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Marktstudie: Geheimtipp SAS

(April 2006)

Inhalt dieses Artikels:
Unstete Nachfrage | Bruch mit Gesetzmäßigkeiten | Nachwuchsmangel absehbar | Widersprüchliche Honorarentwicklung?

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Dies ist eine Marktstudie aus dem IT-Projektmarktindex, dem Marktindex für IT-Projekte.
 

Wenn Banken aus großen Datenmengen verwertbare Informationen herausfiltern müssen, Unternehmen durch Konsolidierung ihrer Finanzdaten Zeit sparen möchten oder klinische Studiendaten möglichst schnell analysiert werden sollten, dann helfen Statistikprogramme wie das Statistical Analysis System (SAS) weiter.

SAS ist eine Standard-Software mit dem Schwerpunkt auf der Analyse und graphischen Darstellung statistischer Daten. Das gleichnamige Unternehmen wurde 1976 in North Carolina/USA gegründet und brachte noch im selben Jahr das Basis Modul "SAS BASE" auf den Markt, das bis heute Kernbestandteil jeder SAS-Lösung ist. Im Laufe der Jahre entwickelte sich die Software kontinuierlich weiter, so dass sich SAS heute nicht mehr nur als reiner Anbieter von Statistiksoftware, sondern zusätzlich auch von Business-Intelligence-Lösungen und –Services versteht. Die Software bietet eine Vielzahl branchenspezifischer Lösungen, u.a. für Banken und Versicherungen, Medien, Handel und findet besonders auch in der universitären Forschung und Lehre ihren Einsatz. Ob SAS auch eine Rolle im IT-Projektmarkt spielt, untersucht die vorliegende Marktstudie.

 

Unstete Nachfrage
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Projektangebote für SAS-Spezialisten 2005/2006
 
   

Die Verteilung der Projektangebote für den Skill SAS ist von wenig Beständigkeit, dafür mehr von einem auf und ab geprägt. Aus der Trendkurve lässt sich ableiten, dass die Nachfrage nach SAS-Experten eher unstet ist. So hatten SAS-Selbstständige im Untersuchungszeitraum speziell über die Spätsommermonate bis in den Herbst hinein mit einer schwächeren Nachfrage zu kämpfen. Auch in den vergangenen zwei Monaten wurde SAS-Know-how immer weniger nachgefragt. Der durchschnittliche Projektanteil im Betrachtungszeitraum lag bei insgesamt 1,7 %.

Nichtsdestotrotz haben SAS-Spezialisten aber durchaus bessere Chancen für Projekte kontaktiert zu werden, da es nur wenige ihrer Art gibt. Bei GULP sind insgesamt 996 Profile von Freiberuflern mit SAS-Kenntnissen eingetragen. Das entspricht einem Anteil von gerade einmal 1,7 %. Die nähere Analyse von 100 dieser Freiberufler ergab, dass diese seit Januar 2005 insgesamt 921 Projektanfragen erhalten haben. Das macht im Schnitt 9,2 Anfragen pro SAS-Experte. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum entfielen auf die 58.273 Freiberufler (Stand 2/2006) insgesamt 84.384 Projektanfragen. Das bedeutet durchschnittlich 1,4 Anfragen pro Freiberufler. Damit erhalten SAS-Spezialisten mehr als sechsmal so viele Kontakte.

 

 

Bruch mit Gesetzmäßigkeiten
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Regionale Verteilung der Projektanfragen für SAS im Vergleich zu allen über GULP abgewickelten Anfragen
 
   

Die Nachfrage nach SAS-Know-how ist in der Region D6 mit dem Bankenzentrum Frankfurt am Main mal wieder am stärksten. Völlig überraschend spielt aber nicht wie gewohnt das PLZ-Gebiet D8 (Bayern) die zweite Geige, sondern der Raum D5 (Köln-Bonn). Damit orientiert sich die Nachfrage beim Skill SAS weniger an den altbekannten Gesetzmäßigkeiten im IT-Projekmarkt. Die überdurchschnittlich starke Nachfrage in D6 legt nahe, dass vor allem Banken regen Gebrauch von branchenspezifischen SAS-Lösungen machen. So bietet SAS u.a. Risikomanagement-Lösungen zur Analyse und Verwaltung von Kredit- und Marktrisiken, die gleichzeitig die Anforderungen von Basel II erfüllen.

 

 

Nachwuchsmangel absehbar
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Im Schnitt sind IT-Selbstständige mit SAS-Kenntnissen 43,0 Jahre alt. Die große Masse der bei GULP gelisteten IT-Freiberufler ist dagegen mit im Schnitt 39,4 Jahren etwas jünger.

