Marktstudie: Die hohen Honorare der Schweizer
IT-Freelancer...

...sind nicht mehr ganz so hoch wie noch vor einem Jahr – aber weiterhin mehr als überdurchschnittlich

(August 2010)

In der GULP Profiledatenbank sind derzeit 1.850 selbstständige IT-Experten mit Wohnsitz Schweiz eingetragen. Vor etwa einem Jahr waren es 1.210 – die Zahl hat sich also um mehr als 50 Prozent gesteigert. Zeit, die Markstudie über Schweizer Freelancer in der GULP Knowledge Base zu aktualisieren. Warum IT-Freelancer in der Schweiz höhere Stundensätze fordern als in Deutschland oder Österreich, haben wir im Juli 2009 ergründet. Bei dieser Analyse soll nun im Vordergrund stehen, was sich auf dem Schweizer IT-Projektmarkt seit dem letzten Sommer getan hat. Dabei ist deutlich: Der Höhenflug der Stundensätze ist kurz unterbrochen. Die meisten Schweizer IT-Projekte werden in der Bank- und Finanzdienstleister-Branche angeboten – in einem Bereich, der sich wohl noch nicht richtig von der Krise erholt hat. Aber es geht schon wieder aufwärts.

Hinweis Hinweis zum Thema Wechselkurs und Währungen:
Alle IT-Freiberufler, auch die Schweizer, tragen in ihr GULP Profil ihren Stundensatz in Euro ein. Datenbasis der beiden Erhebungen (2009 und 2010) sind also Euro-Werte. Die Werte in Schweizer Franken, die in Klammern hinter den Euro-Werten stehen, dienen lediglich der Orientierung. Sie sollen vor allem unseren Schweizer Lesern einen Anhaltspunkt geben, wie hoch der jeweilige Euro-Wert nach derzeitigem Kurs in Schweizer Franken wäre. Um Wechselkursschwankungen zu vermeiden, wurden alle Euro-Werte - auch die Vergleichswerte des Vorjahres - zum am 21. Juli 2010 gültigen Kurs umgerechnet.
Höher als der Durchschnitt, aber niedriger als letztes Jahr
 
Der durchschnittliche Stundensatz der in die GULP Profiledatenbank eingetragenen Schweizer IT-Consultants ist seit Juni 2009 um 2,40 Euro gesunken. Aktuell fordern die Schweizer durchschnittlich 83,30 Euro (112,40 CHF) pro Stunde (2009: 85,70 Euro, 115,60 CHF). Wer hier jammert, jammert allerdings auf hohem Niveau, denn alle bei GULP eingetragenen IT-Freelancer (inklusive der mit Wohnsitz Schweiz) fordern laut GULP Stundensatzauswertung im Schnitt 70 Euro (94 CHF) und damit gut 13 Euro weniger.
Stundensatzforderungen der in der GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freelancer mit Wohnsitz in der Schweiz.

Die Grafik macht zwei Unterschiede deutlich:

Erstens den zwischen allen IT-Freelancern in der GULP Profiledatenbank (grün) und den Schweizer IT-Consultants 2010 (hellblau). So fordern zum Beispiel 46,4 Prozent aller Freelancer Stundensätze unter 70 Euro (94 CHF) – aber nur 18,8 Prozent der Schweizer IT-Consultants. Zweitens fällt auf, dass die Honorarforderungen der Schweizer seit Juli 2009 (dunkelblau) gesunken sind: Damals verlangten nur 14,1 Prozent von ihnen Honorare unter 70 Euro (94 CHF), also unterdurchschnittliche Stundensätze.

Dennoch und weiterhin: Der Schweizer Projektleiter (92 Euro, 124 CHF) fordert 14 Euro mehr als der durchschnittliche Projektleiter (78 Euro, 105 CHF), der Schweizer Admin (77 Euro, 104 CHF) 20 Euro mehr als der Admin im Schnitt (57 Euro, 77 CHF). Die größte Differenz zwischen Schweiz und allen Freiberuflern besteht aber beim Trainer: Alle selbstständigen Trainer (67 Euro, 90 CHF) haben durchschnittlich eine um 28 Euro niedrigere Honorarforderung eingetragen als die Schweizer (95 Euro, 128 CHF).

