 |
| Von
daheim ins Projekt und wieder zurück |
|
| |
|
|
Die externen IT-Spezialisten – wo wohnen sie und wo arbeiten
sie? Die Antworten gibt ein genauer Blick auf die Profile der IT-Freiberufler
in der GULP Profiledatenbank. So zeigt die Auswertung nach dem
Kriterium „Wohnort“, dass mit 7.184 (17,25 Prozent)
die meisten Freiberufler im Postleitzahlengebiet 8 ihre Heimstatt
haben. Die dortige Landesregierung wird der Spitzenplatz kaum wundern,
denn der Slogan „IT-Standort Bayern“ wird noch immer
gerne benutzt.
Ein weiteres Zentrum geballter IT-Kompetenz (7.158, 17,18 Prozent)
ist der Raum 6 in und um Frankfurt am Main herum – also
da, wo die Großbanken ihre Hauptsitze haben. Und die sind,
wie diverse GULP Statistiken belegen, eine der wichtigsten Projektanbieter
für IT-Freiberufler, die sich aus diesem Grund auch gerne
in der Nähe
niederlassen.
|
|
|
PLZ-Gebiet
|
|
Wohnort
der IT-Freiberufler
|
|
Die wenigsten freiberuflichen IT-Experten haben
den Raum 0 um die Achse Dresden-Leipzig-Halle als dauerhafte Bleibe
gewählt,
denn dort wohnen nur 1.260 von ihnen. Der in der regionalen Verteilung
weit abgeschlagene Platz, zusammen mit dem auch nicht berauschenden
Ergebnis des Postleitzahlengebietes 1 (immerhin liegt hier auch
die Bundeshauptstadt) mit 3.211 sesshaften Freiberuflern, bestätigt
die Einschätzung vieler Wirtschaftsexperten: In den neuen
Bundesländern fehlt es auch an Fachkräften.
Die allerdings dort auch keine Arbeit bzw. kein IT-Projekt suchen,
wie die Auswertung hinsichtlich „bevorzugter Einsatzort“ zeigt.
Wie schon beim „Wohnort“ führen hier die Postleitzahlengebiete
8 (12,66 Prozent) und 6 (12,50 Prozent), jedoch ist der Abstand
des Spitzenduos zu den anderen Regionen weit geringer als beim „Wohnort“,
denn zum Drittplatzierten, dem Raum 7 (10,58 Prozent), sind es
nur noch knapp zwei Prozentpunkte. Das Postleitzahlengebiet 0 (8,33
Prozent) ist zwar auch hier Letzter, hat aber mit dem Raum 4 (8,61
Prozent) einen sehr nahen Nachbarn in der Rangliste.
|
|
|
PLZ-Gebiet
|
|
Von
IT-Freiberuflern bevorzugte Einsatzorte
|
|
Wohnort
und bevorzugter Einsatzort. Eine fast identische grundsätzliche
Verteilung, allerdings prozentuale Verschiebungen in den Gewichtungen – offensichtlich
ist dieses Phänomen dem Trägheitsprinzip aus der Physik
nahe verwandt:
Wo es IT-Projekte gibt, dorthin ziehen bevorzugt
die Freiberufler. Das Folgen benötigt aber seine Zeit, so
dass eine regionale Verschiebung von Projekten nur verzögert
auch die Verschiebung der Wohnsitze nach sich zieht.
|
|
| Und
wie steht´s mit der Beweglichkeit? |
|
| |
|
| Mag ich lieber nur einen, meinen gewohnten Einsatzort? Oder suche
ich die Vielfalt der Regionen? Wer die Antwort will, betrachtet
die entsprechenden Angaben in den Profilen der Freiberufler – die
jedoch hinsichtlich einer Interpretation insofern kritisch zu hinterfragen
sind, ob die Angabe nur eines bevorzugten Einsatzortes auch zugleich
bedeute, dass dieser Ort nahe dem Wohnsitz liegen muss?
|
|
|
PLZ
Gebiet
|
|
IT-Freiberufler
mit Angabe nur eines Einsatzortes
|
|
Die Vermutung liegt nahe, dass dies bei den
meisten IT-Freiberuflern mit nur einem bevorzugten Einsatzort (der
ja auf „Gewohnheitsmenschen“ hinweist)
tatsächlich der Fall ist, denn überzeugte Pendler sind
hier grundsätzlich rar – zumindest der Wunsch zielt
in der Regel auf einen Einsatzort, der ein Abendessen am heimischen
Tisch ermöglicht.