 
   
Altersverteilung der SAS-Spezialisten im Vergleich zu allen bei GULP registrierten IT-Freiberuflern
 
   

Die detaillierte Verteilung verdeutlicht, dass mehr als drei Viertel (77,7 %) der SAS-Selbstständigen älter als 40 Jahre sind. In spätestens zehn Jahren könnte bereits über ein Viertel (26,4 %) von ihnen in Rente gehen bzw. schon sein. Damit ist SAS kein Skill der jüngeren Generation, was aber auch nicht verwundert, da SAS-Produkte bereits seit Ende der 1970er Jahre auf dem Markt sind. Im Vergleich dazu ist nur knapp über die Hälfte (56,6 %) aller IT-Freiberufler über 40 Jahre alt. Demnach wird die demographische Alterung der SAS-Experten noch schneller voranschreiten als im gesamten IT-Projektmarkt, was die Frage nach einem möglichen Nachwuchsmangel aufwirft bzw. auch eine Chance für den Nachwuchs bietet.

 

 

Widersprüchliche Honorarentwicklung?
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Im Schnitt verlangen SAS-Berater 72 Euro. Im Gegensatz dazu beträgt der geforderte Stundensatz aller IT-Freiberufler durchschnittlich 68 Euro.

 
   
Stundensatzforderungen IT-Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt SAS
 

blaue Linie: Stundensatzforderungen IT-Freiberufler mit fachlichem Schwerpunkt SAS
schwarze Linie: Stundensatzforderungen aller IT-Freiberufler

 
   

Bei SAS setzte der Rückgang der Stundensatzforderungen ca. ein Jahr früher ein als bei allen anderen Freiberuflern. Innerhalb von dreieinhalb Jahren rutschten die Honorare von 86 auf 71 Euro ab. Nach einer kurzen Erholung im Jahr 2005 befinden sie sich zu Jahresbeginn 2006 wieder auf Talfahrt und stagnieren derzeit bei 72 Euro. Noch ist nicht absehbar, ob sie tatsächlich wieder weiter sinken werden. Das würde der derzeit herrschenden Entwicklung im Markt widersprechen, denn eigentlich haben die Stundensätze wieder einen Vorwärtsgang eingelegt. Dessen ungeachtet lagen SAS-Spezialisten bislang aber auch in den finanziell schwierigen Zeiten mit ihren Honoraren immer noch über den Preisen aller Freiberufler. Damit ist SAS ein Skill, mit dem sich nach wie vor überdurchschnittlich verdienen lässt.

SAS auf einem Blick:
-

Durch die geringe Konkurrenz gibt es mehr Projektkontakte: SAS-Spezialisten erhalten 6,6 mal mehr Anfragen als der Durchschnitt.

- Neben dem PLZ-Gebiet D6 ist auch D5 eine vielversprechende Region mit überdurchschnittlicher Nachfrage.
- Aufgrund der Altersstruktur der SAS-Spezialisten ist der Skill eine aussichtsreiche Qualifizierungsmöglichkeit für den Nachwuchs.
- Obwohl sich die Honorare noch nicht wirklich stabilisiert haben, bietet SAS nach wie vor gute Verdienstmöglichkeiten.
 

 

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"SAS setzt grundlegende Statistikkenntnisse voraus, die nicht trivial sind. Wer da nicht sattelfest ist, sollte die Finger davon lassen. (Juni 2006)"

"1. Schön zu wissen, daß SAS-Know-How gefragt ist (dasselbe gilt übrigens für Informatica, Ascential/IBM oder Business Objects). 2. Aber was bringt mir dieses Wissen? Selbst wenn man mehrere tsd EUR in eine SAS-Schulung investiert: Gesucht werden i.d.R. Spezialisten, die mehrere Jahre Erfahrung mit diesen SW-Produkten auf dem Buckel haben. 3. Für den Nachwuchs mag SAS-Know-How (oder generell BI-Suiten, s.o.) eine Überlegung sein. Aber ob er a) überhaupt Gelegenheit hat, sich entsprechende "Qualifizierungsprojekte" zu sichern, und b) anschließend die Zeit hat, auf "richtige" Projekte zu warten, darf bezweifelt werden. (April 2006)"

"Interessant, wie der Markt für ein Produkt aussieht. Ggf. kann man sich mit diesem Prokukt, wenn es ins Umfeld passt, auseinander setzen und somit seine Einsatzmöglichkeiten erweitern. (April 2006)"

 

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