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Unter der Lupe: Wie steht's um ABAP?

Die Marktsituation für die SAP-spezifische Programmiersprache

(August 2001)
Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

GULP Information Services untersuchte die aktuelle Situation für ABAP im IT-Projektmarkt. Im Vordergrund der Analyse standen die aktuelle Nachfrage und die Entwicklung der Stundensätze für die SAP-spezifische Programmiersprache. Desweiteren verglichen wir ABAP mit den gängigsten Programmiersprachen der Branche, C++ und Java. Die vorliegende Marktanalyse fasst die wesentlichen Ergebnisse der im GULP-o-meter, GULP Trend Analyzer und GULP Stundensatz Kalkulator errechneten Trends zusammen.

2001 scheint ein gutes Jahr für Projekte im Bereich SAP zu werden. Die Nachfrage-Entwicklung im IT-Projektmarkt spricht ganz für das Walldorfer ERP-System (ERP=Enterprise Resource Planning). Entgegen dem allgemeinen Markttrend in der IT-Branche stieg die Zahl der Projektanfragen für SAP weiter an. Gleiches läßt sich über die Nachfrage für Dienstleistungsunternehmen durch Projektendkunden feststellen: SAP ist im Juli 2001 die am häufigsten gesuchte Kategorie im GULP Dienstleister Guide, dem spezialisierten Verzeichnis der IT-Dienstleister im Internet. Uns interessierte, ob auch Software-Entwickler in Sachen ABAP von der günstigen Marktsituation profitieren können und nahmen die Marktsituation für die SAP-Programmiersprache in dieser Studie unter die Lupe.

 

Der Markt: Die monatlichen Projektanfragen im Vergleich
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In aller Kürze:
o ABAP erfreut sich aktuell einer überdurchschnittlich guten Nachfrage.
o Das Nachfragemaximum wird im April 2001 mit 6,3 Prozent aller Projektanfragen erreicht.
o Verglichen mit der allgemeinen Nachfrage für SAP-Know-how, ist der Anteil der ABAP-spezifischen Projektanfragen eher gering.
o Auch gegenüber Java und C++ nimmt ABAP eher die Rolle eines Aussenseiters ein.


Wie sieht die aktuelle Nachfrage-Situation für SAP im Allgemeinen und ABAP im Besonderen aus? Diese Frage beantwortet der GULP Trend Analyzer. Das Online-Tool errechnet in Echtzeit aus 54.972 Projektanfragen, die seit August 1999 über den GULP Server gingen, die aktuelle Marktlage. Desweiteren stellen wir ABAP der Marktsituation der beiden gängigsten Programmiersprachen im IT-Projektmarkt, C++ und Java, gegenüber. Abbildung 1 und Tabelle 1 fassen die Ergebnisse der Berechnungen durch den GULP Trend Analyzer zusammen.

ABAP wird im Zeitraum von August 1999 bis Juli 2001 in durchschnittlich 2,4 Prozent aller Projektanfragen gefordert, dieProjektanbieter IT-Freiberuflern in diesem Zeitraum über den GULP Server zustellen. Im April 2001 klettert die Nachfrage mit 6,3 Prozent auf ein Maximum. Das Minimum wird im August 2000 erreicht: ABAP ist im Sommer letzten Jahres nur noch in 0,5 Prozent der monatlichen Projektanfragen gefragt. Liegt die durchschnittliche Nachfrage für die SAP-Programmiersprache im Vorjahr noch bei 1,9 Prozent, so übertrifft das laufende Geschäftsjahr bislang diese Vorgabe: Die mittlere Nachfrage für ABAP-Know-how beträgt von Januar 2001 bis Juli 2001 überdurchschnittliche 3,1 Prozent. Aktuell liegt die Nachfrage bei einem Anteil von 3,3 Prozent aller Projektanfragen, die im Juli 2001 IT-Freiberuflern über GULP zugestellt wurden.

