meisten lokalen Freelancer für 55-70 Euro ALL-IN in FRM/STG/MCH oder weniger verscheuern (welcher FL hatte 2010 noch keine 45-55 ALLIN Angebote erhalten?). Da habe ich mit Fairness, Transparenz und Offenheit KEINERLEI Chance, wenn ich auswärts 'normal' anbieten möchte. Da gönne ich es Endkunden und VM gerne, wenn günstigere Kandidaten sich als nicht zuverlässig herausstellen und doch wieder abspringen, weil..... Im Gegenteil: Werde (bzw. soll) regelmäßig mit VM-Verträgen, die täglich vom AG kündbar sind (außerordentlicher Kündigungsgrund), über den Tisch gezogen werden. Und 2009 haben das mehrfach Endkunden bei FL genutzt. Welcher FL ist freiwillig (nur aus Laune) einfach mal so in einem 1-3+ Mon. Projekt abgesprungen? Das wird schon seine Gründe haben (Preis, Zusammenarbeit, VM-Vertrag, etc.). Bisher war es jedoch stets so, daß in meinen 3-8 Monaten Projekten stets mehrere Abnahme UND Testphasen für eine gute Qualitätssicherung enthalten waren. Wer hier behauptet ein FL würde nur Murks abliefern oder nicht für die Qualität einstehen, redet an der Praxis vorbei. Es ist die PFLICHT des Endkunden, ABNAHMETESTS durchzuführen (das machen Hersteller Oracle auch nicht anders und trotzdem werden Bugs gefunden (August 2010)"

"Man sollte eigentlich mal die Firmen befragen, wie sie zu externen Mitarbeitern stehen. Auch da hat sich das Sicherheitsdenken gewandelt. Hier müsste vom Image der Freelancer was getan werden aber evtl. auch bei der Gewährleistung. Freelancer sind beim nächst besseren Angebot weg und machen evtl. die Aufgaben nicht zu ende oder sie haben dann bei erforderlichen Weiterentwicklungen keine Zeit mehr, da sie dann für andere Firmen arbeiten. Das zieht man alles mit in das Kalkül, wenn man Freelancer beschäftigt. Einarbeitung eines eigenen Mitarbeiters in den Code des Freelancers kostet (Geld und Verzögerungen).  Übrigens: durch die Verkürzung der Studienzeit durch das Bachelorstudium werden gerade sehr viel mehr Arbeitskräfte verfügbar. Aber bestimmt bis auf wenige Ausnahmefälle keine Kandidaten für die Selbständigkeit.  (August 2010)"

"5-10 Jahre in einem Produkt welches soll das bitte sein? Und die Versions-Nummer ändert sich jeden Monat. Was ich heute nicht weiß, weiß ich morgen, dafür war auch oft Bedarf. Den ganzen Sommer Urlaub oder ein paar Monate um die Welt kann ich empfehlen. (August 2010)"

"Frage an alle >45-49 jährigen Ex-Freelancer (sinkende Diagramm Kurve): Wo seid ihr hin? Ab wann habt ihr den Weg in eine Festanstellung oder anderes gesucht (z.B Ausland)? Zwischen 45-49? Gibt es da etwa einen 'EX-Freelancer Bonus' oder warum wird man dann noch von Firmen als Fester genommen (wohl kaum über eine offizielle Bewerbung über eine Personalabteilung?!)? M.W. fanden viele Ex-Angestellte nach Kündigung/Betriebsschließung mit 48+ J. KEINE Festanstellung mehr und haben sich bis zur Rente mit 60 (jetzt auf 65 ohne Abschläge hochgesetzt) sich mit Arbeitslosenhilfe durchgerettet? Das ist nun mit Harz4 und auch endgültig vorbei! Also was bleibt, falls Freelancing ab 45/49 bis zur Rente mit 60 nicht mehr funktioniert und der Weg in die Festanstellung versperrt ist? Harz4? Tolle Aussichten! (August 2010)"

"Die Erwartungshaltung der Unternehmen - sei es von den Anforderungen her oder auch der Bezahlung - haben längst erschreckende Formen angenommen. Das mit den Versionsnummern kann ich nur bestätigen. Mein Problem ist, dass ich lange in einem Projekt war, was technologisch zur Überalterung führte. Der Auftragsumfang wurde immer dünner und kam dann ganz zum Erliegen. Inzwischen sind hat dieses Unternehmen wieder aufgerüstet. Nun haben verschiedene andere Vermittler den Fuß in der Tür. Bei einem neuen Projekt kam ich nicht mehr zum Zug. Das Profil wäre gut. Auch die frühere Zusammenarbeit war gut.Von den Anforderungen her hätte es weitgehend gepasst. Ein anderer Kandidat hat dem Unternehmen jedoch besser gefallen. Fazit: Nach einer längeren Zusammenarbeit ergeben sich enorme Anschlussprobleme. Da wird nur noch nach Versionsnummern verfahren. Die Überalterung geht schon bei den Versionsnummern los. (August 2010)"

