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Unter der Lupe: Und der Markt bewegt sich
doch!
Wie die Akteure auf dem kriselnden IT-Projektmarkt
agieren
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(November 2002)
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Inhalt dieses Artikels:
Der Angebotsmarkt bleibt hinter
den Erwartungen zurück | Der
Stundensatz als Marktindikator | aktive
Projektakquise | Das Fazit
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GULP Information Services untersuchte die Auswirkungen der angespannten
Lage in der IT-Branche auf den IT-Projektmarkt. Vorliegende Marktstudie
fasst die wesentlichen Ergebnisse einer Analyse des IT-Projektmarktes
zusammen. Das Datenmaterial basiert auf den Statistiken der GULP
Dienste zur Vermittlung von IT-Freiberuflern und den Berechnungen
der GULP Service Tools GULP-o-meter,
GULP Trend Analyzer und GULP
Stundensatz Kalkulator.
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| Der IT-Projektmarkt dümpelt seit Monaten
in einer anhaltenden Flaute. IT-Entscheider streichen angesichts leerer
Kassen die Segel, Freiberufler kapitulieren, die Branche wartet auf
eine belebende Brise. Die abwartende Zurückhaltung spiegelt sich
im GULP IT-Projektmarktindex (vgl. Stimmung
und Trend im GULP-o-meter) deutlich wider. GULP untersuchte, wie
die Akteure auf dem kriselnden IT-Projektmarkt agieren. |
| Projektangebote
bleiben hinter den Erwartungen zurück |
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Rückblick erstes Halbjahr 2002: Der Jahresauftakt bescherte
dem IT-Markt nach dem tiefen Stand im Dezember 2001 ein ordentliches
Wachstum, ohne jedoch die Januar-Werte des Vorjahres zu erreichen.
Nach dem Kehraus an Aschermittwoch sackte die Anzahl der Projektangebote,
die über die GULP Profiledatenbank
an IT-Freiberufler zugestellt wurden, kurzfristig ein. Aber auch
der Frühling brachte dem IT-Projektmarkt keine Entspannung:
Ende März erreichte der Marktindex für IT-Projekte nur
ca. 55 Prozent des ersten Vorjahresquartals. Nach dem ersten Quartal
charakterisierte ein stetes Auf und Ab des Marktes die Entwicklung.
Der Frühsommer bescherte dem IT-Projektmarkt im Juni zwar ein
kurzzeitiges Wachstum, blieb aber unter den Vorjahreswerten. Zur
Halbzeit 2002 stand es somit wie folgt: Der IT-Projektmarktindex
erreichte in den ersten beiden Quartalen 2002 nur 57 Prozent des
Vorjahreswertes.
Der Verlauf im zweiten Halbjahr: Wurde im Juli nochmals ein Peek
an Projektanfragen verzeichnet, wendete sich im August das Blatt
und es machte sich die "große Sommerflaute" bemerkbar.
Im September fielen die Projektanfragen auf den tiefsten Stand in
2002. Die Folge: Zum Abschluss des dritten Quartals 2002 verlor
der IT-Projektmarktindex rund 42 Prozent gegenüber dem vergleichbaren
Zeitraum des Vorjahres.
Allmählich kehrt Besserung ein: Die Projektangebote für
IT-Freiberufler blieben bis Ende Oktober nur knapp hinter den Vorjahreswerten
zurück und das Jahresendgeschäft steht noch vor der Tür.
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2001
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2002
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Abbildung 1: Entwicklung
der wöchentlichen Projektanfragen, die 2001 und 2002
IT-Freiberuflern über die GULP Profiledatenbank zugestellt
wurden.
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Aber längst nicht alle Anbieter von IT-Projekten reagieren
angesichts der Marktentwicklung des laufenden Jahres mit Zaudern
auf die angespannte Situation. Es lassen sich zwei gegensätzliche
Strategien ausmachen: Die einen verhalten sich derzeit abwartend
und ziehen ihr Engagement zurück. Andere Unternehmen hingegen
begreifen die momentane Marktsituation als echte Chance: Sie zeigen
Flagge, positionieren sich als aktive Marktteilnehmer und gewinnen
dadurch bei der stattfindenden Marktbereinigung heißumkämpfte
Marktanteile dazu. Beispielsweise ist im Oktober die Anzahl der
offenen IT-Positionen im GULP Roboter,
der zentralen Plattform zur Ausschreibung von IT-Projekten, im Vergleich
zu September um 16,3 Prozent auf knapp 800 Offerten gestiegen.