Zum Vergleich die aktuelle Marktsituation für SAP-Know-how im Allgemeinen: Während in den neun Monaten von April 2000 bis Dezember 2000 der Anteil der Projektanfragen für das Walldorfer ERP-System um einen mittleren Wert von 6,3 Prozent schwankt, bringt der Jahreswechel ein starkes Nachfrage-Plus. Die Projektanfragen steigen im Januar und Februar zunächst auf einen Anteil von etwa 10 Prozent, um dann in den Folgemonaten den Aufwärtstrend weiter fortzusetzen. Die Entwicklung gipfelt schließlich im Juli 2001 bei einem Anteil von 15,7 Prozent aller Projektanfragen, die über GULP den IT-Freiberuflern zugestellt wurden. Das ist der höchste Wert seit März 1999.

Der Vergleich mit ABAP (siehe Abbildung 1) zeigt, dass der Trend für die ABAP-Projektanfragen nicht mit der Entwicklung für SAP-Know-how im Allgemeinen übereinstimmt. Eine Ausnahme bildet allerdings der Zeitraum Dezember 2000 bis Juni 2001. Hier verlaufen die Nachfrage-Kurven für ABAP und SAP parallel. Erst im Juli 2001 endet diese Entwicklung wieder - während die Projektanfragen für SAP ansteigen, sinkt die Nachfrage für ABAP.

Besonders herauszustellen ist die große Diskrepanz zwischen dem Anteil an Projektanfragen für SAP-Know-how im Allgemeinen und den Anfragen für ABAP. Der Vergleich läßt darauf schliessen, dass es sich bei einem Großteil der SAP-Projekte um Beratung oder Projektleitung im SAP-Umfeld handelt, der Anteil für ABAP-spezifische Projektanfragen nimmt sich demgegenüber eher gering aus.

Diagramm: Monatliche Projektanfragen für ABAP im Vergleich zu  SAP allgemein

ABAP
SAP (allgemein)
Abbildung 1: Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen in Prozent für ABAP im Vergleich zu SAP (allgemein).

Wie kann die Marktlage für ABAP eingeordnet werden? Zur Klärung dieser Frage lohnt ein Vergleich mit den gängigsten Programmiersprachen im IT-Projektmarkt: C++ und Java.
Die Gegenüberstellung mit den Projektanfragen für diese Programmiersprachen zeigt, dass das SAP-spezifische ABAP im IT-Projektmarkt eher als Aussenseiter gelten muss. C++ und Java bewegen sich auf einem hohem Nachfrage-Niveau, das zum Teil sogar oberhalb der 20 Prozent-Marke angesiedelt ist. Spitzenwerte werden von Java im Juni 2000 mit 28,4 Prozent und von C++ im Oktober 2000 mit 21,1 Prozent erreicht. Die Rangreihe der am meisten nachgefragten Programmiersprachen für den Juli 2001 (Tabelle 1) verdeutlicht, dass trotz der überdurchschnittlich guten Nachfrage, ABAP aktuell nicht zu den Top5 der Programmiersprachen im IT-Projektmarkt zählt. In der Rangreihe taucht ABAP erst auf Platz 16 auf:

Rang
Programmiersprache
Anteil an den Projektanfragen
1
C und C++
16 Prozent
2
Java
11 Prozent
3
Cobol
10 Prozent
4
SQL
9 Prozent
5
Natural
5 Prozent
...
... ...
16
ABAP
3 Prozent
Tabelle 1: Rangreihe der am meisten gefragten Programmiersprachen im Juli 2001
 

 

Das Geld: Die Stundensätze im Vergleich
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In aller Kürze:
o ABAP-Entwickler verdienen überdurchschnittliche DM 163.
o C++-Entwickler können mit durchschnittlichen DM 137 rechnen.
o Der mittlere Stundensatz eines Java-Entwickler liegt bei überdurchschnittlichen DM 142.
o Verglichen mit den Stundensätzen von SAP-Experten auf anderen Projektpositionen ist der ABAP-Stundensatz eher niedrig.