"Genau das mit dem KILL/STOP kann ich bestätigen. Unser Land ist krank und der Projektmarkt auch. Ein Manager stellt sich ohne Probleme auf und erklärt, dass er jederzeit von einer Rasierklingen herstellenden Firma zu einer Firma wechseln kann, die Panzer baut. Aber bei einem Softwareentwickler mit mehr als 15 Jahre Berufserfahrung glaubt niemand, dass er in der Lage ist den 'gewaltigen Schritt' von einem Visual-Basic-Programm 6.0 nach .net zu tun oder dass er - so er eine Access-DB designt hat auch eine MySql-DB designen kann. Selbst wenn etwas 10 Jahre her ist, dann zählt es in der Regel nicht mehr als Erfahrung. Man hat es ja nicht durchgängig gemacht. Also im Grunde kann ich auch nur abraten. Freiberuflichkeit ist ein Notstopfen, mehr nicht. Mit andern Worten: Um die Jahrtausendwende gab es einen echten Fachkräftemangel, da hat das alles recht gut funktioniert. Inzwischen ist es der Freelancermarkt ein kaputter Markt und die Politik sorgt dafür, dass es so bleibt. Oder anders: Opa wird nicht mehr Freelancer sein, das kann man in der Regel nur so lange, so lange die Qualifikation noch aktuell ist, die man beim Firmenaustritt hatte. Eigentlich könnte die Selbständigkeit die schönste und interessanteste Arbeit überhaupt sein. Aber inzwischen macht mich das alles nur noch krank. (August 2010)"

"Sehr guter Artikel! Schön wäre, wenn zusätzlich ein Vergleich der Anzahl der Freiberufler mit der Anzahl der angebotenen Projekte über einen längeren Zeitraum dargestellt würde. (August 2010)"

"'muß diese Entwicklung gestoppt werden?' Nein. Und kann auch garnicht. Alarmierend wäre, wenn die Zahl der Informatikstudenten zurückginge. Tut sie aber offenbar nicht. Ansonsten ist es ganz normal, sich erstmal Expertise in der Arbeitswelt zu verschaffen mit einer Festanstellung, und erst, wenns paßt, sich selbständig zu machen. (Juli 2010)"

"Wenn man Champagner schlürfen will, aber für Mineralwasser bezahlt, ist klar, dass die Attraktivität für den Getränkeanbieter sinkt. (Juli 2010)"

"Dem 'Fachsklavenmangel' des Vorschreibers kann ich nur zustimmen. Die Anforderungen der Unternehmen passen nur noch schwerlich mit der Bezahlung zusammen. Für mich es somit verständlich, dass immer weniger junge ITler die Freiberuflichkeit als Weg wählen. Ich würde es derzeit auch keinem so richtig emfpehlen. (Juli 2010)"

"Sehr schöner Artikel. Ich bin selbst diplomiert, U35 und freischaffend und der Start ist da alles andere als leicht. Wenn die Unis da mehr Starthilfe anbieten würde, wäre das sicherlich ein Weg zu Besserung. Ansonsten denke ich, dass die lukrativen Festanstellungen der Primärgrund sind. (Juli 2010)"

"Warum es immer weniger Freiberufler gibt? Ich glaube es liegt nicht nur an dem demografische Wandel, sondern auch an einem sich ändernden Sicherheitsdenken der Menschen. Risiko ist inzwischen etwas vor dem man Angst hat. Wer sich selbstständig macht, geht immer ein Risiko ein. Es sind Zeiten, in denen ein Fahrrad- oder Skifahrer ohne Helm als unverantwortlich gilt. Als Freiberufler aber sollte man eine gesunde Portion 'No risk no fun' leben. (Juli 2010)"

