Anfang dieses Jahres waren sich IT-Freiberufler
und Projektanbieter weitgehend einig, dass Java, Oracle und SQL
die Aufsteigerskills
2007 sein würden. Ein Blick in den IT-Projektmarktindex
gibt ihnen Recht: Im ersten Halbjahr wurden diese drei Qualifikationen
- neben SAP - besonders oft von Unternehmen nachgefragt.
Unschlagbarer
SAP-Projektanteil
Bis Mitte diese Jahres stellte GULP
über ein Drittel (36 %) mehr Projektanfragen
als noch im Vorjahr an externe IT-Spezialisten zu. Am häufigsten
nachgefragt wurden freiberufliche SAP-Berater, an die sich im Schnitt
ein Viertel (24 %) aller Projektangebote richteten. Zwar kamen die
Programmiersprache Java sowie die Datenbank-Skills SQL und Oracle
an diesen Wert nicht ganz heran, erzielten aber ebenfalls beachtliche
Projektanteile:
Über alle sechs Monate hinweg entwickelten sich
die Projektangebote für Java- und SQL-Spezialisten mit einem
Anteil von durchschnittlich rund 16 % auf etwa gleichem Niveau. Oracle-Experten
waren noch in rund 15 % aller über GULP angebotener IT-Projekte
gesucht. Während die drei vorgenannten Skills im Ostermonat April
von der feiertagsbedingten "Projektflaute" betroffen waren,
nahm der SAP-Projektanteil davon völlig unbeeindruckt weiter
zu.
Nach diesen Zahlen haben SAP-Selbstständige auftragsmäßig
klar die Nase vorn. Dies bestätigt auch folgende Betrachtung:
Während über ein Drittel (36 %) der bei GULP registrierten
IT-Freiberufler (61.754, Stand Juli 2007) in Java und SQL versiert
sind und sich noch etwas mehr als ein Viertel (28 %) mit Oracle
auskennen, ist der Anteil von freiberuflichen SAP-Beratern mit 15
% deutlich geringer. D.h. die Konkurrenz ist hier weitaus überschaubarer.
Eine detaillierte Analyse von 100 solcher Expertenprofile je Skill
ergab, dass die Oracle- und SQL- Spezialisten dieses Jahr im Schnitt
zehnmal für IT-Projekte kontaktiert wurden. Java-Fachleute
kamen bis dato auf einen Mittelwert von elf Anfragen. Spitzenreiter
sind – wenig überraschend – die SAP-Selbstständigen,
die durchschnittlich 13 Mal von Anbietern angefragt wurden. D.h.
diese erhielten mindestens zwei Anfragen pro Monat.
Oracle-Hochburg
D6
Bei allen vier Skills war die Nachfrage
in den Regionen um München (D8) und Frankfurt am Main (D6)
am höchsten. Dennoch sind bestimmte regionale Präferenzen
erkennbar:
So werden im bayerischen Raum (D8) Java- und SQL-Experten
sichtbar stärker gesucht: Jedes fünfte Projektgesuch in
dieser Region betraf eine der beiden Qualifikationen. Oracle-Know-how
wird dagegen häufiger in der Bankenmetropole D6 (Frankfurt am
Main) benötigt. Die Nachfrage nach SAP konzentriert sich dagegen
weniger in den beiden Ballungsgebieten des IT-Projektmarktes, sondern
verlagert sich zusätzlich in den Norden Deutschlands (D2) sowie
den Raum Nordrhein-Westfalen (D5 und D4) mit dem Ruhrgebiet sowie
Wirtschaftsbezirken wie Aachen, Köln und Düsseldorf.
SQL
finanzielles Schlusslicht
Der durchschnittlich geforderte Stundensatz
aller bei GULP eingetragener IT-Freiberufler lag Ende Juli bei 68
Euro. Trotz seit längerem steigender Honorare haben sich insbesondere
SQL-Spezialisten mit 64 Euro pro Stunde noch nicht auf diesem Preisniveau
eingependelt:
Anders dagegen freiberufliche Oracle-Experten, die
mit 69 Euro pro Stunde überdurchschnittliche Honorare kalkulieren.
Damit sind sie jedoch noch weit entfernt von den Stundensätzen,
die SAP-Selbstständige verlangen. Mit im Schnitt 82 Euro führen
diese die Preisliga bei den hier untersuchten Skills an. Allerdings
sind ihre Honorare im letzten halben Jahr mit einem Plus von einem
Euro weniger stark gestiegen. Wenn auch auf niedrigerem Niveau erhöhten
Java- und SQL-Experten dagegen im gleichen Zeitraum um zwei Euro.
Kommentare zu diesem Artikel:
"Ich kann mich nur der zweiten Meinung anschliessen und auf einen interessanten Artikel in der c't 1/2009 verweisen. (Januar 2009)"
"Nur der bezahlte Stundensatz an den Freiberufler ist hier spannend - und der fehlt wieder einmal. (März 2008)"
"Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen!
SAP: fast immer ist Geschäftsprozess-Know-How nötig,
Oracle: sehr oft für Geschäftskritische 7x24-Systeme bei Banken&Versicherungen,
Java: häufig Enterprise-SW-Entwicklung bei großen Konzernen und
SQL: kann alles sein von der 1-MB-Datenbank mit 2 Usern bis High-End-7x24, das verschlechtert den Durchschnittswert.
Meine These ist:
Die Preise hängen nicht von der Technologie ab, sondern von der Nähe zum Geschäftsprozess und der Abhängigkeit des Kunden von der jeweiligen Leistung. Diese zweidimensionalen Auswertungen sind nicht besonders spannend. Für die Auswertung von REGION - BRANCHE - KUNDENGRÖSSE - TECHNOLOGIELEVEL - PROZESSNÄHE in einer Studie ist aber die Datenbasis wohl nicht groß genug. (Dezember 2007)"
"Diese Informationen sind wirklich sehr aufschlussreich und helfen bei der Selbstbewertung und Kalkulation. (November 2007)"
"Hallo, um seine eigenen Std.-sätze besser einordnen zu können, wäre bzgl. SAP eine Trennung zwischen Programmierung und Beratung hilfreich, da es dort doch einige Preisunterschiede gibt. (August 2007)"
"Gute Übersicht (August 2007)"
"Als Microsoft SQL Server 2000 und 2005 Spezialist mit Desaster Recovery, Tuning, C#.NET und VLDB-Know-How muss man sich nicht mit 60 Euro begnügen. Gute BI-Leute liegen z.T. jenseits von gut&böse (>100 Euro)- allerdings sind die Projektlaufzeiten in diesem Bereich mit 2-4 Wochen nicht sonderlich hoch. (August 2007)"
"Der Artikel hat mir wichtige Informationen zur Marktsituation gegeben. (August 2007)"
"Sehr guter Überblick über die aktuelle Marktsituation! (August 2007)"
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