Wie sieht die Entwicklung der Stundensätze für Software-Entwickler aus, die ihren fachlichen Schwerpunkt auf ABAP gelegt haben? Der GULP Stundensatz Kalkulator beantwortet jedem Interessierten in Sekundenschnelle diese Frage. Abbildung 2 zeigt das Ergebnis der Berechnung durch das GULP Service Tool seit dem Februar 1999. Demnach verdienen ABAP-Entwickler überdurchschnittlich gut. Den Schwankungen zwischen Februar 1999 und August 2000 zum Trotz, kann insgesamt ein positiver Trend ausgemacht werden. Aktuell beträgt der mittlere Stundensatz für einen spezialisierten ABAP-Entwickler DM 163. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Stundensatz aller bei GULP eingetragenen Software-Entwickler, unabhängig von ihrem fachlichen Schwerpunkt, stieg seit August 1997 kontinuierlich an und liegt aktuell bei DM 138.

Angesichts des Stundensatzes der spezialisierten ABAP-Entwickler nehmen sich die mittleren Stundenhonorare der Java- und C++-Experten fast als günstig aus. Noch vor drei Jahren verdiente ein spezialisierter C++-Entwickler DM 109 in der Stunde. Heute ist der Stundensatz um 26 Prozent auf durchschnittliche DM 137 angestiegen (siehe Abbildung 3). Eine anderen Entwicklung offenbart sich bei den Java-Experten: Im August 1998 steht das mittlere Honorar für Java-Spezialisten bei DM 145. Im Februar 1999 wird der Stundensatz wohl an die veränderten Marktanforderungen angepasst und sinkt auf unterdurchschnittliche DM 117. Seitdem steigen die Stundensätze für Java kontinuierlich an. Derzeit kann ein Entwickler mit dem fachlichen Schwerpunkt auf dieser Programmiersprache mit überdurchschnittlichen DM 142 rechnen (siehe Abbildung 4).

Stellt man allerdings den mittleren Stundensatz eines ABAP-Entwicklers dem durchschnittlichen Honorar für verschiedene Positionen im SAP-Projekt gegenüber, dann relativiert sich der vergleichsweise hohe Studensatz: Ein SAP-Projektleiter verdient DM 187 in der Stunde und auch ein spezialisierter SAP-Berater oder SAP-Trainer hat einen höheren Stundensatz (siehe Tabelle 2).

Position
Stundensatz
SAP-Projektleiter
DM 187
SAP-Berater
DM 174
SAP-Trainer
DM 171
Tabelle 2: Die Stundensätze für verschiedene Positionen im SAP-Projekt (Juli 2001).
 

Diagramm: Die Entwicklung des Stundensatzes für einen ABAP-Entwickler

Software-Entwickler ABAP
Software-Entwickler unabhängig
vom fachlichen Schwerpunkt
Abbildung 2: Die Entwicklung des mittleren Stundensatzes für einen Software-Entwickler mit Schwerpunkt ABAP.

Diagramm: Die Entwicklung des Stundensatzes für einen C++-Entwickler

Software-Entwickler C++
Software-Entwickler unabhängig
vom fachlichen Schwerpunkt
Abbildung 3: Die Entwicklung des mittleren Stundensatzes für einen Software-Entwickler mit Schwerpunkt C++.

Diagramm: Die Entwicklung des Stundensatzes für einen Java-Entwickler

Software-Entwickler Java
Software-Entwickler unabhängig
vom fachlichen Schwerpunkt
Abbildung 4: Die Entwicklung des mittleren Stundensatzes für einen Software-Entwickler mit Schwerpunkt Java.
 

 

Fazit
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Die Verteilung der Projektanfragen für ABAP

Abbildung 5: Verteilung der Projektanfragen für ABAP nach Ländern und Postleitzahlgebieten.

