Manch Ding' will Weile haben – und so dauerte
es einige Jahre, bis ITIL vom britischen Office of Government Commerce
(wo es Ende der 90er entwickelt worden ist) über den Ärmelkanal
und in die deutschen Unternehmen gelangte. Im Sommer 2004 ist ITIL
der Mittelpunkt vieler Fachartikel, aber auch der häufige Anlass
für unwissendes Staunen. GULP wollte es genau wissen und fragte
bei den Projektanbietern nach – 98 von ihnen nahmen Stellung
zu ITIL.
ITIL, die „Information Technology Infrastructure Library“,
ist eine öffentlich
zugängliche Bibliothek, in der die wichtigsten IT-Prozesse
beschrieben werden, welche wiederum einen effizienten und effektiven
Betrieb der gesamten Infrastruktur eines Unternehmens ermöglichen
sollen. Das erklärte Ziel: Die zwischen der IT-Organisation
und ihren Kunden vereinbarten Service Levels einhalten.
Aber um die Möglichkeiten zu nutzen, muss man ITIL erst einmal
kennen. Und genau darauf zielte die erste GULP Frage ab:
Kennen Sie ITIL?
Nein, ITIL ist mir noch nicht bekannt. 12 %
Habe schon davon gehört, weiß aber nichts
Näheres. 21 %
Habe mich schon eingehend darüber informiert. 67 %
Die Projektanbieter, die auf www.gulp.de
kommen, wissen Bescheid. Mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer
haben sich über ITIL bereits intensiv kundig gemacht, für
weitere 21 Prozent ist das so genannte „Best Practice Framework“
zumindest kein absolutes Fremdwort mehr. Der Ansatz von ITIL stößt
also auf reges Interesse, was ja nicht bei allen neuen Lösungen
der Fall ist.
Welche Vorteile besitzt ITIL?
Kann ich nichts dazu sagen. 25 %
Macht IT-Serviceleistungen transparenter. 27 %
Verbessert die Qualität von IT-Prozessen. 43
%
Spart Kosten. 5 %
Ein Viertel hat noch keine Meinung, was der Verteilungslogik bei
der ersten Frage weitgehend entspricht: Diejenigen, die noch nie
von ITIL gehört haben, und etwa die Hälfte derjenigen,
die nichts Näheres wissen, aber sich bereits eine Meinung gebildet
haben – das sind zusammen über 20 Prozent.
Ein Weg zu mehr Qualität: Nach dem Willen der „Erfinder“
soll ITIL dazu beitragen, hochwertige IT-Dienstleistungen zu erbringen
und einzuhalten. Diese Auffassung teilen 43 Prozent der Umfrageteilnehmer
durch ihr Votum.
Etwas überraschend: Die Kostenersparnis, die in der freien
Marktwirtschaft das Argument Nummer 1 für die Mehrheit aller
Lösungen auf dem Markt ist, hat hinsichtlich ITIL nur für
5 Prozent der Projektanbieter eine herausgehobene Bedeutung.
Die Zukunft von ITIL?
Wird für viele Unternehmen unverzichtbar. 51
%
Eine Lösung unter vielen. 22 %
Wird wieder in der Versenkung verschwinden. 6
%
Keine Ahnung. 22 %
Modelle und Lösungen kommen und gehen – und vieles, was
heute absolut angesagt ist, kann morgen schon vergessen sein. Über
die Hälfte der Umfrageteilnehmer ist jedoch überzeugt,
dass ITIL noch ein langes und erfolgreiches Leben in den Unternehmen
beschieden sein wird. Dem wiederum halten 22 Prozent entgegen, dass
es letztlich nur eine Lösung unter vielen sein wird –
und 6 Prozent sehen schließlich keine ITIL-Zukunft.
Wer nun Recht behalten wird, GULP wird beizeiten darüber berichten.
Kommentare zu diesem Artikel:
"ITIL ist eine Notwendigkeit für viele IT Abteilungen. Oft sind sie technologisch gut ausgerüstet aber haben von Prozessmanagement keine Ahnung ( eher chaotisch). (September 2004)"
"Ich denke auch, dass man früher oder später an ITIL kaum vorbeikommt. (August 2004)"
"Es war wohl eher Mitte der 80er Jahre als Ende der 90er.... ;-) (Juli 2004)"
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