Der BVSI kann Ihre Beobachtung auf jeden Fall bestätigen:
Die Auslastung von IT-Beratern hat deutlich zugenommen, der Projektmarkt
ist dabei, sich zu erholen. Dennoch ist es wichtig zu differenzieren.
In der Anwendungsentwicklung beispielweise ist der Druck durch Outsourcing
deutlich zu spüren. So mancher Auftrag in diesem Feld geht
nach Russland oder Polen, in die Tschechei oder nach Indien. Insgesamt
hat der Trend, Projekte in Übersee und im europäischen
Ausland abzuwickeln, deutlich zugenommen.
Und damit kommen wir zu den Ursachen der Konjunkturbelebung. Die
Entwicklung in der IT verläuft zyklisch. Zum Jahrtausendwechsel
haben die Unternehmen große Summen in die Informationstechnologie
investiert, die Geräte wurden auf den aktuellen Stand gebracht.
Viele Unternehmen haben ihre IT zum Jahr 2000 vollständig erneuert.
Zwei Phänomene kamen Anfang des neuen Jahrtausends zusammen.
Die Unternehmen haben ihre IT modernisiert und danach die Budgets
zurückgefahren. Nach dem Millenium kam es zum Einbruch der
Konjunktur und danach haben die Unternehmen notwendige Innovationen
auf die große IT-Projekthalde geschoben. Beide Effekte, der
IT-Projektstop und der Konjunktureinbruch führten zu der katastrophalen
Situation im IT-Markt. Da das Projektgeschäft aber zyklisch
abläuft - etwa alle drei bis vier Jahre investieren die Unternehmen
in neue IT - hat sich der Markt erwartungsgemäß ab Ende
2004 neu belebt.
Nach unserer Einschätzung wird sich die positive Tendenz des
vergangenen Jahres im Jahr 2006 fortsetzen. Wie es im Jahr 2007
aussehen wird, kann man aber nur vermuten. Man kann jedoch mit Sicherheit
sagen, dass sich die Wirtschaftslage der nahen Zukunft nicht an
der exzellenten IT-Marktlage von 1998/1999 messen lassen kann. Die
jetzige Marktsituation ist nicht vergleichbar mit der Situation
vor dem Jahrtausendwechsel. Heute gehen die Kunden nicht mehr so
großzügig mit ihren Budgets um. Die Unternehmen sind
wählerischer und verlangen nach profilierten Beratern.
Die Anforderungen an IT-Freiberufler sind definitiv gestiegen.
Früher akzeptierte der Kunde, dass ein IT-Freiberufler zu 85
oder 90 Prozent in ein Projekt passte. Den fehlenden Wissensbaustein
eignete sich der Freiberufler eben im Projekt an. Heutzutage gibt
es einen Überhang an qualifizierten IT-Freiberuflern und der
Kunde hat die Möglichkeit, sich den Berater auszusuchen, der
zu 100 Prozent in sein Projekt passt. Der Markt ist enger geworden.
Deshalb können wir aus unserer Erfahrung jedem IT-Freiberufler
nur raten, kontinuierlich in die eigene Weiterbildung zu investieren
und am Ball zu bleiben, um die neuesten Entwicklungen nicht zu verpassen. |