Der IT-Projektmarkt ist geprägt von Agenturen und Vermittlern.
Bei der GULP Umfrage zu „Der IT-Freiberufler und das Projekt“
nahmen 879 Freiberufler teil.
Wenn Sie die Wahl hätten, wie arbeiten Sie
lieber?
Direkt für den Endkunden. 65 %
Über eine Agentur. 5 %
Ist mir weitgehend egal. 31 %
Das Ergebnis ist deutlich: Knapp zwei Drittel bevorzugen den
direktesten Weg ins Projekt, nur fünf Prozent der Teilnehmer
an der Umfrage sind auch bei freier Wahl den Agenturen eng verbunden.
31 Prozent der IT-Freiberufler schließlich stehen der Wahl
unentschieden bzw. sogar gleichgültig gegenüber.
Wurde Ihnen schon einmal von einem Endkunden abgesagt, weil er keine direkten Verträge mit Freiberuflern macht?
Ja. 41 %
Nein, ich bewerbe mich nicht direkt beim Endkunden. 10 %
Nein. 49 %
Wo auch immer die Ursachen liegen – dem steht der einzelkämpfende
Freiberufler ziemlich hilflos gegenüber: 41 Prozent wurde bereits
von einem Endkunden abgesagt, weil jener keinen direkten Vertrag
mit ihnen machen wollte.
Und zehn Prozent versuchen die direkte Projektakquise schon gar
nicht; die Vormacht der Agenturen und Vermittler wird überdeutlich.
Noch eine Branchenbetrachtung:
Ergänzend zu den Umfrageergebnissen bringt eine zusätzliche
Analyse der kürzlich von GULP durchgeführten Branchenauswertung
Interessantes zu Tage – wenn man nun das Augenmerk auf das Verhältnis
der Projektabschlüsse „direkt beim Endkunden“ und
„über eine Agentur“ legt:
Erwartungsgemäß: Es gibt also keine Branche, in der nicht
die absolute Mehrheit der Projekte über eine Agentur abgeschlossen
wurde – Spitzenreiter sind hier die „Versicherungen“
(86,6 Prozent über eine Agentur) vor den „Banken“
(85,7 Prozent) und dem „Handel“ (85,1 Prozent).
Demgegenüber haben die Branchen „Medien“, „Beratung“
und „Behörden“ weit weniger Berührungsängste,
einen IT-Freiberufler direkt zu verpflichten. Im Mittelfeld schließlich
befinden sich die erklärten Aufsteiger-Branchen
„Telekommunikation“, „Elektronik“, „IT“
und „Automotive“.
Kommentare zu diesem Artikel:
"Akquisition ist ein kostenintensives Geschäft. Hinzu kommt die Zwischenfinanzierung. In meinem letzten Projekt habe ich pünktlich mein Geld bekommen. Die Agentur hatte ihren ersten Zalungseingang nach 5 Monaten. Mein Stundensatz betrug € 55,-. Der Handelsaufschlag der Agentur betrug € 12,50.
Wer sich schon eimal mit Marketing und Vertrieb beschäftigt hat kann diese Zahlen deuten.
Die € 12,50 Agenturkosten sind für den Endkunden insbesondere wenn er tausende von Freiberuflern beschäftigt immer noch günstiger als das Vertrags- und Zahlundsmanagement selber abzuwickeln. Hinzu kommen die Zinsverluste dürch Pünktliche Zahlung ;) (Juli 2004)"
"Nette Zahlen, aber nicht wirklich überraschend (April 2004)"
"Ich finde es auf deutsch gesagt leider zum Kotzen, daß die Agenturen solch eine Macht haben. Sie zweigen bis zu 30% des Stundenstatzes ab für eine kleinen Vertrag, der falls das Projekt baden gehen sollte sowieso alles wiederum auf den kleinen Mann abgewälzt wird. (April 2004)"
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