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| Marktstudie: Sind Linux-Experten
bereit für die Projekte?
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| (Juni 2004) |
Inhalt dieses Artikels:
Linux-Experten bei GULP | Im Süden und im Westen
| Linux und die „Youngster“ | Im Angebot | Linux in der Achterbahn | Geübt und bereit
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| Von „Furore“ war die Rede, sogar von „weltweitem Aufsehen“. Und die Schlagzeilen der Medien berichteten und berichten von reichlich Spannung in IT-Kreisen. Der Grund hierfür: Die Stadt München und damit 16.000 Arbeitsplätze wechseln von Windows auf das quelloffene Betriebssystem Linux. Wenn es klappt, werden viele andere Städte folgen – und freiberufliche Linux-Spezialisten jede Menge Arbeit haben. Wie es um jene im Frühsommer 2004 steht, dies ist das Thema der vorliegenden Marktstudie.
Seit Jahren begleitet GULP aufmerksam die Linux-Entwicklung im
IT-Projektmarkt. Und es ist alles andere als eine stringente Geschichte,
die in einer Zwischenbilanz zum Vorschein kommt: Im Oktober
1999 fragte eine GULP Marktstudie noch sehr skeptisch „Finger
weg von Linux?“, während 14 Monate später im Dezember
2000 dem Pinguin schon die Fähigkeit zum Fliegen zugesprochen
wurde. Es folgte jedoch kein Steigflug, sondern das mühsame
Ringen um Höhe, so dass GULP im Februar
2002 durchaus sorgenvoll fragte: „Was ist mit Linux?“
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| Linux-Experten
bei GULP |
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| Die gegenwärtige „Lage zu
Linux“ in der GULP Profiledatenbank: Von 50.390 eingetragenen
IT-Freiberuflern geben 9.020 (17,90 Prozent) an, dass sie Kenntnisse
in Linux besitzen. Ausgewiesene Linux-Spezialisten sind dagegen
nur 670, was einen prozentualen Anteil von 1,33 Prozent an allen
GULP Profilen bedeutet.
Zum Vergleich: Im Februar 2002 zählte die GULP Profiledatenbank
die Daten von 30.560 IT-Freiberuflern – von denen wiederum
6.685 (21,87 Prozent) Linux als ein fachliches Skill angegeben haben
und sich 529 (1,73 Prozent) als Linux-Spezialisten bezeichneten.
Absolut zugelegt, prozentual jedoch abgenommen. Man muss sich also
keine Sorge machen, dass die Linux-Experten aussterben werden; allerdings
sind die Prozenteinbußen auch ein Indiz dafür, dass in
den vergangenen Jahren eine Linux-Qualifikation im Vergleich zu
anderen Skills wenig lockte. Kein Wunder bei der herrschenden Unsicherheit,
ob Linux nun mit Vollgas durchstartet – oder nicht.
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Im Süden und im Westen
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Unix, der Vater der Unix-Plattformen,
Solaris, das Unix-Derivat von Sun,
Linux, der freie „Pinguin“ von Linus Torvald.
Wer die Stellung von Linux im IT-Projektmarkt vernünftig einordnen will, kommt um eine Gesamtbetrachtung dieser Troika nicht umhin. Und weil eine regionale Entscheidung in München dank umfassendem Marketing das Augenmerk der Öffentlichkeit auf Linux lenkte und lenkt, stellt sich zuallererst die Frage: Wo sind die Linux-Experten zu finden?
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Ob einzelne Branchen, Skills oder der gesamte IT-Projektmarkt – die Tendenz ist die gleiche oder zumindest sehr ähnlich: Die regionale Verteilung besitzt ein ausgeprägtes West-Ost-Gefälle und hat seine stärksten Momente in den Postleitzahlgebieten 6 und 8. Dort wird auch eine offensichtliche Gesetzmäßigkeit besonders deutlich: Wo es Projekte gibt, da lassen sich die IT-Freiberufler nieder.
Auch für die drei Betriebssysteme Unix, Solaris und Linux haben sich als die Hochburgen der Frankfurter Raum mit den Großbanken sowie München samt Umland etabliert. Hier wohnen die meisten IT-Spezialisten, hier finden sie auch die Projekte.
Angesichts der gegenwärtigen Schlagzeilen verdient ein Detail besondere Beachtung: Während Linux-Freiberufler in Postleitzahlgebiet 6 zahlenmäßig die „Letzten der Drei“ sind, verweisen sie in Region 8 die Mitbewerber auf die Plätze – knapp ein Viertel (23,46 Prozent) aller Linux-Spezialisten hat sich schon für den Süden der Republik entschieden.
