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Umfrage-Ergebnis Spezial:

IT-Projektmarkt im Aufwind?

(Oktober 2005)
 

Neuer Boom oder nur vorübergehende Hochphase im IT-Projektmarkt? Für einen Aufwärtstrend sprechen die seit über zwei Jahren stabilen und stetig wachsenden Zahlen der über GULP abgewickelten Projektanfragen. Das aktuelle Jahr bricht mit bislang 51.813 Anfragen (Stand: September 2005) sämtliche Rekorde. Zum Vergleich: Die Gesamtzahl der Anfragen im Jahr 2004 betrug 53.784. Das heißt, der Vorjahreswert wird bereits im Oktober geknackt werden. Damit entwickelte sich der IT-Projektmarktindex 2005 besser als von GULP zu Jahresbeginn prognostiziert (10% Wachstum für 2005).

GULP interessierte, wie die Projektanbieter die derzeit positive Marktlage beurteilen und was sie für den Rest des Jahres erwarten. Insgesamt 57 Teilnehmer beteiligten sich an der entsprechenden Ad-hoc-Umfrage.

 

Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage?
 
Ein neuer Boom bahnt sich an. 18%
Entspricht der allgemeinen wirtschaftlichen Entspannung. 46%
Es handelt sich nur um eine vorübergehende Erscheinung. 28%
Keine Entspannung feststellbar. 9%
 

Boom oder nur vorübergehende Phase? Für die deutliche Mehrheit der Befragten (92%) ist eine Entspannung auf dem Markt spürbar, allerdings mit unterschiedlichen Tendenzen.

o Skeptiker: Über ein Viertel (28%) zeigt sich noch skeptisch und bewertet den Aufwärtstrend als vorübergehende Erscheinung.
o Enthusiasten: Demgegenüber wittern 18% einen neuen, sich anbahnenden Boom.
o Realisten: Die relative Mehrheit (46%) der Projektanbieter führt die derzeitige Entwicklung auf die allgemeine Wirtschaftslage zurück.

Laut Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit befindet sich die deutsche Wirtschaft in einer konjunkturellen Erholung: So stieg im ersten Halbjahr 2005 die gesamtwirtschaftliche Leistung im Vergleich zum letzten Halbjahr 2004 an (Zunahme des BIP um ¾%). Für das zweite Halbjahr erwartet das BMWA, dass sich die wirtschaftliche Dynamik beschleunigt.

Das diese wirtschaftliche Erholung noch nicht bei allen IT-Freiberufler angekommen ist, zeigen immer wieder bei GULP eingehende Feedbacks von Freiberuflern, die händeringend nach Projekten suchen und mit einer schwierigen Auftragslage zu kämpfen haben.

Doch die Ergebnisse der Umfrage machen Mut, denn sie zeigen, dass der Bedarf an externen IT-Personal tatsächlich gestiegen ist.

 

Verzeichnen Sie eine verstärkte Nachfrage nach externer Projektunterstützung?
 
Ja, hat deutlich angezogen. 40%
Ja, aber nur gering. 37%
Nein, gleichbleibend. 14%
Nein, sogar rückläufig. 9%
 

Über drei Viertel der befragten Anbieter bestätigen, dass ihre Nachfrage nach Projektmitarbeitern gestiegen ist. Bei immerhin 14% ist die Nachfrage auf einem stabilen Niveau geblieben. Nur eine Minderheit von 9% beurteilt ihren Bedarf als rückläufig.

Diese Aussagen bestätigen damit die Beobachtungen im GULP IT-Projektmarktindex der sich in 2005 auf einem sehr hohen Niveau bewegt. Das bislang beste Monatsergebnis wurde im August mit 7.157 Projektanfragen erzielt.

GULP Profiledatenbank: Projektanfragen pro Monat

Bis September 2005 wurden im Schnitt 5.757 Projektanfragen pro Monat über GULP abgewickelt, im Vorjahreszeitraum waren es durchschnittlich 4.398. Das entspricht einem Zuwachs der Projektanfragen in 2005 um 31%. In der ersten Jahreshälfte 2005 lag die Steigerung noch bei 26,5%.

 

Welche Entwicklung erwarten Sie für das IV. Quartal?
 
Nachfrage steigt weiter. 37%
Nachfrage bleibt auf gleichem Niveau. 56%
Nachfrage sinkt. 7%
 

Die Mehrheit der Anbieter rechnet für die verbleibenden Monate des Jahres mit einer zumindest gleichbleibenden Entwicklung. Über die Hälfte spricht sich für eine solche aus. Mehr als ein Drittel der Anbieter zeigt sich noch optimistischer und prognostiziert einen weiteren Anstieg. Nur ein kleiner Teil denkt, dass der Bedarf sinken wird.

Der Blick auf den Projektmarktindex der vergangenen Jahre zeigt, dass das IV. Quartal immer auf einem ähnlichen Niveau verlief wie das III. Quartal, so dass eine zumindest gleichbleibende Entwicklung bis Jahresende zu erwarten ist.

GULP Profiledatenbank: Projektanfragen pro Quartal

Ähnliche Tendenzen zeigen sowohl der IT-Mittelstandsindex (Quelle: Tech Consult) als auch der ifo Geschäftsklimaindex. Laut IT-Mittelstandsindex hat die deutliche Mehrheit der Mittelständler für den Herbst positive Erwartungen. Dieser Optimismus zeige sich in allen gewerblichen Wirtschaftszweigen, allen voran bei Dienstleistern, dem Finanzgewerbe und im Handel. Nach ifo Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft Deutschlands schätzen die Unternehmen ihre Geschäftsaussichten für die nächsten sechs Monate nahezu unverändert ein.

