| GULP |
Herr Lohnert, welche Rolle kommt
SAP Deutschland in der Großfamilie SAP AG zu? |
| Lohnert |
Der unternehmerische Fokus der SAP Deutschland liegt
auf den Geschäftsfeldern Vertrieb, Beratung, Schulung und Marketing
rund um das SAP-Produktportfolio. Dabei umfasst das Lösungsangebot
der SAP die Geschäftsanwendungen der mySAP Business Suite, die
Integrations- und Applikationsplattform SAP NetWeaver sowie Standardsoftware
für den Mittelstand. Darüber hinaus unterstützt SAP
mit 23 Lösungsportfolios industriespezifische Kernprozesse. |
| GULP |
Das klingt beeindruckend. |
| Lohnert |
>> Rund 13.000 Mitarbeiter
in Deutschland. <<
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Das ist nicht so überraschend, denn SAP ist weltweit
der führende Anbieter von integrierter Standardsoftware für
Geschäftsanwendungen. Dabei unterhält SAP Deutschland neben
Walldorf weitere Standorte in Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Hannover,
Mannheim, München, St. Ingbert und Stuttgart. Und: Für die
SAP-Gruppe sind aktuell rund 13.000 Mitarbeiter in Deutschland tätig. |
| GULP |
Zahlen allein machen dauerhaft noch keinen Marktführer
– woran liegt es, dass SAP nun schon ziemlich lange so erfolgreich
ist? |
| Lohnert |
Ein entscheidender Grund ist natürlich, dass SAP
erstklassige Produkte hat. Damit bieten wir unter anderem unseren
Kunden die Investitionssicherheit, die sie benötigen. Die Unternehmen
sind mit SAP in der Lage, ihre Geschäftsprozesse intern sowie
mit Kunden, Partnern und Lieferanten erfolgreich zu organisieren und
die betriebliche Wertschöpfung maßgeblich zu verbessern.
Wir fördern nicht nur Innovation, sondern machen sie technologisch
und betriebswirtschaftlich sinnvoll für unsere Kunden verfügbar.
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| GULP |
Die anerkannte SAP-Kompetenz bzw.
-Power kommen ja nicht von ungefähr ... |
| Lohnert |
... sie ist vielmehr das Ergebnis von einer Menge
Faktoren und Prinzipien, die wie in unserem Unternehmen Groß
schreiben: So greift SAP auf über 30 Jahre IT- und Branchen-Erfahrung
zurück und verfügt über die nötigen kurz- und
langfristigen Ressourcen, um eine kontinuierliche Entwicklung, eine
umfangreiche Wartung und Einführung sowie benutzergerechten Dokumentation
und Schulung der Produkte sicher zu stellen. Unsere Kunden profitieren
maßgeblich von dieser einzigartigen Kombination. Hinzu kommt
die von SAP sehr geförderte und gepflegte Zusammenarbeit mit
zahlreichen erfahrenen Partnern – sowohl in der Produktentwicklung
als auch bei der Einführung von SAP-Lösungen bei den Kunden.
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| GULP |
Jede Menge Gründe für den Erfolg also,
aber kann man das „SAP-Geheimnis des Erfolges“ auch ganz
kurz zusammen fassen? |
| Lohnert |
>> Das Wissen, wie
man Standardsoftware entwickelt. <<
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So trivial und trocken es heutzutage klingen mag: auf
der Produktseite ist das sicherlich das Wissen, wie man Standardsoftware
entwickelt und wie man Geschäftsprozesse – sowohl branchenübergreifend
als auch branchenspezifisch - konzipiert und diese in der Software
abbildet. Schließlich ziehen Unternehmen gerade dadurch aus
SAP-Software den Mehrwert, dass sie nicht nur eine neue Software,
sondern auch neue und effiziente Prozesse – so genannte Best
Practices - einführen. |
| GULP |
Das ist die Technik. |
| Lohnert |
Und noch wichtiger sind die Menschen. Die kreative,
fast familiär wirkende Arbeitsatmosphäre, die unsere Mitarbeiter
fordert aber auch stark fördert, wirkt als Katalysator für
das Schaffen und Umsetzen von technischen wie technologischen Neuheiten.