Für die Planer (nicht nur) des Münchner Linux-Projektes gut zu wissen: Die geballte Fachkompetenz ist bereits vor Ort.
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| Linux
und die „Youngster“ |
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| 38,4 Jahre ist der Altersdurchschnitt
aller IT-Freiberufler, die in der GULP Profiledatenbank eingetragen
sind. Das heißt: Der IT-Projektmarkt kann auf reichlich Berufserfahrung
und gewachsene Persönlichkeiten zurückgreifen –
und zwar auch dann, wenn sie externe Spezialisten für Betriebssysteme
suchen:
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| Mit 37,4 Jahren im Schnitt und einem Anteil von 54,87
Prozent der Unter-35jährigen sind die Linux-Spezialisten geradezu
„Youngster“ im IT-Projektmarkt. Nun gut, es kommt immer
darauf an, wie man sich fühlt – aber rein biologisch sind
Solaris- und Unix-Experten mit 38,3 bzw. 38,8 Jahren Altersdurchschnitt
bereits ein paar Schritte voraus. |
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| Im
Angebot |
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| Im Durchschnitt: Alter hängt zusammen
mit Berufserfahrung hängt zusammen mit Stundensatzhöhe
– gilt auch bei den Betriebssystemen, dass reifere IT-Spezialisten
teurer sind?
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| Mit einer durchschnittlichen Stundensatzforderung von
60 Euro gehören die freiberuflichen Linux-Experten zu den Genügsamen
im IT-Projektmarkt. Sie liegen damit fünf Euro unter dem Unix-Niveau
(65 Euro) und 8 Euro hinter den Ansprüchen der Solaris-Experten
(68 Euro).
Die prozentuale Verteilung der Stundensätze macht zudem deutlich,
dass kostenbewusste Projektanbieter schon im Bereich bis 59 Euro
beinahe die Hälfte (47,29 Prozent) der bei GULP eingetragenen
Linux-Freiberufler vorfindet.
Zweifellos haben die vergangenen Jahre hinsichtlich Stundensatzhöhe
Wirkung gezeigt:
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| Glänzende Zeiten, die längst vergangen sind:
Im Februar 2002 lag der geforderte Stundensatz der Linux-Experten
bei 71 Euro – immerhin 11 Euro über dem aktuellen Level.
Mit den Verlusten steht man allerdings nicht allein, denn auch die
Stundensätze von Unix- und Solaris-Freiberuflern befanden sich
auf steiler Talfahrt mit einem Gefälle von 11 bzw. sogar 13 Euro.
Die Abhängigkeit von Angebot und Nachfrage: Der IT-Projektmarkt
erholt sich, das aktuell herrschende Ungleichgewicht von Projekten
und IT-Freiberuflern wird sich mittel- und langfristig wieder einpendeln
– und Folgen für die Stundensätze haben. Was die
Kosten für externe IT-Unterstützung betrifft, ist also
wahrscheinlich: So günstig wie heute wird es Linux-Projekte
schon bald nicht mehr geben. |
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| Linux
in der Achterbahn |
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| Wann der Aufschwung für Linux-Projekte
allerdings einsetzt, ist zumindest über die GULP Statistiken
(noch) nicht vorherzusagen. Ein Blick auf die Verteilung der angebotenen
Projekte sagt, warum:
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| Wer sich als IT-Freiberufler auf die Beherrschung eines
Betriebssystem spezialisiert hat, musste in der Vergangenheit seine
Nerven trainieren: Einem Lichtblick folgte ein Rückschlag und
umgekehrt – die Zahl der angebotenen Projekte befand sich ohne
Unterbrechung auf Achterbahnfahrt. So brachte der Mai 2004 den Unix-Eperten
einen rasanten Höhenflug von 7,3 auf 9,8 Prozent, der Anteil
an allen Projektangeboten bei Linux dagegen sank von 4,3 auf 3,6 Prozent.
Die Vergangenheit hat gelehrt: Wer kurz- und mittelfristig eine
Fortsetzung der Achterbahnfahrt prognostiziert, muss kein unseriöser
Wahrsager sein ... |
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| Geübt
und bereit |
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| Der Erfolg von München –
an den freiberuflichen Spezialisten wird’s nicht liegen. Die
Auswahl ist groß genug, Erfahrung und Kompetenz sind vorhanden,
der Preis ist noch günstig – und nicht zu vergessen der
freie Geist von Linus Torwald, den Linux-Experten für sich
beanspruchen. Viel mehr können Projektanbieter nicht erwarten.
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