Projektarbeit in der Schweiz: So klappt der Start
Interview mit Diplom-Betriebswirtin Carmen Teichmann
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Carmen Teichmann ist beim Internetvergleichsdienst comparis.ch in Zürich für den Bereich "Umzug in die Schweiz" zuständig und setzt sich täglich mit dem Thema Leben und Arbeiten in der Schweiz auseinander. GULP hat sie gefragt, was deutsche oder österreichische IT-Freiberufler beachten müssen, die ein Projekt bei den Eidgenossen antreten. |
| GULP | Stellen wir uns einmal vor, der selbstständige IT-Spezialist Hannes Helm aus Stuttgart hätte ein Projektangebot von einer Großbank in Zürich angenommen. Neun Monate lang wird er künftig in der größten Stadt der Schweiz arbeiten. Gerade einmal vier Wochen bleiben ihm jetzt noch, um sich um sich über alles Wesentliche zum Thema "Umzug in die Schweiz" zu informieren. Frau Teichmann, was muss Herr Helm alles beachten? | ||
| Teichmann |
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| GULP | Dann fangen wir doch von vorne an: Welche Art von Aufenthaltsbewilligung braucht Herr Helm, um in der Schweiz arbeiten zu dürfen? |
| Teichmann | Wer wie Herr Helm als EU-Bürger mit einem unterjährigen Arbeitsvertrag, also für mehr als vier Monate und weniger als ein Jahr einreist, erhält eine Kurzaufenthaltsbewilligung, eine sogenannte L-Bewilligung. Diese wird durch das jeweilige kantonale Migrationsamt ausgestellt. Für Zürich ist das zum Beispiel das "Migrationsamt des Kantons Zürich" |
| GULP | Und wie sieht es aus mit der Krankenversicherung? |
| Teichmann | Herr Helm braucht unbedingt eine Schweizerische Krankenversicherung – nicht nur für den Fall, dass er während seines neunmonatigen Arbeitseinsatzes krank werden sollte. Eine Grundversicherung ist für alle Personen mit einem Wohnsitz in der Schweiz und einer Aufenthaltsdauer von mindestens drei Monaten gesetzlich vorgeschrieben. Für die Anmeldung bei einer Krankenkasse haben Zuwanderer nach ihrer Einreise drei Monate Zeit. Der Versicherungsschutz gilt dann rückwirkend ab Zuzugsdatum. |
| GULP | Spielt es eine Rolle, zu welcher Krankenversicherung Herr Helm geht? |
| Teichmann | Grundsätzlich nicht, denn die Leistungen aus der sogenannten obligatorischen Grundversicherung sind gesetzlich vorgeschrieben und bei allen Kassen gleich. Weil sich die Prämien der über 80 Krankenkassen in der Schweiz aber beträchtlich unterscheiden, lohnt sich ein Vergleich. So können Einzelpersonen mehrere hundert Franken pro Jahr sparen. Zur Veranschaulichung: 100 Schweizer Franken sind etwas mehr als 60 Euro. |
| GULP | Braucht Herr Helm auch eine Unfallversicherung? |
| Teichmann | Eine zusätzliche Unfallversicherung kann der Stuttgarter IT-Experte sich sparen. Denn Arbeitnehmer sind bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als acht Stunden durch den Arbeitgeber automatisch gegen Betriebs- und Nichtbetriebsunfälle versichert. |
| GULP | Jetzt fehlt nur noch ein Dach über dem Kopf. Wie findet Herr Helm eine Bleibe in Zürich? |
| Teichmann | Erfahrungsgemäß gestaltet sich die Wohnungssuche in Zürich nicht ganz einfach – die Bankenstadt ist für ihre Wohnungsknappheit bekannt. Es gibt aber mehrere Schweizer Online-Immobilienportale, die die Suche erleichtern. |
| GULP | Wenn Herr Helm sich dann für eine der gefundenen Wohnungen bewerben möchte: Welche Unterlagen muss er dabei haben? | ||
| Teichmann | Außer seiner derzeitigen Adresse und den Kontaktdaten seines aktuellen Vermieters muss er den Namen und die Adresse seines Arbeitgebers sowie einen Einkommensnachweis vorlegen können – am besten eine Kopie seines Arbeitsvertrags. Auch von seiner Aufenthaltsbewilligung oder seinem Reisepass sollte er eine Kopie vorweisen können. Schließlich verlangen die meisten Vermieter in der Schweiz einen sogenannten Betreibungsauszug. Das ist eine Art Selbstinformation über die Zahlungsmoral und ist vergleichbar mit der Schufa-Auskunft in Deutschland.
Den Betreibungsauszug beantragt Herr Helm beim sogenannten Betreibungsamt. Auskunft gibt die jeweilige Gemeinde, für den Stuttgarter Freiberufler ist das Zürich .
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| GULP | Frau Teichmann, wir danken Ihnen für das Interview. |
Carmen Teichmann ist Product Managerin "Umzug in die Schweiz" bei Comparis
. Auf der Website des Internet-Vergleichsdienst finden Zuwanderer Internet-Adressen und Buchtipps zum Thema, Online-Prämienvergleiche für Versicherungen (Krankenversicherung, Auto, Hausrat), Wohnungen auf allen wichtigen Immobilien-Portalen der Schweiz und einen schweizweiten Quellensteuer-Rechner.


