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Umfrage-Ergebnis

Luftblasen 2007

(Mai 2007)

 

Inspiriert durch eine Kurzumfrage der Computerwoche wollte GULP kürzlich von Ihnen wissen, welche IT-Trends bzw. -Technologien sich Ihrer Ansicht nach 2007 in Luft auflösen werden. Die Umfrage kam gut an, was die hohe Beteiligung von 193 Projektanbietern und 679 IT-Freiberuflern zeigt. Damit kann diese durchaus als repräsentativ für den IT-Projektmarkt bezeichnet werden.

Interessanterweise sind sich beide Parteien darüber einig, welche der abgefragten Bereiche nicht viel mehr als heiße Luft sind. Nur bei zwei Themen gehen ihre Meinungen auseinander.

IT-Freiberufler
Projektanbieter

 

Welche Blase platzt 2007?
   
Offshore 34%
Offshore 37%
Vista 20%
Vista 13%
Service Oriented Architecture (SOA) 12%
Service Oriented Architecture (SOA) 19%
Web 2.0 14%
Web 2.0 11%
Software as a Service (Saas) 12%
Software as a Service (Saas) 10%
Google 5%
Google 6%
VoIP 4%
VoIP 4%
 
   

Klarer Luftblasen-Favorit ist Offshore. Jeder dritte Projektanbieter (37 %) sowie IT-Selbstständige (34 %) sieht im kostengünstigen Auslagern von IT-Dienstleistungen nach China oder Indien keine Zukunft. Wie Studien zeigen, hat diese Skepsis vor allem auch sprachliche und kulturelle Gründe. So identifizierte die adesso AG in ihrer Studie "Trends im Software-Entwicklermarkt", dass die größten Probleme in der Zusammenarbeit mit Offshore-Entwicklern bei Fach- und Prozesswissen (69 %), aber besonders auch in der Kommunikation und Abstimmung (ebenfalls 69 %) sowie bei der daraus resultierende Softwarequalität (40 %) bestehen. Weitere Faktoren, die eine Rolle spielen sind geringere Qualitätsmaßstäbe sowie das Risiko von Zeitverzögerungen aufgrund der geografischen Distanz. Sofern Unternehmen IT-Projekte auslagern, dann im eigenen Land oder den angrenzenden Nachbarländern ergab die Capgemini-Studie "IT-Trends 2007". Bekanntschaft mit fernöstlichen Anbietern hätten bislang nur wenige gemacht. Bereits im Jahr 2004 ermittelte eine GULP Umfrage unter Projektanbietern, dass sich Osteuropa vor Südostasien dauerhaft als Offshore-Region etablieren werde.

Deutlich höher ist dagegen die Akzeptanz von Web 2.0 und Software as a Service (Saas): Jeder zehnte IT-Selbstständige und Projektanbieter meint, dass es sich hierbei nur um Modeerscheinungen handelt, die bald von der Bildfläche verschwinden werden. Grundsätzlich neu sind beide Themen nicht. So wurde Saas bereits unter dem Begriff "Application Service Providing" (ASP) diskutiert. Hinter Saas verbirgt sich die webbasierte Einführung von Software im "On-Demand-Modell", d.h. der Kunde greift über das Web auf die Anwendungen zu, die Einführung und Pflege vor Ort entfällt. Vorteile werden vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung gesehen. Aufgrund der eingeschränkten Konfigurierbarkeit eigne sich Saas besonders für Standardlösungen, die keine großen Anforderungen an individuelle Anpassungen stellen. (Quellen: IT-Business 8/2007, IT-Management 4/2007)

Auch Web 2.0 ist eigentlich nichts grundsätzlich Neues, denn Interaktion war im Internet auch vorher schon möglich. Nur eben noch nicht in der heutigen Form. Mittlerweile kann jeder User aktiv im World Wide Web mitmachen und dieses mitgestalten. Beispielsweise indem er sich durch Blogs der Öffentlichkeit mitteilt, sich in Plattformen wie Youtube und MySpace selbst darstellt, Inhalte in Wickies einbringt oder verändert, sich ein neues Leben in einer virtuellen Welt (Second Life) aufbaut... Auch für Unternehmen eröffnen sich hierdurch ganz neue Werbemöglichkeiten.