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Der Stundensatz als Marktindikator |
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Wie reagieren IT-Freiberufler auf die dürftige Angebotslage
auf dem IT-Projektmarkt? Der Marktwert, also der gezahlte Stundensatz
eines IT-Freiberuflers ist ein Indikator für die Nachfrage
auf dem IT-Projektmarkt. Hinsichtlich der in Projekten gezahlten
Stundensätze müssen sich qualifizierte IT-Freiberufler
jedoch keine Sorgen machen. In einer seit dem 25. Oktober 2002 laufenden
Online-Befragung unter bei GULP eingetragenen IT-Freiberuflern will
GULP wissen, welche Stundensätze in der Praxis erzielt werden
und welche Auswirkungen die aktuelle Marktlage auf die Honorare
hat. Die vorliegende Stichprobe von 265 Einträgen, welche vom
25.10. bis 07.11.02 getätigt worden sind, lässt aufhorchen:
Es werden weiterhin gute Löhne gezahlt.
So beträgt der tatsächlich bei Vertragsabschluss in 2002
erzielte Stundensatz hauptberuflicher IT-Freiberufler im Schnitt
€ 72,78 - bei durchschnittlich 15 Jahren Berufserfahrung in
der IT. Das Niveau der momentan in Projekten bezahlten Stundensätze
deckt sich also mit den Angaben in den bei GULP hinterlegten Freiberufler-Profilen:
In 10.539 aktuellen Profilen hauptberuflicher IT-Freiberufler liegt
der Durchschnittswert des geforderten Stundensatzes bei € 73
(bei durchschnittlich 13 Jahren Berufserfahrung).
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Projekt
beginn
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Ø-Std.-satz
aus "Stundensätze
in der Praxis"
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Ø-Std.-satz
aus dem GULP Stundensatz Kalkulator
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2002
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EUR 72,78
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EUR 73
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In den durchgeführten Projekten der vorliegenden Stichprobe
wurden oder werden aktuell Stundensätze von normaler Schwankungsbreite
gezahlt. Dabei reichen die gezahlten Honorare beispielsweise für
C++ Entwickler von € 58 bis € 75, was einer durchschnittlichen
Vergütung von € 67 entspricht - ein Wert, der vom GULP
Stundensatz Kalkulator untermauert wird: Der durchschnittlich
geforderte Stundensatz bei 940 ausgewerteten Profilen von IT-Freiberuflern
mit C++ als fachlichem Schwerpunkt beträgt auch hier €
67. Die Mehrheit (58,3 Prozent) der C++ Spezialisten verlangt einen
Stundensatz zwischen € 60 und € 70.
Die aus der Stichprobe "Stundensätze in der Praxis"
gewonnenen Erkenntnisse lassen zumindest diesen Schluss zu: Allem
Anschein nach bewegen sich die Stundensatzverhandlungen trotz der
derzeitigen Marktlage in einem fairen Rahmen und es werden nur in
den seltensten Fällen wirkliche Dumpinglöhne gezahlt -
wenn auch das Niveau der Stundensätze im Vergleich zum Vorjahr
(Ø-Std.-satz von € 77,35 gemäß der Stichprobe)
klar gefallen ist. Siehe dazu auch die letzte GULP
Stundensatz-Auswertung: Hier wurden die Stundensatzforderungen
in den Profilen der Freiberufler analysiert und mit der Anzahl der
Kontakte von Projektanbietern an diese Stundensatzgruppen verglichen.
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| aktive
Projektakquise der IT-Freiberufler |
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Welche Auswirkungen hat die angespannte Situation im IT-Projektmarkt
auf das Verhalten der IT-Freiberufler? Waren sie in den letzten
Jahren so stark nachgefragt, dass sie oft kaum eigeneAnstrengungen
unternehmen mussten, um einen Auftrag zu erhalten, besteht jetzt
die Notwendigkeit der aktiven Projektakquise.
Anhand der Nutzungsfrequenz des GULP
Roboters ist die gesteigerte Aktivität gut nachzuverfolgen.
Allein dieser GULP Dienst, mit dem IT-Freiberufler aktiv nach den
für sie interessantesten Projektangeboten recherchieren, erzielte
seit Oktober 2001 einen Zuwachs von 59,6 Prozent bei den monatlichen
AdClicks (Anzahl der vom Benutzer tatsächlich aufgerufenen
Links, die hinter den Firmenpräsentationen im GULP Roboter
liegen) auf aktuell 186.630. Bei den Suchanfragen konnte der GULP
Roboter seit Oktober 2001 eine 48 prozentige Steigerung auf mehr
als 120.350 pro Monat verzeichnen (siehe Abbildung 2).
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Suchanfragen
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AdClicks
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Abbildung 2: Nutzungsfrequenz
des GULP Roboters durch IT-Freiberufler bis Oktober 2002.
Aufgeführt werden die Suchanfragen und die AdClicks
auf die Projektofferten der Projektanbieter.