Und nicht zuletzt unsere Kunden, die seit jeher die größte
Rolle bei der Software-Entwicklung spielen, weil sie uns offen sagen,
was sie an Funktionalität und Technologie benötigen, wünschen
oder fordern. |
| GULP |
In einem GULP-Interview
hat ein SAP-Spezialist SAP als „typisch deutsches Produkt“
beschrieben. Stimmen Sie dem zu? |
| Lohnert |
>> Von Teams entwickelt,
die
in Labors in verschiedenen Weltregionen arbeiten.
<<
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Es kommt natürlich darauf an, wie man die Beschreibung
„typisch deutsch“ interpretiert. Zwar hat SAP in Walldorf,
also in Deutschland, ihren größten Entwicklungsstandort,
aber die Produkte, die SAP anbietet, werden von Teams, die in Labors
in verschiedenen Weltregionen arbeiten, entwickelt, in verschiedenen
Sprachen angeboten und an den unterschiedlichen Bedürfnissen
der Länder ausgerichtet. In Bezug auf das globale Lösungsportfolio
kann man also nicht von „typisch deutsch“ sprechen. |
| GULP |
Also nicht „typisch deutsch“? |
| Lohnert |
Mit Sicherheit sind gewisse Attribute, die man als
„typisch deutsch“ betrachten kann, auch bei unserer Software
und den Dienstleistungen zu finden: Innovative Lösungen, hohe
Qualitätsstandards, hohe technologische und betriebswirtschaftliche
Reife, Zuverlässigkeit und Langfristigkeit. |
| GULP |
In welchen Branchen wird SAP eingesetzt? |
| Lohnert |
Von Automobil über Bank bis zu Handel, die SAP
bietet Lösungen für insgesamt 23 Branchen – und die
SAP-Lösungen werden auch in allen diesen Branchen eingesetzt. |
| GULP |
Und rekrutieren sich dabei die Kunden vor allem
aus den Großunternehmen oder hat SAP auch Vorteile für
den Mittelstand? |
| Lohnert |
Natürlich bietet SAP auch Angebote, die speziell
auf die Bedarfe mittelständischer Unternehmen mit besonderer
Branchenexpertise ausgerichtet sind - die so genannten mySAP All-in-One-Lösungen
- oder auch auf kleinere Unternehmen, die eine schlüsselfertige
Standardlösung – wie sie SAP mit SAP Business One anbietet
- installieren möchten. Mit dieser Vielfalt besitzt SAP Lösungsportfolios
für Unternehmen jeder Größe und Branche. |
| GULP |
Dennoch heißt es oft, dass SAP zu teuer und
komplex für den Mittelstand ist. |
| Lohnert |
>> 65 Prozent unserer
Kunden sind
mittelständische Betriebe. <<
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Dazu habe ich als Antwort ein klares Nein. Es stimmt
zwar, dass in der Öffentlichkeit der Einsatz und die Kosten von
SAP-Lösungen oftmals nur mit Großunternehmen in Verbindung
gebracht werden, aber: Mehr als 19.000 unserer weltweit über
29.500 Kunden sind mittelständische Betriebe. Und das sind mehr
als 65 Prozent unserer Kunden. Damit ist SAP im Mittelstand zumindest
in Deutschland klarer Marktführer. |
| GULP |
Wie überzeugen Sie mittelständische Unternehmen,
dass sie die Preise für SAP-Lösungen auch zahlen wollen?
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| Lohnert |
Mittelständische Unternehmen brauchen die gleichen
Funktionsbereiche von Software wie Großunternehmen – und
oft auch dieselbe Funktionsfülle. Und der Preis ist immer eine
Frage der angebotenen Leistung und natürlich der Nachfrage. Sie
können beispielsweise eine SAP Business One Implementierung einschließlich
Lizenzen schon ab rund 20.000 Euro haben. Für die Funktionalität,
Flexibilität und Serviceleistungen, die wir erbringen, verlangen
wir marktgerechte Preise. |
| GULP |
Ist der Markt mittlerweile gesättigt mit SAP?