Besteht zur Zukunft von Offshore, Saas und Web 2.0 weitgehend Konsens unter IT-Selbstständigen und Vermittlern/Agenturen, gehen die Ansichten bei Service Oriented Architecture (SOA) und Vista auseinander. Während die Projektanbieter (19 %) offenbar größere Bedenken beim Thema "Service Oriented Architecture" (SOA) haben, sehen externe IT-Spezialisten (20 %) das neue Betriebssystem Windows Vista schneller in der Luft verpuffen. Möglicherweise betrachten die Parteien diese Themen unter anderen Gesichtspunkten, was zu den unterschiedlichen Einschätzungen führt. So beurteilen IT-Spezialisten, die zum Großteil selbst aus der Software-Entwicklung kommen, ein neues Betriebssystem sicher unter ganz anderen Aspekten als die Anwender, worunter auch Projektanbieter zu zählen sind. Der fachliche Background ermöglicht es den IT-Experten, hinter die äußere Hülle zu schauen und Schwachstellen bzw. Bugs schneller zu erkennen. Ähnlich könnte es sich beim Thema SOA verhalten, dem sich die Projektanbieter vielleicht mit einer anderen Intention nähern als IT-Selbstständige.

Die geringste Skepsis zeigen die Befragten dann wieder übereinstimmend bei der Internetsuchmaschine Google sowie der Internet-Telefonie (VoIP). Beides sind Angebote, die sich insbesondere im Privatbereich etabliert haben. So meldete der Bitkom e.V. im Oktober 2006, dass bereits 11 % der Deutschen VoIP nutzen. Bei den Unternehmen seien es erst 9 % und spiele speziell bei Telefonaten über das firmeninterne Daten-Netz eine Rolle. Google vereinte im März dieses Jahres 48 % des Internet-Suchmarktes auf sich, der zweitplazierte Yahoo kam auf gerade mal 28 % (Quelle: www.finanznachrichten.de). Wie akzeptiert die Suchmaschine in Deutschland ist, zeigt auch der Dudeneintrag zum Wort "googeln".

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Auf den "Hype" folgt die "Wave" und die wird bei OffShore doch recht hoch sein, aber vermutlich erst in 5-8 Jahren. (Juli 2007)"

""Off-Shore" heißt doch auf deutsch "Außerhalb des Festlands". Ich wundere mich allen Ernstes, warum dieser Begriff für z. B. Ölbohrplattformen einige Verbreitung für ausländisches IT-Outsourcing bekommen konnte! (Juni 2007)"

"Thema Offshore interessiert mich besonders: Ich habe selbst eine Gruppe von indischen SW-Entwicklern aufgebaut und ueber ca 3 Jahre als SW-Architekt geleitet. Ich habe daher auch eine freundschaftliche Beziehung zu einigen indischen Entwicklern aufgebaut. Interessanterweise warten einige dieser Inder selbst darauf das die IT-Bubble platzt !!! (Mai 2007)"

"SOA ist sicherlich ein (nicht so) "neuer" Gedanke, aber ist es nicht so, dass dieser sich erst mit dem erhöhten Bedarf an Integration und Diversifikation von (SW-) Dienstleistung - was sich durchaus nicht widerspricht - neu durchgesetzt hat. Wer in seinem Unternehmen auch ein Auge auf IT-Strategien hatte, war nie weit vom SOA-Gedanken entfernt. Ob in den einzelnen Unternehmen die Voraussetzungen für diese Technologie vorhanden oder erst zu schaffen sind, ist im Einzelfall genau zu untersuchen.... Verwunderlich nur, wie UB's und Produktanbieter sofort auf neue Marketing-Worte "aufspringen" und möglichst schnell Kapital daraus zu schlagen versuchen. - Hatten wir das nicht schon bei AI, 4GL, SEU(SDE), DDP, CS, ERP, CRM, BI usw? - Manche wissen schon nicht mehr, was diese Abkürzungen, die zu ihrere Zeit durchaus ernst gemeint waren, bedeuteten.... (Mai 2007)"

"SOA ist keine neue Technolgie, sondern viel mehr eine neue Denkweise, die sich durchsetzen wird. SOA unterstützt Standardisierung, Wiederverwendung und Geschäftsprozessorientierung wie kaum ein anderes Konzept. Aktuell fehlt in Deutschland noch das Wissen über SOA bei den Projektverantwortlichen . Ich denke nur eine Frage der Zeit, dass SOA mehr Anerkenung findet. (Mai 2007)"

"Zum Thema Offshore kann ich nur zwei Dinge anmerken: 1. Ist da der Wunsch Vater des Gedanken. 2. Natürlich führt die Auslagerung zu Problemen, aber die lösen sich mit der Zeit. Offshore ist in vielen Bereichen nicht aufzuhalten, was ich selber auch bedauerlich finde. (Mai 2007)"

"Mit dem Offshore das ist schwer zu sagen. Fakt ist das die Autos nach wie vor erstrangig immer noch in den teuren Ländern gebaut werden. (Mai 2007)"

"Flache Stimmungsmache nach dem Motto "Wie füllen wir das Vorsommerloch!" (Mai 2007)"


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