Es zeichnet sich ab, dass die Stundensatzsenkung nur temporär ist bzw. war. Das zeigt eine Auswertung derjenigen Profile, die in den letzten Monaten aktualisiert wurden - und in denen somit die aktuellsten Stundensätze stehen sollten. 20,4 Prozent der bei GULP eingetragenen Schweizer IT-Freelancer, die im Mai 2010 Angaben in ihrem Profil geändert haben, hatten nach der Aktualisierung einen - über dem Durchschnitt liegenden - Stundensatz zwischen 90 und 110 Euro (121 und 148 CHF) eingetragen. Im Juli 2010 waren es 26 Prozent, also schon wieder etwas mehr.

Stundensätze der IT-Freelancer vs. Salär in ICT-Branche
 

In der letzten Marktstudie von Juli 2009 hatten wir festgestellt, dass sich das (hohe) Preisniveau der Schweiz und das (niedrigere) der übrigen EU-Länder einander annähern. Wir haben die These aufgestellt, dass sich langfristig auch die erzielbaren Stundensätze (und damit die Stundensatzforderungen) der IT-Freelancer angleichen werden. Der durchschnittliche Stundensatz der Schweizer IT-Freelancer ist im letzten Jahr um 2,40 Euro gesunken - heißt das nun, dass die These bestätigt ist? Noch nicht unbedingt, denn erstens ist ein leichter Trend nach oben schon wieder festzustellen. Zweitens kann es sein, dass die Schweizer IT-Consultants einem vorübergehenden Preisdruck durch europäische Dienstleister ausgesetzt waren, der durch die Euro-Schwäche Anfang 2010 ausgelöst worden sein könnte. Im Juli 2009 kostete ein Nicht-Schweizer IT-Freiberufler, der 100 Euro verdienen wollte, etwa 150 Schweizer Franken. Ein Jahr später nur noch 130 Franken. Eine Experteer-Studie kam im April 2004 zu dem Schluss, dass die Schweiz das Hauptziel abwandernder Deutscher ist. 26 Prozent der deutschen Fachkräfte, die das Land verlassen, entscheiden sich für die Schweiz. Mit weitem Abstand folgen Großbritannien (acht Prozent) und die USA (sieben Prozent).Es bleibt abzusehen, wie sich die Preise in naher Zukunft entwickeln.

Dafür, dass das Sinken temporär ist, spricht auch, dass in der Schweiz die Saläre in der IT-Branche allgemein nicht gesunken sind – im Gegenteil. Der schweizerische Verband der Informations- und Kommunikationstechnologie (SwissICT) führt jährlich eine Salärumfrage durch, in die 40 Berufe der Informatik einbezogen werden. Die letzte Studie wurde im September 2009 veröffentlicht und kam zu dem Ergebnis: Das durchschnittliche Einkommen in der ICT-Branche in der Schweiz liegt bei 115.000 Franken (85.252 Euro) und damit 2,7 Prozent über dem Durchschnitt des Vorjahres. Berücksichtigt man nur die Neueinstellungen, sieht das Bild etwas anders aus: Die Basisgehälter der Einsteiger sind um drei Prozent auf 104.000 Franken (77.097 Euro) zurückgegangen. Die diesjährige Befragung läuft derzeit.

Das Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS) externer Link teilte mit, dass die Nominallöhne im Durchschnitt aller Branchen im ersten Quartal 2010 um 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Damit fällt die Steigerung etwas niedriger aus als 2009, als jedes Quartal um durchschnittlich jeweils 2,1 Prozent zulegen konnte. Dennoch ist kein Sinken in Sicht.

