Marktstudie: Im Herzen der Banken, Teil 2
IT-Experten für die Core-Banking-Systeme Avaloq, Core 24, MBS und OSPlus fordern überdurchschnittlich hohe Stundensätze
Teil 1 | Teil 2
(Dezember 2009)
| Inhalt dieses Artikels: Stundensätze: Avaloq vorne | Wo trifft sich der Markt? | Etwas erfahrener und etwas älter | Fazit |
Nachdem in Teil 1 dieser zweiteiligen Marktstudie die vier Kernbankensysteme Avaloq, Core 24, MBS und OSPlus vorgestellt wurden, geht es nun um die externen IT-Spezialisten selbst. Sie fordern überdurchschnittlich
hohe Stundensätze, soviel steht fest. Dabei festigt Avaloq seine Sonderstellung als Schweizer – und in Deutschland trifft sich der Core-Banking-Markt wie erwartet zum allergrößten
Teil in und um Frankfurt am Main sowie in und um München. Auch die Daten für den zweiten Teil der Analyse lieferten die Profile der in die GULP Datenbank eingetragenen IT-Spezialisten, der
GULP Trend Analyzer und die über www.gulp.de an Freelancer zugestellten Projektanfragen.
| Stundensätze: Avaloq vorne | ||
Wie in Teil 1 der Marktstudie beschrieben, sind die Marktchancen im Kernbankenbereich gut – und die Stundensatzvorstellungen überdurchschnittlich:
![]() Selbstständige IT-Spezialisten mit Avaloq-Wissen fordern mit 87 Euro auch die höchsten durchschnittlichen Honorare. Sie liegen mit ihren Vorstellungen 17 Euro über dem allgemeinen Durchschnitt aller IT-Experten mit GULP Profil (70 Euro laut GULP Stundensatz-Auswertung). Aber auch die Freiberufler im Core 24-, MBS- und OSPlus-Bereich fordern mit jeweils 76 Euro sechs Euro mehr als der allgemeine Durchschnitt. Für die hohen Honorarvorstellungen der Avaloq-Selbstständigen gibt es eine einfache Erklärung, sieht man sich die Herkunft der untersuchten IT-Freelancer an.
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| Wo trifft sich der Markt? |
Fast die Hälfte (47,5 Prozent) der Avaloq-Spezialisten kommt aus der Schweiz – nicht verwunderlich angesichts der Tatsache, dass die meisten Banken, die dieses System
einsetzen, dort zuhause sind. Wiederum die Hälfte der Schweizer Avaloq-Spezialisten (55,2 Prozent) wohnen im Schweizer Postleitzahlgebiet 8 – also in und um Zürich oder Thurgau.
Bei den Eidgenossen liegen die durchschnittlichen Stundensatzforderungen aller IT-Freiberufler derzeit bei 85 Euro. Warum die Honorarvorstellungen der Schweizer höher sind,
erläutert eine Marktstudie zum Thema.
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| Etwas erfahrener und etwas älter |
Das durchschnittliche Alter der freiberuflichen Core 24-Spezialisten (48,2 Jahre), MBS- und OSPlus-Experten (jeweils 47,8 Jahre) liegt ein gutes Stück über dem allgemeinen
Schnitt aller IT-Freiberufler (42,0 Jahre). Avaloq-Freiberufler sind ebenfalls älter als der Durchschnitt, aber nur gute zwei Jahre (44,7 Jahre).
![]() Sowohl was das Alter als auch was die Berufserfahrung angeht, stechen erneut die Avaloq-Spezialisten heraus. Sie sind im Vergleich zu ihren Kollegen aus den anderen drei Bereichen etwas jünger und haben etwas weniger Berufserfahrung. Das ist interessant auch aufgrund der Tatsache, dass die Schweizer IT-Freelancer eigentlich tendenziell etwas älter sind und etwas mehr Berufserfahrung haben als der allgemeine Durchschnitt (siehe Marktstudie: "Warum sind die Stundensatzforderungen der Schweizer IT-Freelancer höher?"). Bei Avaloq sind die Hürden für Neueinsteiger wenn nicht geringer, dann zumindest übersichtlicher und besser definiert. Wer sich zum "Certified Avaloq Specialist" ausbilden lässt (wie in Teil 1 beschrieben), hat sehr gute Chancen als Entwickler und Parametrisierer. Das notwendige Wissen wird ihm in 16 Tagen beigebracht, danach kann der IT-Freelancer es in Projekten und durch Berufserfahrung vertiefen. Dafür ist der Markt für Avaloq allerdings auch relativ stark regional beschränkt auf die Schweiz. |
| Fazit |
| Avaloq wird am häufigsten in der Schweiz nachgefragt, deswegen fordern Spezialisten für dieses Kernbanksystem um einiges höhere Stundensätze als
ihre Kollegen, die sich mit den anderen drei untersuchten Systemen auskennen. Dennoch liegen alle relevanten Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen über dem Durchschnitt.
Bei Core 24, MBS und OSPlus trifft sich der Markt vor allem in den deutschen Postleitzahlgebieten 6 (Frankfurt am Main, Mannheim) und 8 (München, Ingolstadt).
Zwischen den einzelnen Systemen ist nicht viel um - Avaloq ausgenommen. Die Marktchancen für selbstständige IT-Experten stehen in den Bereichen Avaloq und OSPlus derzeit
am besten, aber für alle vier Systeme sehr gut. Freiberufliche Spezialisten für die untersuchten Kernbankenlösungen können aus drei Bereichen kommen: erstens aus dem Großrechner-und
Host-Umfeld, zweitens aus dem Cobol-, Java- oder Oracle-Bereich und drittens aus dem betriebswirtschaftlichen Gebiet. Immer aber verfügen sie über
ausreichend große Kenntnis der Banken-Branche. Völlige Neueinsteiger in die Bankwelt dürften es demnach schwer haben, als Freiberufler im Bereich Kernbankensysteme
Fuß zu fassen. Mehr Informationen zum Thema bei GULP:
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