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TOP10
der Einsatzorte
außerhalb von D, A und CH
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1
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Großbritannien |
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2
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Niederlande |
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3
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Luxemburg |
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4
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Irland |
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5
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Belgien |
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6
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Spanien |
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7
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Frankreich |
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8
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Italien |
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9
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Dänemark |
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10
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Schweden |
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Seit dem 4. Oktober können bei GULP eingetragene IT-Freiberufler
ihr bestehendes GULP Profil um eine englischsprachige Version erweitern
sowie zusätzlich ihre gewünschten Einsatzorte aus einer
weltweiten Länder- und Regionenliste auswählen und haben
so die Möglichkeit, sich zum internationalen Projekteinsatz
anzubieten.
Die EU-Mitgliedsstaaten genießen ebenso wie die Schweiz,
die im Rahmen des bilateralen
Abkommens mit der EU ihren Arbeitsmarkt geöffnet hat, hohes
Interesse bei mobilen IT-Freiberuflern. Auf Datenbasis von über
6.000 Profilen, die seit der Freischaltung durch die Freiberufler
aktualisiert worden sind, haben wir eine TOP10 der europäischen
Einsatzorte (ausserhalb von D, A und CH) erstellt (Stand: Oktober
2002).
Dabei zählen Großbritannien, Irland und die Niederlande
neben Deutschland, Österreich und der Schweiz zu den beliebtesten
europäischen Einsatzorten (siehe auch Umfrage-Ergebnis: Projekte
im Ausland? Ja, yes, sì, oui!).
Mit der GULP Kleinanzeige für
Freiberufler wird ein weiterer Service zur Projektakquise stark
nachgefragt: In diesem Jahr beschrieben durchschnittlich knapp 130
IT-Freiberufler pro Monat ihr Wunschprojekt in einer GULP Kleinanzeige.
GULP stellt das Projektgesuch namhaften Unternehmen vor, welche
im deutschsprachigen Raum mit IT-Freiberuflern zusammenarbeiten.
Die Zugriffszahlen auf die GULP Seiten (GULP
Server Statistik) erreichten einen Rekord-Höchststand:
Alleine im Oktober zählte das Portal für IT-Projekte mehr
als 1.856.000 PageImpressions (Seitenansichten). Dies entspricht
einer Steigerung von knapp 19 Prozent gegenüber dem Vormonat.
Auch diese Zahlen lassen den Schluss auf die verstärkte Aktivität
der IT-Freiberufler zu.
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| Fazit:
Ist die Talsohle durchschritten? |
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Es ist viel Bewegung im Markt - das gibt Anlass zur Hoffnung, dass
sich die Branche aus ihrer Starre gelöst hat. Die Akteure sind
auf dem IT-Projektmarkt wieder verstärkt zugange. Zwar ist
es für eine Entwarnung noch zu früh, doch auch die Analysten
waren sich im Oktober einig:
Laut Gartner Dataquest planen europäische Unternehmen im kommenden Jahr ihre IT-Ausgaben
um über drei Prozent zu erhöhen. Nach einer Prognose
der
IDC
planen europäische CIOs ihre Ausgaben im kommenden Jahr um
sechs Prozent zu erhöhen. Und nun machen auch die Investmentbanker
von Merrill Lynch
auf Grundlage ihres UmfrageergebnissesHoffnung auf steigende IT-Investitionen.
Die Hoffnung richtet sich nun auf das Jahresendgeschäft und
den sogenannten Budget-Flush, das Aufbrauchen der Reste aus den
Jahresetats der Unternehmen. Wer Gewinn gemacht hat, wird ihn nicht
versteuern wollen. Wie lange werden sich IT-Entscheider noch mit
Investitionen zurückhalten? Wird es ein eisiger Winter für
die Branche? Erst wenn die Zahlen für das letzte Jahresviertel
vorliegen, lässt sich wohl mit Gewissheit sagen, ob die Talsohle
tatsächlich durchschritten ist.
Zur aktuellen Entwicklung siehe "Die
Wochenwerte" im GULP-o-meter.
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| Die Stichprobe |
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Die vorliegende Marktanalyse beruht auf der statistischen Auswertung
der GULP Dienste zur Vermittlung von IT-Freiberuflern. Untersucht
wurden die Profile der 37.949 (Stand: November 2002) bei GULP eingetragenen
IT-Freiberuflern. Das Datenmaterial wurde durch eine Stichprobe
von 265 Einträgen einer Online-Befragung zum Thema "Stundensätze
in der Praxis" sowie durch Informationen aus den GULP Service
Tools und Angaben zum Nachfrageverhalten großer IT-Anwenderfirmen
vervollständigt. Damit repräsentiert die Datenbasis der
vorliegenden Marktanalyse mehr als 82 Prozent des deutschen freiberuflichen
IT-Projektmarktes.
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