Vergleicht man das ganze Jahr 2009 mit 2008, fiel das Salärwachstum zum Beispiel im Kredit- oder Versicherungsgewerbe geringer aus als im Durchschnitt, wie die Grafik des BFS zeigt:

Nominallohnindex 2009 nach Wirtschaftszweig, Quelle; Schweizerischer Lohnindex, BFS

Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz sind im internationalen Vergleich übrigens weiter gestiegen. Über Lebenshaltungskosten werden immer wieder internationale Studien durchgeführt. Eine aussagekräftige ist die "Mercer’s cost of living survey" der Unternehmensberatung Mercer. In der 2008 durchgeführten Studie, die wir in der letzten Marktstudie referenzierten, belegten die beiden betrachteten Schweizer Städte Genf und Zürich Platz 8 und Platz 9. In der 2010 durchgeführten Auswertung ist Genf auf Platz 5 und Zürich auf Platz 8 vorgerückt.

Sinkende Stundensätze aufgrund der Branchen?
 

59,9 Prozent der bei GULP eingetragenen IT-Freelancer mit Wohnsitz Schweiz haben in ihrem Profil Stichworte wie Bank, Finanz, Kredit und ähnliches erwähnt. Das ist ein Hinweis darauf, dass sie in diesen Branchen tätig sind. Im Gegensatz zu anderen Branchen hat sich gerade der Banken- und Versicherungsbereich noch nicht von der Krise erholen können – zumindest was die Nachfrage im IT-Projektmarkt angeht. Einer der Gewinner war zum Beispiel die Automotive-Branche: Der Anteil an Anfragen, in denen externe Spezialisten für den Automotive-Bereich gesucht werden, hat sich innerhalb von zwölf Monaten mehr als verfünffacht (Juni 2009: 1,8 Prozent; Juni 2010: 9,8 Prozent). Davon profitierte der Projektmarkt vor allem (aber nicht nur) im Süden und Westen Deutschlands. In der Schweiz gibt es seit 1975 keine Autoproduktionsstätte mehr und nur noch wenige mittelständische Hersteller von Bussen, Nutzfahrzeugen und Elektromobilen.

Insgesamt fiel die Halbjahresbilanz im IT-Projektmarkt sehr erfreulich aus: Der GULP IT-Projektmarktindex zählte in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr als 61.000 Projektanfragen. Damit wurden knapp 30 Prozent mehr Angebote an IT-Freiberufler zugestellt als in der ersten Jahreshälfte 2009.

Der Großteil der Schweizer Projekte über www.gulp.de wird bei Endkunden aus den Branchen Banken, Versicherung und Pharma durchgeführt. Dort sind zwar die Stundensatzforderungen der IT-Freelancer höher als in anderen Bereichen: Während alle bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler durchschnittlich 70 Euro (94 CHF) pro Stunde fordern, liegen die Honorarvorstellungen aller Selbstständigen in der Bank- und Versicherungsbranche bei 81 Euro (109 CHF), also um 11 Euro höher.

Aber der Anteil an Projektanfragen konnte sich in den letzten zwölf Monaten nicht steigern, wie die Grafiken zeigen (Hinweis: Für die Branchenauswertungen wurden alle Projektanfragen über GULP gezählt, nicht nur die, in denen Consultants für die Schweiz gesucht werden!):

Anteil der Projektanfragen aus der Banken-Branche an allen Projektanfragen; Quelle: www.gulp.de
Anteil der Projektanfragen aus der Versicherungs-Branche an allen Projektanfragen; Quelle: www.gulp.de

Auch sind die Schweizer IT-Freelancer derzeit recht aktiv: In den letzten drei Monaten haben 432 Schweizer IT-Freiberufler ihr Profil aktualisiert. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 47. Die Schweizer Consultants sind anscheinend derzeit oder bald auf Projektsuche. Denn ein IT-Freelancer kümmert sich in der Regel dann verstärkt um sein Skill-Profil, wenn er verfügbar ist oder wird.