"hi, ich falle in die erste kategorie x<30 jahre und bin seit 2008 selbständiger it-freiberufler.  ich behaupte jetzt einfach mal:  1. dass es wenig it-ler gibt, die sich neben dem ganzen technischen wissen lust haben sich mit Steuer-Erklärungen abzugeben oder mit sonstigem administrativem Krims Krams.  2. leider leider leider haben 99% der leute (ich zähle leider auch dazu) keinen plan, wie man die administrativen dinge outsourcen kann (was man soll, sonst macht es nämlich einfach keinen spaß selbständig zu sein).  zu 2. gehört leider auch, dass man von irgendwoher risiko kapital bekommt (so eine halbe million zum verheizen auf eine gute idee) und das wird in zeiten der krise vermutlich um so schwieriger sein. (man müsste viel mit leuten reden... viel überzeugungsarbeit leisten viele freunde und verknüpfungen herstellen und dazu hat ein it-ler eigentlich gar keine zeit, wenn er hauptberuflich programmiert).  fazit: kill the overhead & guide the youngstars! - oder es werden definitiv immer weniger das freiberufliche wagniss eingehen wollen.  Für mich ist es einfach ein MUSS, auch wenn mir die steuererklärung 2008 evtl. finanziell das rückgrat brechen wird. (Juli 2010)"

"Ein guter übergreifender Artikel. Sich vor der Freiberuflichkeit in der Festanstellung zu bewähren ist sehr sinnvoll. In dieser Zeit ist es auch möglich sich ein familiäres Auffangbecken zu bauen. Als Freiberufler ist dies schwieriger, da soziale Kontakte abnehmen. Wer die hohe Familienphase hinter sich hat, ist für 'reisende' Tätigkeit freier. Es wurde unter FAs festgestellt, das die jüngeren weniger Standortflexible sind. Beim guten Aufziehen von Kindern ist eine hohe Standorttreue sehr hilfreich, sich sichere persönliche Beziehungen zu bauen ist gerade in jungem Lebensabschnitt wichtig. Bei den Älteren (und Alten) kommt zum Tragen, dass sie nicht zwangsläufig in das Rentenloch fallen. Wir werden zukünftig mehr FBs haben welche 65+ sind. Ein FB brauch sich nicht an die gesetzliche Rentengrenze zu halten. (Juli 2010)"

"Das mit dem 'IT-Opa' kann ich nur bestätigen. Von den etwa 10 IT-Kollegen, die ich persönlich gut kenne und auch ihr Alter, sind acht über 40. (Juli 2010)"

"Je geringer das Angebot und je höher die Nachfrage, desto attraktiver der Preis für selbständig Erwerbstätige. Gute Verdienstmöglichkeiten erhöhen das Angebot und der Preis sinkt wieder. Deshalb nimmt das Angebot wieder ab und alles beginnt von vorne. (Juli 2010)"

"Die demografischen, statistischen und arbeitsmarktlichen Aussagen sind sicher richtig. Was fehlt, ist die Frage, ob vielleicht die Jungen zu schlau sind, um als Selbstständige in einem von einer Beamtenoligarchie zerwalteten Apparatschik-Theater immer die Idioten zu spielen. Weiterhin sollte man das schon fast liturgische Wort 'Fachkräftemangel' angesichts der vorherrschenden Dumpingerwartungen ehrlicherweise durch 'Fachsklavenmangel' ersetzen. Jedenfalls kann ich es allen jungen Fachkräften, die noch keine Kinder in der Schule haben, nicht verübeln, wenn ihre Maxime lautet: Nix wie 'raus aus Deutschland! (Juli 2010)"

"Zu Zutat 'Junge Informatiker haben Angst, ohne Erfahrung auf dem IT-Projektmarkt nicht bestehen zu können'.  DAS ist auch so! Kann als <35 Jähriger jedem Studienabgänger nur abraten! Wir leben in einer Zeit, wo man als Spezialist mind. 5-10 Jahre in EINEM Produkt oder EINER Technologie benötigt. Das Umsatteln auf mehrere Produkte (ohne mehrfache Projektreferenzen) IN der Freiberuflichkeit klappt dann NICHT mehr! Agenturen und Projektanbieter werten nur umfangreiches Produkt A + Projekt Know-How, auch wenn vertieftes Know-How zu A und Spezialisten Know-How bei bei B + C incl. Projekte vorhanden.  Schlimmer: Bereits Versionsnummern geben KILL/STOP auf eine Projektbewerbung durch Projektanbieter.  Ohne Kalt-/Direktakquise bei Endkunden oder bereits guter Kontakte wird jeder Neueinsteiger sich entweder horrablen Stundensätzen, Kettengeschäften oder der Non-Faktura aussetzen. Das kann auch nicht der echte Sinn einer Freiberuflichkeit sein. (Juli 2010)"