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| Lohnert |
Obwohl wir uns bereits über viele mittelständische
Unternehmen als Kunden freuen, stellen wir fest, dass immer mehr kleine
und mittelständische Betriebe nach einer Unternehmenssoftware
suchen, die speziell auf ihre Unternehmensgröße und Branche
zugeschnitten ist. Mit unseren Angeboten SAP Business One und mySAP
All-in-One entsprechen wir dieser Entwicklung. |
| GULP |
Neben der Intensivierung des Mittelstandes-Geschäftes
– wo liegen weitere Perspektiven für SAP? |
| Lohnert |
>> Weiterer Marktbedarf
im
IT-Infrastruktur-Bereich. <<
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Ein weiterer Marktbedarf zeichnet sich schon seit einiger
Zeit deutlich im IT-Infrastruktur-Bereich – sprich technologischen
Plattformen – ab. Denn eine der größten Herausforderungen
von Unternehmen heute ist die Konsolidierung ihrer komplizierten,
heterogenen und sehr kostenintensiven Infrastrukturen. |
| GULP |
Und wie bewältigt man diese Herausforderung? |
| Lohnert |
Damit Unternehmen wieder „atmen“ und dem
Teufelskreis von steigenden Kosten bei sinkender Innovationsfähigkeit
der IT entgehen können, müssen sie an der Vereinfachung
und vor allem an der Zukunftssicherheit ihrer Plattformen für
Anwendungen und Technologien arbeiten. Das Konzept der SAP für
diese Herausforderung heißt SAP Enterprise Services Architecture
(SAP ESA), das man sich wie einen Masterplan für die Infrastruktur,
die Prozesse und Anwendungen in einem Unternehmen vorstellen kann. |
| GULP |
Es gibt eine Unmenge von SAP-Lösungen und SAP-Modulen.
Wie behält man, sprich Kunde, überhaupt noch den Überblick? |
| Lohnert |
Sie zäumen das Pferd vom verkehrten Ende auf.
Wenn Sie nur die Produktpalette von SAP betrachten, sehen Sie eine
große Vielfalt an Komponenten, die einzelne oder meist mehrere
Geschäftsprozesse abbilden, bündeln und verarbeiten. Diese
wiederum sind Bestandteil der Module – im SAP R/3 – und
der Lösungen der mySAP Business Suite. Was natürlich seinen
Grund darin hat, dass es auch umfangreiche Prozesse in Unternehmen
gibt. |
| GULP |
Und wie weiß der Kunde, was er an SAP benötigt?
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| Lohnert |
>> Frei zugängliche
Lösungskarten als
große Hilfestellung. <<
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Entscheidend für den Kunden ist zuallererst das
Wissen, welche Prozesse in welchen Bereichen abgedeckt und mit einander
verknüpft werden müssen oder sollen. Dann ergeben sich relativ
einfach die benötigten Lösungen, Module oder Komponenten.
Als große Hilfestellung erweisen sich hierbei die frei zugänglichen
Lösungskarten – die so genannten Solution Maps -, die SAP
bereit stellt. Anhand dieser Solution Maps kann man einerseits sehen,
welche Prozesse in welchen Lösungen oder Modulen enthalten sind,
und andererseits kann der Kunde aus den Komponenten diejenigen auswählen,
die er für seine Bedarfe benötigt. |
| GULP |
Ende Dezember 2003 gibt es für die SAP R/3-Releases
3.1I, 4.0B, 4.5B und 4.6B keine Wartung mehr durch SAP. Ist somit
verstärkt mit SAP-Upgrade-Projekten zu rechnen? |
| Lohnert |
Richtig ist, dass SAP alle SAP R/3 Releases wartet,
solange ein Kunde diese im Einsatz hat. SAP hat lediglich festgelegt,
dass die SAP R/3 Releases ab 2004 nicht weiter entwickelt werden und
ab 2005 kundenindividuell gewartet werden. Sofern ein Kunde also mit
seinem jetzigen System zufrieden und glücklich ist und aus Markt-
und Prozessgründen keine funktionale Erweiterung oder Neuerung
benötigt, kann er sein System so lange im Einsatz haben und durch
SAP-Basiswartung erhalten, wie er möchte. |
| GULP |
Also keine Chancen auf neue Projekte auch für
IT-Freiberufler? |
| Lohnert |
Im Gegenteil, denn die Mehrheit unserer SAP R/3 Kunden
hat bereits ein Upgrade durchgeführt oder plant es in nächster
Zeit. Denn ganz klar ist, dass unsere neuen Lösungen auch neue
Prozesse und Funktionen abdecken, die unseren Kunden klare Vorteile
bringen – und die Kunden deshalb nicht auf sie verzichten möchten.
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| GULP |
Sehr geehrter Herr Lohnert, vielen Dank für
das Gespräch. |
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