Die deutschen IT-Freelancer denken langsam wieder daran, an der Stundensatzschraube zu drehen: "Die Zeit der Dumping-Stundensätze ist vorbei", schreibt einer von ihnen im GULP Forum für Freiberufler. Währenddessen bekommen die Schweizer von der Fahrt nach oben scheinbar noch recht wenig mit. In den Branchen, in denen sie vorrangig im Einsatz sind, sinken die Anteile an Projektanfragen.

Dabei geht es der Wirtschaft in der Schweiz gut: Das Konjunkturbarometer der KOF (Konjunkturforschungsstelle der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich) konnte sich im Juni gegenüber Mai verbessern und steigt damit bereits seit Mai 2009 kontinuierlich an. "Die Konjunkturerholung dürfte sich fortsetzen", so die Macher des Barometers.

Die KOF befragt regelmäßig auch Unternehmen verschiedener Branchen zur aktuellen Stimmung, zuletzt im April 2010. Von den befragten Wirtschaftssektoren meldeten nur noch das Gast- und Baugewerbe sowie die Banken eine rückläufige Leistungserstellung. Die meisten Branchen gehen für die Zukunft von einer spürbar steigenden Nachfrage aus, wobei der Optimismus gegenüber der letzten Quartalsbefragung durchweg noch zugenommen hat. Ausnahmen: Die Banken blickten noch sehr zögerlich nach vorne und die Versicherungen befürchteten als einzige in den auf April folgenden drei Monate eine sinkende Nachfrage. Dasselbe Bild im weiteren Ausblick: "In den nächsten sechs Monaten wird – außer bei den Versicherungen – in allen Branchen eine weitere Belebung der Geschäftsentwicklung erwartet", so die KOF. Das stimmt mit den GULP Auswertungen überein.

Nachfrage gesamt: relativ stabil
 
In den letzten zwölf Monaten wurden über die GULP Server 4.711 Projektanfragen verschickt, in denen Consultants für die Schweiz (Einsatzort) gesucht wurden – über alle Branchen hinweg. Diese Anfragen für Projekteinsätze gingen bevorzugt, aber nicht nur an IT-Freelancer mit Wohnsitz in der Schweiz – grundsätzlich werden diejenigen der bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler kontaktiert, die für das Projekt aufgrund ihrer Qualifikation am besten in Frage kommen.
Anteil der Projektofferten in der Schweiz an allen über GULP angefragten IT-Projekten von Juni 2008 bis Juni 2009.

Wie die Grafik zeigt, war der Anteil der Schweizer Projekte an allen IT-Projekten über GULP im Juli 2010 (4,0 Prozent aller Anfragen) in etwa genauso hoch wie im Vorjahresmonat (4,4 Prozent). Über zwölf Monate betrachtet wurden 4,7 Prozent aller über GULP angebotenen Projekte in der Schweiz durchgeführt. Von Juni 2008 bis Juli 2009 waren es nur 4,3 Prozent. Also auch wenn es in der Grafik nach leichtem Sinken aussieht – durch die guten Werte im Januar und März 2010 konnte sich der Anteil im Schnitt steigern.

Alter und Berufserfahrung: unverändert
 
Eines hat sich nicht verändert seit dem letzten Sommer: Ein Grund, warum die Schweizer IT-Freelancer höhere Honorare fordern konnten, war, dass sie tendenziell etwas älter und etwas erfahrener als ihre deutschen Kollegen sind. Das sind sie immer noch.
Lebensalter der in der GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freelancer mit Wohnsitz in der Schweiz.