Unter dieser Annahme zeigt die Auswertung, dass es offensichtlich
in den Postleitzahlen 1 und 8 besonders schön sein muss, denn
69 bzw. 65 Prozent der Freiberufler aus diesen Regionen votieren
für nur einen Einsatzort: Daheim. Der Nordosten Deutschlands
und Bayern also – offensichtlich Regionen, an denen man gerne
das ganze Jahr über ist.
Die Waage zu Gunsten der Sesshaften schlägt ferner in den
Postleitzahlgebieten 0, 2 und 6 mit jeweils über 50 Prozent
aus.
|
|
|
PLZ Gebiet
|
|
IT-Freiberufler
mit zwei oder mehr bevorzugten Einsatzorten
|
|
Die andere Seite der
Beweglichkeit: Nicht sesshaft, sondern sehr reisefreudig zeigen sich
die IT-Experten aus den Postleitzahlgebieten D5 (60 Prozent) und
D4 (54 Prozent). Die geben in ihren Profilen zwei oder mehr bevorzugte
Einsatzorte an – ebenso wie etwas weniger ausgeprägt die
Freiberufler aus den Gebieten 7 (51 Prozent) und 9 (53 Prozent).
Halbe-halbe, das ist schließlich das Postleitzahlengebiet
3: Die eine Hälfte der IT-Freiberufler bleibt lieber in der
Nähe, die andere ist gerne unterwegs.
|
|
| Über
Landesgrenzen hinweg |
|
| |
|
|
Kurz
und bündig
|
 |
Viele IT-Freiberufler zieht es nach Österreich
oder in die Schweiz. |
 |
Ein Projekt in USA, Kanada und Australien:
Immer eine Reise wert. |
|
Wenn schon, denn schon – eine Grundprinzip des Freiberufler-Daseins,
neben dem Wunsch nach Unabhängigkeit und der Chance auf höheren
Verdienst, ist sicherlich das Interesse an Neuem und an Abwechslung.
Das gilt natürlich auch, wenn es um den bevorzugten Einsatzort
geht, der keineswegs nur innerhalb Deutschlands liegen muss.
Die GULP Auswertung spricht hier eine klare Sprache: Wo die Berge
sind und man auf die gleiche Sprache sowie eine ähnliche Mentalität
trifft, da würden die meisten IT-Freiberufler gerne arbeiten.
Den größten Reiz besitzt dabei Österreich, denn
dort wäre ein Projekt für 33 Prozent der IT-Experten
in der GULP Profiledatenbank eine Versuchung wert. Knapp dahinter
folgt die Schweiz mit 31 Prozent – und dann kommt erst längere
Zeit nichts mehr.
|
|
|
Länder
|
|
Internationale
Einsatzorte der IT-Freiberufler
|
|
In der Beliebtheitsskala der internationalen
Einsatzorte folgen schließlich Großbritannien, die
Niederlande und Luxemburg mit jeweils rund 11 Prozent der Freiberufler,
die sich dort eine Tätigkeit vorstellen könnten.
Und
dann wird es eng, denn die nächsten fünf Plätze
werden hinter den Kommastellen von 10 Prozent vergeben: Belgien,
Irland, Spanien, Frankreich und Italien. Irgendwo in Europa, für viele IT-Freiberufler ist dies immer
eine Alternative wert. Aber auch Übersee besitzt Anziehungskraft,
denn in immerhin 7 Prozent der Freiberuflerprofile stehen als möglicher
Einsatzort die Vereinigten Staaten von Amerika.