Und was sagen die anderen Marktteilnehmer? Bei den Teilnehmern des GULP Stimmungsbarometer, unter denen vor allem IT Freiberufler zu finden sind, ist die Stimmung hinsichtlich der zu erwartenden Auftragslage seit längerem von Optimismus gekennzeichnet.

Es spricht also viel dafür, dass auch für die letzten Monate des Jahres mit einer entspannten Marktsituation gerechnet werden kann.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Ich muss leider auch die Erfahrung des ersten Kommentators teilen, ein Projekt, fünf Anfragen und Stundensätze über die ich nur herzlich lachen kann. Als Norddeutscher für ein Projekt in München angefragt zu werden und dann nur 40 Euro Stundensatz incl. allem ist meiner Meinung nach nicht das Telefonat wert. Aber es scheint das Wunschdenken vieler Vermittler zu sein Topkräfte zu Helpdeskkonditionen zu bekommen - wie kann es sein, dass ich bei "eigenen Kunden" oft das Doppelte der von Vermittlern gebotenen Stundensätze realisieren kann? (Dezember 2005)"

"Ich frage mich auch, ob an der Aussage des 1. Kommentators ("Gerade in letzter Zeit erhalte ich häufig Projektanfragen für ein und dasselbe Projekt von mehreren Vermittlern.") etwas dran ist. Eventuell sollte man die Lage nicht anhand der Anzahl der Anfragen ermitteln, sondern diese Anzahl durch die Anzahl der kontaktierten Freiberufler für ein Projekt teilen. Dass die Lage besser zu werden scheint, kann ich auch daran erkennen, dass vermehrt Anfragen kommen, ob ich als langjähriger Freelancer auch an einer Anstellung interessiert wäre. Das passiert eigentlich nur dann, wenn die Gehälter und Honorare wieder im Steigen begriffen sind, weil der AG sich noch mal günstig eindecken will. Wenn die Gehälter und Honorare fallen, ist es für den AG nicht interessant, wenn sie wieder steigen, ist es nicht interessant für den Freelancer. (Dezember 2005)"

"Aus meiner Erfahrung kann ich den Trend bestätigen und meinen Kollegen nur raten, sich jetzt nicht mehr unter Preis zu verkaufen. In einigen Bereichen, wie z.B. embedded-Systeme wird händeringend nach Externen gesucht. Ich kann mich vor Anfragen gar nicht mehr retten und kann nun auch wieder neben meinem jeweiligen Hauptprojekt auch kleine bis mittlere Zweit- und Drittprojekte durchführen, was bis vor kurzem praktisch unmöglich war. Und auch beim Stundensatz sind nun 70 Euro und mehr drin. (Dezember 2005)"

"Ich kann den Pessimismus der anderen nicht ganz teilen. In meinem Bereich - Embedded Systems - sieht es anders aus. Ich werde z.Z. mit Projektanfragen zugeschmissen, so dass ich mein Profil sperren mußte. Außerdem sind die Stundensätze stark gestiegen und meine Agentur hat zur Zeit Schwierigkeiten, für alle Kunden Freiberufler zu finden. Auch Festangestellte sind kaum noch zu haben. Die Situation hat sich seit 2003 massiv gebessert. Ich habe den Eindruck, dass Freiberufler, die im Augenblick mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben, vielleicht in der Festanstellung besser aufgehoben sind. (November 2005)"

"Meines Erachtens hat die wirtschaftliche Belebung mit der Anzahl der Projektanfragen überhaupt nichts zu tun. Aussagekräftiger wäre mal eine Darstellung darüber, wieviele Projekte tatsächlich besetzt werden. Gerade in letzter Zeit erhalte ich häufig Projektanfragen für ein und dasselbe Projekt von mehreren Vermittlern. Aufgrund des heutigen Preiskampfes kontaktieren die Vermittler aber gleich immer zehn Freiberufler um sich den billigsten auszusuchen. Wenn ein Endkunde sich nun seinerseits an fünf Vermittler wendet, werden unter Umständen 50 Projektanfragen losgetrampelt und es gibt, wenn überhaupt, nur eine Position zu besetzen. Meines Erachtens ist es doch so, je mehr Freiberufler Freikapazität haben, desto mehr Projektanfragen gibt es. In so einem Fall kann man doch nicht von wirtschaftlicher Erholung sprechen. (Oktober 2005)"

"Global nicht schlecht. Leider nicht detailliert genug. Unter IT 'tummeln' sich mittlerweile alle möglichen Sparten die miteinander nicht mehr viel Gemeinsamkeiten haben(vgl. was ist Elektrotechnik). Zumindest eine grobe Unterteilung (z.B. Datenbanken, SAP, Individual, Oberflächen, Security, CAB/Most, Prozessdaten, ... )würde mit Sicherheit aussagekräftiger sein. (Oktober 2005)"

"Als Freiberufler kann ich diesen Trend ebenfalls bestätigen. Leider ist das Verhalten vieler Consulting-Unternehmen und auch Endkunden immer noch stark vom Überangebot an Freiberuflern geprägt. Dies wird sich erst mit einer spürbaren Verknappung von Freiberuflern wieder positiv verändern, so dass auch wieder vernünftige Stundensätze angeboten werden. Dass dies eintreten wird, gilt als sicher, also ist die Devise "durchhalten". (Oktober 2005)"

"Es ist beruhigend zu wissen, dass es wohl wieder aufwärts geht. (Oktober 2005)"


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