Die relative Mehrheit der Schweizer IT-Freelancer ist zwischen 40 und 44 Jahre alt (25,8 Prozent), das ist auch bei allen bei GULP eingetragenen Freiberuflern so (26,4 Prozent). Während alle IT-Freiberufler im Durchschnitt 43 Jahre alt sind, sind die Schweizer im Schnitt 45. 2009 waren sie im Schnitt übrigens noch ein Jahr jünger, also gibt es auch hier immer mehr ältere IT-Freiberufler. Auch die Salärumfrage von SwissIT stellte fest, dass der Altersdurchschnitt der Erwerbstätigen in der ICT-Branche seit 2005 rechnerisch um 1,4 Jahre auf 41,8 Jahre gestiegen ist. "Zu erkennen ist auch, dass wegen des fehlenden Nachwuchses der Überalterungstrend nicht gestoppt werden kann", teilte SwissICT mit.

Berufserfahrung der in der GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freelancer mit Wohnsitz in der Schweiz.

Bei der Berufserfahrung gibt es in der Schweiz auch keine Besonderheiten: Die hellblauen und grünen Säulen in der Grafik sind sich ziemlich ähnlich. Auch in der Schweiz gibt es nur sehr wenige Freelancer, die über weniger als zehn Jahre Berufserfahrung verfügen (3,8 Prozent). Auf 20 bis 24 Jahre Erfahrung blickt die relative Mehrheit aller IT-Selbstständigen (23,9 Prozent) zurück, und auch die relative Mehrheit der Schweizer (26,4 Prozent). Im Schnitt blicken alle IT-Freiberufler auf 19 Jahre IT-Erfahrung zurück, die Schweizer Consultants auf 20.

Regionale Verteilung: Zürich/Thurgau gewinnt
 
Der Vollständigkeit halber: Wo in der deutschsprachigen Schweiz spielt sich der IT-Projektmarkt ab?
Regionale Verteilung der in der GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freelancer mit Wohnsitz in der Schweiz.

Fast die Hälfte der bei GULP eingetragenen Schweizer IT-Experten wohnt in der Region Zürich/Thurgau (CH8. 49,2 Prozent). Dort wird vor allem Deutsch gesprochen. In den Westschweizer Postleitzahlgebieten CH1 (Lausanne, Genf) und CH2 (Neuchâtel, Le Locle), wo vorwiegend Französisch gesprochen wird, sind nur 2,4 Prozent der IT-Freelancer zu Hause – was nicht verwunderlich ist, da GULP sich an den deutschsprachigen IT-Projektmarkt richtet.

Fazit
 

Ja, die Stundensatzforderungen der Schweizer IT-Consultants sind in den letzten zwölf Monaten ein bisschen gesunken. Auch der Anteil der Projektanfragen in den Branchen, in denen die meisten Projekte durchgeführt werden, geht leicht zurück. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass die Schweizer Freelancer immer noch um 13 Euro höhere Stundenhonorare fordern. Auch trotz der höheren Lebenshaltungskosten ist die Selbstständigkeit in der IT in der Schweiz weiterhin sehr lukrativ. Erholt sich der IT-Projektmarkt weiter so stark wie in der ersten Jahreshälfte, dürfen wohl auch die Eidgenossen wieder auf (noch) höhere Honorare hoffen.

Hinweis Für diese Marktstudie wurden einerseits GULP Profile von IT-Freelancern mit Wohnsitz in der Schweiz ausgewertet (zum Beispiel nach Stundensatz, Lebensalter, Berufserfahrung, Herkunft), andererseits die über den GULP Server zugestellten Projektanfragen, in denen externe IT-Spezialisten für die Schweiz gesucht wurden (für die Nachfrage).

Mehr Informationen zum Thema bei GULP:

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Kann es sein, dass das scheinbare Sinken der Stundensätze der Schweizer nur ein Scheineffekt ist, weil der Euro nachgegeben hat? Meine eigenen Recherchen ergeben, dass für typische Software- und Hardwareprojekte heute in 2011 durchaus 5%-10% mehr gezahlt wird, als in 2008 - dies aber in Franken!!!! Damals stand der Franke noch 1.60 zu 1 - heute ist er bei 1.40 angelangt. Je nachdem welche Zeitebenen man aufeinander bezieht, liegt man da schief. Umgekehrt ist es z.B. so, dass man Lieferungen in die Schweiz derzeit besser bezahlt bekommt, als die Kunden, dieselben Franken sehen, während es hier mehr Euro sind. Deutsche Fl müssten in der Schweiz derzeit gut anbieten können - wenn die Vermittler den Wechselkursvorteil durchlassen. (März 2011)"

