Marktstudie: Embedded Systems – ein Wachstumsmarkt
Wie steht es um die Chancen selbstständiger Embedded-Spezialisten?
Zu den ersten Eingebetteten Systemen zählt das Wege-Such-System in der Minuteman-Rakete, die in den 50er Jahren in den USA in Massenproduktion ging. Am Anfang des Apollo-Projekts in den 60er Jahren galt das eingesetzte Embedded System noch als eine der riskantesten Komponenten. Heute ist der Embedded-Markt einer der wachstumsstärksten und innovativsten der Welt. Wie steht es um die Stundensatzforderungen und die Auslastung freier Embedded-Spezialisten? Wie sehen die Prognosen aus? Die Daten für diese Marktstudie lieferten die Profile der in die GULP Datenbank eingetragenen IT-Spezialisten, der GULP Trend Analyzer und die über GULP an Freelancer zugestellten Projektanfragen.
Zuerst im Überblick: Freie Embedded-Spezialisten sind etwas älter und berufserfahrener als der durchschnittliche IT-Freiberufler, verlangen aber etwas niedrigere Stundensätze. Das könnte sich ändern, denn der Bedarf an Eingebetteten Systemen wird immer größer und an qualifizierten Ingenieuren für diesen Bereich herrscht schon heute ein Mangel.
| Selbstständige Embedded- Spezialisten bei GULP |
Alle bei GULP eingetragenen Freiberufler | |
|---|---|---|
| Durchschnittliche Stundensatzforderung | 64 Euro | 70 Euro |
| Durchschnittliches Alter | 45 Jahre | 43 Jahre |
| Durchschnittliche Berufserfahrung | 21 Jahre | 20 Jahre |
| Der Wachstumsmarkt Embedded Systems |
Derzeit beschäftigen sich viele Studien, Verbände und Forschungseinrichtungen mit dem Thema "Embedded Systems". Besonders umfangreich
ist die Studie "Eingebettete
Systeme – ein strategisches Wachstumsfeld für Deutschland" Embedded Systems als Innovationstreiber Diese Beispiele zeigen schon die große Bedeutung des deutschen Markts für Embedded Systems, der nach den USA und Japan der drittgrößte der Welt ist. Der ZVEI beklagt, dass die Rolle der Eingebetteten Systeme als Innovationstreiber in Deutschland bislang zu wenig wahrgenommen wird. Dabei nehme der Wertanteil von elektrischen und elektronischen Komponenten im Automobil stark zu. Er lag im Jahr 2007 bei etwa 25 Prozent in einem Personenfahrzeug und werde bis 2015 auf etwa 35 Prozent wachsen. Nicht nur in dieser, sondern in allen Branchen wächst der Anteil von Embedded Systems an den Gesamtproduktentwicklungskosten. In vielen Industriezweigen liegt der Anteil der Eingebetteten Systeme an den Gesamtkosten für Forschung und Entwicklung bei 10 bis 20 Prozent, Tendenz steigend. "Der Weltmarkt für Eingebettete Systeme beträgt etwa 160 Milliarden Euro. Das durchschnittliche jährliche Wachstum beträgt neun Prozent", schreibt der BITKOM in der oben genannten Studie. Hoher Bedarf an Fachkräften Wo Wachstum ist, herrscht auch ein großer Bedarf an Mitarbeitern – an Angestellten ebenso wie an selbstständigen Experten. In Deutschland hätten in den Anwenderunternehmen der Embedded-Technologien, beispielsweise in der Automobil- oder der Maschinenbau-Industrie, derzeit ca. 250.000 Arbeitnehmer unmittelbar mit Eingebetteten Systemen zu tun, so der BITKOM. Weiter heißt es: "Die rasante Entwicklung und das stabile Wachstum dieses Wirtschaftszweiges hinterlassen deutliche Spuren auf dem Arbeitsmarkt; vor allem der hohe Bedarf an Ingenieuren in dieser Branche ist deutlich sichtbar." Gesucht werden Spezialisten, die Know-how und Erfahrungen aus der Informatik, der Elektrotechnik und der Systemtechnik mitbringen, zum Beispiel Elektrotechniker oder technische Informatiker. Dieser Fachkräftemangel fördert eine Tatsache, die den Embedded-Markt in Deutschland zunehmend bedroht: Eingebettete Systeme für den preisbewussten Unterhaltungs- und Verbraucherbereich in Deutschland werden vorwiegend aus den USA und aus Fernost zugekauft. Langfristig könnte so ein (Groß-)Teil der Produktion in Billiglohnländer abwandern. |
| Sinkende Stundensätze für Embedded-Spezialisten? | ||
