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Unter der Lupe: Cobol lebt!

Auch in der Ära von Internet und E-Business bleibt Cobol für Mainframe-Anwendungen wichtig

(Januar 2001 )
Inhalt dieses Artikels:
Der Markt | Das Geld | Fazit | Stichprobe
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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

Das gute alte Cobol, als Programmiersprache zwar nie richtig ernst genommen, hatte über Jahrzehnte hinweg die zentrale Stellung in der IT vieler Unternehmen inne. Gerade was Definition und Formulierung von Geschäftsprozessen angeht, war diese Programmiersprache der ersten Stunden stets die pragmatische Wahl. 20 Jahre später, im Zeitalter des E-Business mit seinen objektorientierten Programmiersprachen Java und C++, sollte nun entgültig das letzte Stündlein des Veteranen geschlagen haben. Doch der Schein trügt. Cobol setzt erneut zum Sprung an.

GULP Information Services untersuchte die aktuelle Situation von Cobol im IT-Projektmarkt. Vorliegende Marktanalyse fasst die wesentlichen Ergebnisse der in GULP-o-meter und GULP Trend Analyzer errechneten Trends zusammen.

 

Der Markt: Stetiges Ansteigen der monatlichen Projektanfragen
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Seit Anfang des Jahres 2000 nehmen die Projektanfragen für Cobol stetig zu. So verlangten im letzten Quartal des vergangenen Geschäftsjahres allein 10,3 Prozent aller offenen Positionen diese Programmiersprache als Qualifikation. Der Vergleich mit den modernen Sprachen Java und C++ offenbart Unerwartetes: Die Nachfrage für Java und C++ ist in diesem Zeitraum tendenziell rückläufig, während Cobol einen starken Aufschwung erfährt. Der Anteil an entsprechenden Projektanfragen für den Veteranen hat im Dezember 2000 mit 13,5 Prozent gar das Niveau von C++ erreicht. Abbildung 1 skizziert die genannte Entwicklung.

Entwicklung der monatlichen Projektanfragen für Cobol, Java und C++

Java
C++
Cobol
Abbildung 1: Entwicklung der monatlichen Projektanfragen für Cobol, Java und C++.

Cobol
MVS
Abbildung 2: Entwicklung der monatlichen Projektanfragen
 
   
Zieht man ein passendes Betriebssystem zur Analyse hinzu, unterstreicht die nähere Betrachtung von MVS denn auch, was der Experte bereits vermutete: Die Korrelation der Nachfrage-Entwicklung für Cobol und MVS verweist auf einen beinahe linearen Zusammenhang. Betrachtet man Abbildung 2, so sticht insbesondere das letzte Quartal 2000 ins Auge. Die Trendkurven für Cobol und MVS nehmen dort einen parallelen Verlauf.  

 

Das Geld: Die Stundensätze für Cobol-Entwickler
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Um es gleich vorweg zu nehmen, Cobol-Spezialisten verdienen nur durchschnittlich. Der marktübliche mittlere Honorarsatz für einen Cobol-Entwickler pendelt sich bei DM 137 pro Stunde ein. Damit liegt der Cobol-Experte im Bereich des durchschnittlichen Stundensatzes im IT-Projektmarkt. Allerdings verweist Abbildung 3 auf ein überproportionales Wachstum der Honorare im Zeitraum Juli 1999 bis Januar 2000. Cobol-Entwickler erzielten in dieser Zeit überdurchschnittliche Honorare. Ab Juli 2000 nähert sich der Stundensatz dem mittleren Stundensatz im IT-Projektmarkt wieder an. Die Bandbreite der Honorarforderungen bewegt sich im wesentlichen von DM 110 bis DM 180. Mehr als 60 Prozent der Stundensätze sind dabei im Bereich zwischen DM 130 und DM 150 angesiedelt.

Cobol
freiberuflicher Durchschnitt
Abbildung 3: Die Entwicklung des Stundensatzes für einen Cobol-Entwickler und des durchschnittlichen marktüblichen Stundensatzes.

 

Auch der Vergleich mit Java und C++ lohnt: Java-Experten verdienen mit DM 140 im Schnitt nur drei Mark mehr als ihre Cobol-Kollegen. C++-Spezialisten erhalten DM 135. Die Stundensätze bewegen sich also auf dem selben Niveau im Bereich des durchschnittlichen Stundensatzes für IT-Freiberufler.

Programmiersprache
Stundensatz
Cobol
DM 137
Java
DM 140
C++
DM 135
freiberuflicher
Durchschnitt
DM 136
 

 

Fazit: Cobol, der Alte im Hintergrund nach oben
   

Das ausgewertete Zahlenmaterial verweist zumindest auf ein temporäres Revival der Saurier Cobol und MVS. Dafür sprechen auch die Ergebnisse der aktuellen Umfrage vom Dezember. Fast 70 Prozent der Teilnehmer sehen MVS auch in Zukunft als wichtige Größe der IT-Welt. Den Rückschluss auf eine Cobol oder MVS Renaissance gestatten die Ergebnisse allerdings nicht. Sicher ist, Cobol ist und bleibt im Mainframe Bereich immer noch die dominierende Programmiersprache. Daran ändern auch Java und C++ (noch) nichts. Zuviele Anwendungen basieren auf dieser Sprache und werden wohl auch in Zukunft nicht abgelöst werden. Kurzum, Cobol lebt, wenn auch im Hintergrund und das wohl noch für geraume Zeit.
Wer will, der kann die Marktentwicklung selbst weiterverfolgen. Aktuelle Zahlen finden sich im GULP-o-meter oder lassen sich in Echtzeit im GULP Trend Analyzer errechnen.

 

 

Die Stichprobe nach oben
   

Vorliegende Marktanalyse beruht auf der statistischen Auswertung von 29.380 Projektangeboten, die seit Dezember 1999 IT-Freiberuflern über den GULP-Server zugestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch Information aus den Profilen der 20.000 bei GULP eingetragenen IT-Freiberuflern und Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen vervollständigt. Letztere basieren auf den Log-Dateien des GULP Dienstleister Guides. Dieses spezialisierte Online-Verzeichnis der IT-Dienstleister ist Anlaufstelle für alle Unternehmen, die einen geeigneten Partner und Subunternehmer für ihre anstehenden IT-Projekte suchen. Die leistungsfähigsten Dienstleister präsentieren hier ihre Kompetenzen, von der Netzwerkwartung bis zur Konzeption und Implementierung von E-Business-Lösungen. Die Informationen aus dem GULP Dienstleister Guide geben zuverlässig darüber Aufschluss, welche Subunternehmer aktuell gesucht werden. Insgesamt repräsentiert die Datenbasis vorliegender Marktanalyse mehr als 80 Prozent des deutschen IT-Projektmarktes.

 

 


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