"Hinsichtlich Lebenshaltungskosten in der CH: Die sind mehr als ausgeglichen aufgrund der tiefere siehe sehr tiefere Steuersätze in der CH (*)im Vergleich mit den Nachbarländern. Dies sowohl für natürliche als auch für juristische Personen. Last but not least, eine GmbH (oder auch eine AG) in der CH zu gründen ist kostengünstiger (benötigte Kapital) und schneller (wenig Bürokratie) als in Deutschland und Frankreich. (*) Achtung: grosse Unterschiede zwischen Kantonen und auch zwischen Gemeinden, aufgrund des Steuerwettbewerbs. Sehr attraktiv sind z.B. den Kt. Zug (juristische Personen) und den Kt. Schwyz, Bezirk Höfe (juristische und natürliche Personen). (August 2010)"

"Abgesehen davon haben in der CH ansäßige, quellenbesteuerte ausländische FL (und auch Angestellte) ab einem Jahressalär von CHF 120.000 die Möglichkeit, sich nachträglich regulär veranlagen zu lassen. Mit allen Vor- und Nachteilen: je nach Kanton kann der Schuß auch nach hinten losgehen! (August 2010)"

"Ganz egal wie hoch die Quellensteuer ist, sie ist (fast) immer niedriger als die Einkommenssteuer in Deutschland. (August 2010)"

"Höhere Stundensätze in der Schweiz! Super, nichts wie hin! Tja, leider sind die genannten Bruttostundensätze für die Schweiz nicht einmal die halbe Wahrheit und geben keinen Hinweis darauf, was unter dem Strich übrig bleibt. Ich arbeite seit Jahren als deutscher FL mit Wohnsitz in D in unterschiedlichen Kantonen und Arbeitsverhältnissen in der Schweiz. In der Regel ist es in der Schweiz so, daß als ausländischer Freelancer ein projektbezogenes, befristetes Anstellungsverhältnis auf Stundensatzbasis gewünscht und auch sinnvoll ist. Auch in der Schweiz gehen fast alle Angebote über Projektanbieter, mit denen der Vertrag abgeschlossen wird. In einem schweizer Anstellungsverhältnis ist man sozialversicherungspflichtig und unterliegt der Notwendigkeit(!) zusätzlich eine Krankenversicherung abzuschließen. Die meisten Projektanbieter, die ich kennengelernt habe sind der Auffassung, das auch der gesetzliche Arbeitgeberanteil vom FL getragen werden muß. Wenn das nicht so ist, sind auch die Bruttostundensätze deutlich niedriger. Also, wenn man von den genannten höheren Stundensätzen in der Schweiz ausgeht, muß man bedenken, das die vollen Beiträge und die Kosten für eine Krankenversicherung vom Bruttostundensatz abgezogen werden müssen. Diese Kosten -etwa 20-25% des Stundensatzes- fallen bei einer Projektarbeit in D nicht an! Im Gegensatz zu der Quellensteuer ist die Regelung der Sozialabgaben kantonal nahezu gleich. Die Quellensteuer kann von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich sein. Man kann für ein bestimmtes Gehalt in Zug ca. 15% aber in Bern 24% Quellensteuer bezahlen. Dabei muß man bedenken, dass die Quellensteuer monatsbezogen ist und auch bleibt. Das bedeutet, dass es keinen Unterschied macht, ob man 3 Monate oder ein Jahr in der Schweiz gearbeitet hat. Die zu bezahlende Quellensteuer richtet sich nicht nach den Jahreseinkünften und kann damit in der Regel nicht durch einen jahresbezogenen Steuerausgleich reduziert werden. Hotel- und Reisekosten reduzieren damit die zu bezahlende Quellensteuer nicht. Es gibt noch einige andere Konstellationen, die man bei einem Projekteinsatz in der Schweiz in Betracht ziehen kann. Leider bleibt das Ergebnis unter dem Strich mehr oder weniger dasselbe! Wenn man also von den höheren Bruttolöhnen in der Schweiz etwa 20-25% an zu zahlenden Sozialabgaben und Versicherungskosten abzieht, sinkt der höhere schweizer Stundensatz auf ein Niveau ab, der oftmals weit unter den in D bezahlten Sätzen liegt. Ob sich dann noch der Einsatz in der Schweiz lohnen kann, hängt dann entscheidend von der Höhe der zu zahlenden Quellensteuer und anderen Faktoren ab. Selbst der Umstand, dass mit der Bezahlung der Sozialabgaben eine Betriebsrente und stattliche Rente erlangt wird, kann nicht unbedingt beruhigen. Einerseits will man oftmals keine zusätzlichen -schlecht verzinsten- Rentenzahlungen tätigen, weil man bereits eigene Vorkehrungen getroffen hat. Andererseits hat man offenbar auf die spätere Auszahlung einer staatlichen Rente nur dann einen Anspruch, wenn man irgendwann im beruflichen Leben ohne Unterbrechung mindestens 12 Monate beitragspflichtig in der Schweiz gearbeitet hat. Also, lohnt es sich wegen der höheren Stundensätze in der Schweiz zu arbeiten? Manchmal! (August 2010)"