Freie Embedded-Spezialisten, die aktuell verfügbar sind, fordern im Durchschnitt einen Stundensatz von 64 Euro. Die verfügbaren Selbstständigen sind diejenigen, die aktuell auf Projektsuche sind. Es ist davon auszugehen, dass gerade diese Freelancer ihr Profil auf dem neuesten Stand halten und ihre Stundensatzforderung den jetzigen Marktgegebenheiten angepasst haben. Alle bei GULP eingetragenen Embedded-Freiberufler, das heißt, auch die, die derzeit nicht auf Projektakquise sind, verlangen ein durchschnittliches Honorar von 65 Euro. Die Honorarforderungen der Embedded-Spezialisten scheinen demnach leicht zu sinken. ![]() Standard: 55 bis 65 Euro pro Stunde So oder so – die freien Embedded-Spezialisten liegen mit ihren Stundensatzforderungen leicht unter dem Durchschnitt aller bei GULP eingetragenen IT-Selbstständigen, die laut GULP Stundensatz-Auswertung aktuell 70 Euro verlangen. Deutlich in der Grafik: Im hochpreisigen Segment über 100 Euro sind fast gar keine Embedded-Experten zu finden (1,2 Prozent). Im Gegensatz dazu fordern 8,3 Prozent aller IT-Freiberufler Honorare jenseits der 100 Euro. Wenn man erfahrene Recruiter fragt, in welchem Stundensatzbereich sich Embedded-Spezialisten bewegen, ist die Antwort in der Regel: zwischen 55 und 65 Euro.
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| Projektanfragen vs. Freiberufler: Die Chancen |
Der Weg zeigt nach oben: Der Anteil der angebotenen Projekte im Embedded-Bereich an allen über GULP angebotenen Projekten hat sich im Vergleich zum letzten Jahr mehr als verdreifacht. ![]() Mehr Projekte, mehr Spezialisten Nicht nur der Anteil an Projektangeboten wächst, wie die Grafik zeigt, sondern auch die Anzahl der freien Embedded-Spezialisten in der GULP Profiledatenbank: Von Sommer 2008 (1.134) bis Frühling 2010 (1.615) sind es 43 Prozent mehr geworden. Beides Zeichen dafür, dass sich "Embedded Systems" auch im IT-Projektmarkt auf einem aufsteigenden Ast befinden. Der besagte Fachkräftemangel wirkt sich aus. Demnach könnten sich möglicherweise auch die Stundensätze selbstständiger Embedded-Spezialisten in naher Zukunft nach oben anpassen. Automotive: Hoher Bedarf Im Vergleich zu den anderen Branchen ist der Bedarf an Embedded-Spezialisten im Automotive-Bereich mit am höchsten – auch wenn gerade dieser Bereich von der Krise getroffen wurde. Dennoch: In 28,9 Prozent der über www.gulp.de verschickten Projektanfragen werden IT-Freiberufler für das Postleitzahlgebiet D8 (München, Ingolstadt) gesucht, in dem mehrere große Automobil-Unternehmen und deren Zulieferer ansässig sind. Dementsprechend hoch ist auch der Anteil der selbstständigen Embedded-Experten dort: 30,3 von ihnen wohnen in D8. ![]() Frankfurt (D6) ist bei den meisten anderen Qualifikationen wie Java, C++ und C# oder Core Banking Systeme ein weiteres Hauptstandbein des IT-Projektmarkts. Für den Embedded-Markt spielt der Bankenstandort erwartungsgemäß eine geringere Rolle. |
| Fazit |
Der durchschnittliche freie Spezialist für Embedded Software ist 45 Jahre alt und blickt auf 21 Jahre Berufserfahrung zurück. Sein Profil könnte zum Beispiel so aussehen wie das dieses IT-Freiberuflers mit dem fachlichen Schwerpunkt "Software-Entwicklung, hardwarenah, embedded, Windows, Web und Benutzeroberflächen (GUI) Programmierung". Ein selbstständiger Embedded-Spezialist kann in nahezu jeder Branche tätig sein und verlangt durchschnittlich einen Stundensatz von 64 Euro, Tendenz im Moment noch sinkend. Durch die Intensität der aktuellen Embedded-Forschung, die steigende Nachfrage, den Mangel an Fachkräften in diesem Bereich und die erhöhte Bereitschaft zum Outsourcing im Embedded-Sektor dürfen die Embedded-Spezialisten hoffen. Ihre Chancen stehen gut. Mehr Informationen zum Thema bei GULP:
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(PDF)
des Hightech-Verbands BITKOM. Zu den aktuellsten Publikationen, die Ratschläge geben, wie mit Eingebetteten
Systemen und der dazugehörigen Forschung in den nächsten Jahren verfahren werden soll, zählt die 