Ein wenig weiter
nördlich, nach Kanada, zieht es sechs Prozent – und
fünf Prozent suchen unter anderem ein Projekt „down
under“ in Australien.
|
|
| Wo
die Projektanbieter suchen |
|
| |
|
| Kurz
und bündig |
 |
In Frankfurt/Main sorgen die Großbanken für die
Projekte.
|
 |
Raum 0 eine "Projektwüste".
|
|
|
Vorweg: Bei dieser Abfrage ist zu beachten,
dass der Ort, wohin Projektanfragen gestellt werden, nicht automatisch
der Ort des Projektes ist. Sicher werden die meisten Projektanbieter
erst in der Nähe nach geeigneten IT-Spezialisten suchen; wenn
sie dort allerdings nicht fündig werden, richtet sich die Suche
automatisch auch in weiter entfernt liegende Regionen.
Nach den bisherigen Ergebnissen kann es kaum verwundern, dass zumindest
auch bei der Auswertung nach dem Kriterium „Projektanfragen
seit Januar 2002“ wieder Raum 6 und 8 die deutlichen Gewinner
sind.
|
|
|
PLZ-Gebiet
/ Land
|
|
Verteilung
der Projektanfragen an IT-Freiberufler mit Wohnort im
jeweiligen PLZ-Gebiet
|
|
Allerdings hat sich hier Frankfurt am Main mit
24,9 Prozent aller Projektanfragen weit abgesetzt, der Raum München
bringt es als Zweiter „nur“ auf 18,2 Prozent. Das wiederum
ist ein Spitzenergebnis – wenn man zum Vergleich das Postleitzahlengebiet
0 heranzieht, wohin nur 1,7 Prozent aller Projektanfragen seit 2002
gestellt wurden.
Im vorderen Mittelfeld haben sich das ansonsten wirtschaftliche „Vorzeige-Bundesland
Baden-Württemberg“ mit 11,5 Prozent, der Raum 5 mit der
Domstadt Köln im Herzen (10,6 Prozent) sowie das Postleitzahlengebiet
2 im Norden Deutschlands positioniert. Es ist also durchaus mit Chancen
verbunden, wenn man sich dort als IT-Freiberufler niederlässt.
Noch aussagekräftiger hinsichtlich Projektauslastung ist das
Verhältnis von Freiberuflern zu Projektangeboten nach Region.
Beim Wert 1 und darunter bleibt der externe IT-Spezialist in vielen
Fällen nicht lange ohne Projekt – bei Werten über
2 (also ein Projektangebot auf zwei Freiberufler) wird es immer schwieriger,
in der Nähe Arbeit zu finden.
|
|
|
PLZ-Gebiet
/ Land
|
|
Verhältnis
von Freiberuflern (Wohnort) zu Projektanfragen im jeweiligen
PLZ-Gebiet
|
|
Abermals erwartungsgemäß ist das Ergebnis von Frankfurt
am Main: 0,9 bedeutet in schweren Zeiten den besten Wert, mit dem
die IT-Freiberufler gerade im Vergleich zu anderen Regionen durchaus
zufrieden sein können.
2,4 dagegen in Raum 0 bestätigt nur die anderen Teilauswertungen:
So schwer wie dort hat es kein IT-Freiberufler in Deutschland, an
ein Projekt heranzukommen.
Ob da ein Blick über die Grenze noch
helfen kann? Denn die eigene Situation wird nicht besser, wenn man
weiß, dass in Österreich - statistisch gesehen – 5,4
externe IT-Experten gerade mal eine Projektanfrage erhalten haben. | |
| Die deutschen Großstädte im IT-Projektfokus |
|
| |
|
|
Mal abgesehen von den Postleitzahlengebieten – die GULP
Statistik führt auch interessante Erkenntnisse zu Tage, wenn
die Situation von IT-Freiberuflern aus bundesdeutschen Großstädten
betrachtet wird.