"Zu Zitat: "Wer hier jammert, jammert allerdings auf hohem Niveau, denn alle bei GULP eingetragenen IT-Freelancer (inklusive der mit Wohnsitz Schweiz) fordern laut GULP Stundensatzauswertung im Schnitt 70 Euro (94 CHF) und damit gut 13 Euro weniger". Sie dürfen nicht vergessen, dass die Lebenshaltungskosten in der Schweiz (und das gilt vor allem auch, wenn man dort als FL extern im Einsatz ist, z.B. für die Hotelpreise & das Essen) lt. aktueller Studie im Schnitt 30 % höher sind als in D. Das machen die 11%, die ein FL lt. Ihrer Statistik in der Schweiz mehr verdient nicht mehr wett... (August 2010)"

"2,40 Euro. Ahja....Na das ist richtig schlimm wenn man vergleicht, daß teilweise FL in Deutschland 2009/2010 Leerlaufzeiten von >= 6-12 Mon. in Kauf nehmen mußten :) CH ist wohl in einigen IT-Bereichen im Gegensatz hierzu eher der Dauerbrenner für Projekte?! Da scheint es mir pure Ironie, daß gerade gerne Schweizer Agenturen versuchen, deutsche FL für 65 Euro zu rekrutieren.... haben wirs mit Dumping schon Inland CH nicht geschafft, probieren wir es in D weiter.... Hoffentlich ist nicht die Grundempfehlung aus dem Artikel, daß ein deutscher FL sich fürs gleiche CH-Salär von 83-85 Euro ALL-IN einkaufen läßt. Warum auch, wenn sich für das Know-How niemand in der CH zu lokalen Preisen findet? Gerade Personal-/Recruitingagenturen scheinen immer wieder gerne zu vergessen, daß in vielen Gulpprofile die eingetragenen Stundensätze EXCL. Reise-/Übernachtungskosten/Spesen und Reisezeiten sind. Das gilt auch für CH-FL in Bern/Basel die nach Zürich reisen oder umgekehrt. Wir D-FL sollten den CH-Firmen in Bern KEINE Billigkonkurrenz sein! Das wird oft allzugerne von Vermittlern übersehen, auch für D-FL, die 250-450km per PKW/Zug oder Flug zum Kundeneinsatzort anreisen - und das auf FL-Kosten? Nein Danke! (August 2010)"