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Unter der Lupe: Der Pinguin lernt langsam
fliegen
Linux, einst das Betriebssystem experimentierfreudiger
Individualisten,
etabliert sich nun zunehmend im IT Projektmarkt.
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(Dezember 2000)
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Inhalt dieses Artikels:
Markttrend | Stundensätze
| Fazit | Stichprobe
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Vor wenigen Monaten noch zeigte der IT Projektmarkt dem Pinguin
die kalte Schulter. Aller Aufbruchsstimmung der Linux-Protagonisten
zum Trotz wagte sich die freiberufliche IT Welt nur zaghaft an den
gefiederten Windowskonkurrenten heran. Dementsprechend verhalten
war zunächst auch die Zahl der Projektangebote. Doch Pinguine können
mit Kälte umgehen. Eine aktuelle Marktanalyse von GULP Information
Services GmbH zeigt, Torvalds OpenSource-Betriebssystem etabliert
sich im Projektmarkt zunehmend als feste Größe und tritt neben die
Standardbetriebssysteme Unix, Windows und Co.
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| Der
Markttrend |
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Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen im Linux-Umfeld
unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Betriebssystems. So gab
es noch vor dem dritten Quartal 1999 praktisch keine Projekte im
Linux-Bereich. Erst mit verstärkten Marktingaktivitäten der Anbieter
von Komplettlösungen auf Basis des Open-Source-Betriebssystems und
steigender Marktdiffusion änderte sich die Situation. Im September
1999 findet Linux dann den Einstieg. Nach einer Tiefphase Anfang
2000 stabilisiert sich die Nachfragesituation zunehmend. In den
vergangenen drei Monaten kann Linux nun im Schnitt 2,5 Prozent aller
Projektanfragen für sich verbuchen.
Die monatliche Entwicklung der Projektanfragen
zeigt den prozentualen Anteil von Linux-Projekten bezogen auf alle
Anfragen, die über den GULP Server zu gestellt wurden.
Zum Vergleich lohnt es, die Standardgrößen im Reich
der Betriebssysteme heranzuziehen. Windows, allen voran NT, nimmt
im November 2000 mit 19,4 Prozent aller Projektanfragen den Spitzenplatz
ein, gefolgt von UNIX mit 16,5 Prozent und Solaris mit 14,9 Prozent.
Linux nimmt sich da nachwievor als Underdog aus.
Die regionale Verteilung der Projektangebote, differenziert
nach Ländern und Postleitzahlengebieten, offenbart eine hessische
Sonderstellung. Fast ein Drittel aller offenen Positionen im Linux-Umfeld
waren bisher bei Frankfurter Software-Schmieden in D6 angesiedelt.
Weit abgeschlagen mit 10 Prozent bzw. 8 Prozent folgen dann Baden-Württemberg
und Bayern in D8 auf Platz zwei und drei. Wer dagegen in Austria
oder der Schweiz auf den Pinguin setzt, der wird enttäuscht. In
den Alpenländern zählt Linux noch zu den "Ferner liefen", entsprechende
Projektangebote sind noch sehr selten.
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Die regionale Verteilung
der Projektangebote für Linux
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| Die
Stundensätze |
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Was verdient ein Freiberufler in Linux-Projekten?
Die Bandbreite entsprechender Honorarforderungen bewegt sich im
wesentlichen von DM 100 bis DM 180. Mehr als 60 Prozent der Stundensätze
siedeln sind dabei im Bereich zwischen DM 120 und DM 150 an.
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Die Verteilung der Stundensätze
für Linux
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Freiberufler, die ihren fachlichen Schwerpunkt auf Linux gelegt
haben, fordern einen Stundensatz von DM 129. Der auf Linux spezialisierte
Software-Entwickler wird auch schon mal ab DM 120 im Projekt tätig.
Zum Vergleich: Windows-Experten verdienen mit DM 130 im Schnitt
nur eine Mark mehr als ihre Linux-Kollegen. UNIX-Spezialisten zählen
mit DM 144 schon zu den Besserverdienenden, während Fachleute für
Solaris und MVS mit DM 157 bzw. DM 153 zu den Spitzenverdienern
im Bereich der Betriebssysteme gehören.
Gleiche Arbeit, gleicher Lohn? Was die regionale Verteilung
der Projektangebote bereits vermuten lässt, findet eine Entsprechung
bei den Stundensätzen. In Hessen mit DM 147 durchschnittlich die
höchsten Honorare bezahlt. Dagegen erzielen Freiberufler in Mecklenburg-Vorpommern
mit DM 122 im Mittel die niedrigsten Honorare in Linux-Projekten.
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| Fazit |
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Inzwischen findet Linux Akzeptanz im IT Projektmarkt. Die Zeiten,
in denen Linux-Anwendungen in die Garagen experimentierfreudiger
Individualisten gesteckt wurden, sind vorbei. Immer mehr Unternehmen
steigen auf Linux Server um. Auch im Client-Bereich traut man dem
Pinguin zu, sich zu einer echten Windows Konkurrenz zu entwickeln.
Lohnt es sich also für einen Freiberufler auf Linux umzusatteln?
Die Entscheidung, sich in ein Betriebssystem neu einzuarbeiten,
will wohl überlegt sein. Setzt man auf das falsche Pferd und das
scheinbar zukunftssichere System verschwindet innerhalb kurzer Zeit
in der Bedeutungslosigkeit, dann war der monatelange Aufwand umsonst
- die eigenen Marktchancen haben sich verschlechtert. Wer auf Linux
umsteigen will, der sollte daher die Marktentwicklung stets im Auge
zu behalten. Aktuelle Zahlen finden sich im GULP-o-meter
oder lassen sich in Echtzeit im GULP
Trend Analyzer errechnen. In der Zwischenzeit kann man mit dem
"großen" Bruder UNIX liebäugeln, denn dann fällt bei einem lukrativen
Linux-Projektangebot der Umstieg auf den gefiederten Freund nicht
mehr schwer.
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| Die
Stichprobe |
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Vorliegende Marktanalyse beruht auf der statistischen
Auswertung von 37.537 Projektangeboten, die seit
März 1999 IT Freiberuflern über den GULP Server
zu gestellt wurden. Das Datenmaterial wird durch
Information aus den Profilen der 19.092 bei GULP
eingetragenen IT-Freiberuflern und Angaben zum Nachfrageverhalten
großer IT Anwenderfirmen vervollständigt. Letztere
basieren auf den Log-Dateien des GULP
Dienstleister Guides. Dieses spezialisierte
Online-Verzeichnis der IT Dienstleister ist Anlaufstelle
für alle Unternehmen, die einen geeigneten Partner
und Subunternehmer für ihre anstehenden IT Projekte
suchen. Die leistungsfähigsten Dienstleister präsentieren
hier ihre Kompetenzen, von der Netzwerkwartung bis
zur Konzeption und Implementierung von E-Business-Lösungen.
Die Informationen aus dem GULP Dienstleister Guide
geben zuverlässig darüber Aufschluss, welche Subunternehmer
aktuell gesucht werden. Insgesamt repräsentiert
die Datenbasis mehr als 80 Prozent des deutschen
IT Projektmarktes.
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