| Einsatzort |
Wohnort
im PLZ-Gebiet
|
| |
D0
|
D1
|
D2
|
D3
|
D4
|
D5
|
D6
|
D7
|
D8
|
D9
|
| Dresden |
3%
|
3%
|
14%
|
7%
|
10%
|
14%
|
14%
|
3%
|
17%
|
14%
|
| Berlin |
5%
|
43%
|
7%
|
3%
|
5%
|
6%
|
7%
|
7%
|
12%
|
4%
|
| Hamburg |
2%
|
8%
|
40%
|
8%
|
5%
|
5%
|
15%
|
5%
|
9%
|
2%
|
| Hannover |
1%
|
8%
|
5%
|
14%
|
16%
|
11%
|
20%
|
7%
|
16%
|
2%
|
| Düsseldorf |
1%
|
4%
|
5%
|
5%
|
35%
|
15%
|
15%
|
5%
|
12%
|
2%
|
| Köln |
1%
|
6%
|
6%
|
3%
|
15%
|
31%
|
17%
|
8%
|
8%
|
4%
|
| Frankfurt |
2%
|
4%
|
6%
|
4%
|
6%
|
9%
|
46%
|
9%
|
11%
|
3%
|
| Stuttgart |
2%
|
3%
|
4%
|
4%
|
5%
|
8%
|
16%
|
40%
|
15%
|
3%
|
| München |
2%
|
|
5%
|
4%
|
5%
|
5%
|
12%
|
8%
|
53%
|
4%
|
| Nürnberg |
3%
|
4%
|
5%
|
4%
|
4%
|
9%
|
16%
|
7%
|
21%
|
25%
|
| |
PLZ-Verteilung
kontaktierter Freiberufler für ausgewählte
Einsatzorte
|
|
Die generelle Tendenz: Wer für ein Projekt in einer Großstadt
IT-Spezialisten sucht, der kontaktiert bevorzugt Leute aus der
Stadt selbst oder der umliegenden Region. Dem Klischee der „Heimatverbundenheit“ entsprechen
beinahe erwartungsgemäß am meisten die Bayern, die für
ein Projekt in München 53 Prozent der in Frage kommenden Freiberufler
auch im Postleitzahlgebiet 8 kontaktiert.
Keine Regel ohne Ausnahmen: Einsatzort Dresden – um hier
an den IT-Spezialisten zu kommen, richten die Projektanbieter gleich
den Blick in die Ferne. Nur 3 Prozent werden im nahen Raum 0 kontaktiert,
17 Prozent jedoch in Bayern und jeweils 14 Prozent in den Postleitzahlengebieten
5 und 6.
Hannover überrascht. Wenn hier ein Projekt ansteht, dann
kontaktiert der Anbieter nur zu 14 Prozent die heimischen IT-Spezialisten;
er sucht lieber in Raum 6 (20 Prozent) bzw. in den Postleitzahlgebieten
4 und 8 (je 16 Prozent).
|
|
| Fazit |
|
| |
|
Nicht, wo gesungen wird, sondern wo
es Projekte gibt, da lass Dich nieder – die Auswertung zeigt,
dass auch im IT-Projektmarkt der Arbeitsplatz das bestimmende Kriterium
für die Wahl des Wohnsitzes ist. Und weil die Projekte vor
allem in den Postleitzahlengebieten 6 und 8 zu finden sind, zieht
es dorthin auch die Freiberufler.
In der Summe liegt der Unterschied von Angestellten und Freiberuflern
jedoch in der grundsätzlich stärker ausgeprägten
Mobilität der externen Spezialisten, die gerade auf ihrer
Suche nach Arbeit sich beweglich zeigen. Ob hierhin oder dorthin – Hauptsache,
es gibt ein gutes Projekt. Und wenn dann das Umfeld noch stimmt,
dann bleibt man auch gerne länger da.
Die negativen Folgen des Wanderungsmechanismus spüren vor
allem die neuen Bundesländer, denn dort fehlt es sowohl an
Projekten als auch an IT-Fachkräften: Wenn es keine Arbeit
gibt, dann ziehen die Leute weg. Wenn es keine Fachkräfte
gibt, überlegt es sich wiederum ein neues Unternehmen sehr
gut, ob es sich hier nieder lässt.
Diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist eine große Aufgabe
in der Zukunft. |
|
| Die Stichprobe |
|
| |
|
|
Die vorliegende Marktanalyse der monatlichen Entwicklung der Projektanfragen
beruht auf der statistischen Auswertung von 133.575 Projektangeboten,
die IT-Freiberuflern seit Januar 1998 über den GULP Server
zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen aus
den Profilen mit Angaben zum Wohnort und dem bevorzugten Einsatzort
und den Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen
vervollständigt. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis
der vorliegenden Marktanalyse mehr als 90 Prozent des deutschen
IT-Projektmarktes.
|
|
Kommentare zu diesem Artikel:
|