ABAP-spezifische Projekte sind im Vergleich zur Nachfrage für SAP-Know-how im Allgemeinen weit weniger häufig. Dennoch können auch ABAP-Entwickler von der guten Nachfrage für SAP im IT-Projektmarkt profitieren - diesen Schluß legen zumindest die Zahlen für das laufende Geschäftsjahr nahe. Seit dem Jahreswechsel bewegen sich die Projektanfragen auf einem, für ABAP, überdurchschnittlich hohen Niveau. Als SAP-spezifische Programmiersprache ist ABAP auch im Vergleich zu C++ oder Java naturgemäß weitaus seltener gefragt.

Die Analyse der regionalen Verteilung der Projektanfragen für ABAP zeigt, dass die SAP-Programmiersprache vorrangig in den "IT-Hochburgen" Deutschlands gefragt ist. So entfallen insgesamt 41,1 Prozent der Projektanfragen auf die Postleitzahlengebiete D6, D8 und D2 (siehe Abbildung 5). Die größte Nachfrage entfällt im Juli 2001 mit einem Anteil von 15 Prozent auf das süddeutsche "IT-Mekka" München, gefolgt vom Frankfurt am Main und den Hansestädten Hamburg und Bremen. Einzig in Mecklenburg-Vorpommern (Postleitzahlengebiet 0), in Österreich und in der Schweiz haben die ABAP-Experten derzeit schlechte Karten: Auf diese Region und Länder entfallen insgesamt nur 1,6 Prozent der Projektanfragen für ABAP.

Die Analyse der Stundensätze zeigt, ABAP-Entwickler können sich zu den "Besserverdienenden" der Entwickler-Zunft zählen. Die allgemeine Entwicklung der Stundensätze für ABAP-Entwickler folgt tendenziell dem positiven Trend der Honorare für Software-Entwickler und bewegt sich mit DM 163 und einem Wachstum von 5,8 Prozent seit Februar 1999 auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Jedoch ist anzumerken, dass verglichen mit den Stundensätzen der SAP-Experten auf anderen Projektpositionen, der ABAP-Stundensatz eher als niedrig einzustufen ist.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob sich der aktuelle "Nachfrage-Boom" für SAP im IT-Projektmarkt fortsetzen und sich die Projektanfragen für ABAP diesem Trend wieder anschliessen wird. Jeder Interessierte ist herzlich dazu eingeladen, die aktuellen Entwicklungen mit Hilfe der kostenlosen Service-Tools GULP-o-meter, GULP Trendanalyzer und GULP Stundensatz Kalkulator selbst mitzuverfolgen.

Weitere Artikel zum Thema Programmiersprachen:
o Das Java-Millennium (Februar 2000)
o Cobol lebt! (Januar 2001)
o Java und C++ im Vergleich (April 2001)

 

 

Die Stichprobe
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Die vorliegende Marktanalyse der monatlichen Entwicklung der Projektanfragen beruht auf der statistischen Auswertung von 54.972 Projektangeboten, die IT-Freiberuflern seit August 1999 über den GULP-Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Informationen aus den Profilen der über 25.000 bei GULP eingetragenen IT-Freiberufler und Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen vervollständigt. Letztere basieren auf den Log-Dateien des GULP Dienstleister Guides. Dieses spezialisierte Online-Verzeichnis der IT-Dienstleister ist Anlaufstelle für alle Unternehmen, die einen geeigneten Partner und Dienstleister für ihre anstehenden IT-Projekte suchen. Die Informationen aus dem GULP Dienstleister Guide geben zuverlässig darüber Aufschluss, welche Subunternehmer aktuell gesucht werden. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis vorliegender Marktanalyse mehr als 70 Prozent des deutschen IT-Projektmarktes.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"PLZ von Mecklenburg-Vorpommern fangen mit 1 an und nicht mit 0. 0 ist Dessau bis Zwickau und östlich von Erfurt bis Bautzen. (März 2009)"

"Prima Analyse, nur ein wenig alt. Wie wäre es mit einer Neuauflage? (Oktober 2007)"

"Schreiben Sie uns Ihre Meinung zu diesem Artikel Einfach Klasse Gruss (November 2002)"


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