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Klarer Luftblasen-Favorit ist Offshore. Jeder dritte Projektanbieter
(37 %) sowie IT-Selbstständige (34 %) sieht im kostengünstigen
Auslagern von IT-Dienstleistungen nach China oder Indien keine Zukunft.
Wie Studien zeigen, hat diese Skepsis vor allem auch sprachliche
und kulturelle Gründe. So identifizierte die adesso AG in ihrer
Studie "Trends im
Software-Entwicklermarkt", dass die größten
Probleme in der Zusammenarbeit mit Offshore-Entwicklern bei Fach-
und Prozesswissen (69 %), aber besonders auch in der Kommunikation
und Abstimmung (ebenfalls 69 %) sowie bei der daraus resultierende
Softwarequalität (40 %) bestehen. Weitere Faktoren, die eine
Rolle spielen sind geringere Qualitätsmaßstäbe sowie
das Risiko von Zeitverzögerungen aufgrund der geografischen
Distanz. Sofern Unternehmen IT-Projekte auslagern, dann im eigenen
Land oder den angrenzenden Nachbarländern ergab die Capgemini-Studie
"IT-Trends 2007".
Bekanntschaft mit fernöstlichen Anbietern hätten bislang
nur wenige gemacht. Bereits im Jahr 2004 ermittelte eine GULP
Umfrage unter Projektanbietern, dass sich Osteuropa vor Südostasien
dauerhaft als Offshore-Region etablieren werde.
Deutlich höher ist dagegen die Akzeptanz von Web 2.0 und
Software as a Service (Saas): Jeder zehnte IT-Selbstständige
und Projektanbieter meint, dass es sich hierbei nur um Modeerscheinungen
handelt, die bald von der Bildfläche verschwinden werden. Grundsätzlich
neu sind beide Themen nicht. So wurde Saas bereits unter dem Begriff
"Application Service Providing" (ASP) diskutiert. Hinter
Saas verbirgt sich die webbasierte Einführung von Software
im "On-Demand-Modell", d.h. der Kunde greift über
das Web auf die Anwendungen zu, die Einführung und Pflege vor
Ort entfällt. Vorteile werden vor allem für kleine und
mittelständische Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung gesehen.
Aufgrund der eingeschränkten Konfigurierbarkeit eigne sich
Saas besonders für Standardlösungen, die keine großen
Anforderungen an individuelle Anpassungen stellen. (Quellen: IT-Business
8/2007, IT-Management 4/2007)
Auch Web 2.0 ist eigentlich nichts grundsätzlich Neues, denn
Interaktion war im Internet auch vorher schon möglich. Nur
eben noch nicht in der heutigen Form. Mittlerweile kann jeder User
aktiv im World Wide Web mitmachen und dieses mitgestalten. Beispielsweise
indem er sich durch Blogs der Öffentlichkeit mitteilt, sich
in Plattformen wie Youtube und MySpace selbst darstellt, Inhalte
in Wickies einbringt oder verändert, sich ein neues Leben in
einer virtuellen Welt (Second Life) aufbaut... Auch für Unternehmen
eröffnen sich hierdurch ganz neue Werbemöglichkeiten.
Besteht zur Zukunft von Offshore, Saas und Web 2.0 weitgehend Konsens
unter IT-Selbstständigen und Vermittlern/Agenturen, gehen die
Ansichten bei Service Oriented Architecture (SOA) und Vista auseinander.
Während die Projektanbieter (19 %) offenbar größere
Bedenken beim Thema "Service Oriented Architecture" (SOA)
haben, sehen externe IT-Spezialisten (20 %) das neue Betriebssystem
Windows Vista schneller in der Luft verpuffen. Möglicherweise
betrachten die Parteien diese Themen unter anderen Gesichtspunkten,
was zu den unterschiedlichen Einschätzungen führt. So
beurteilen IT-Spezialisten, die zum Großteil selbst aus der
Software-Entwicklung kommen, ein neues Betriebssystem sicher unter
ganz anderen Aspekten als die Anwender, worunter auch Projektanbieter
zu zählen sind. Der fachliche Background ermöglicht es
den IT-Experten, hinter die äußere Hülle zu schauen
und Schwachstellen bzw. Bugs schneller zu erkennen. Ähnlich
könnte es sich beim Thema SOA verhalten, dem sich die Projektanbieter
vielleicht mit einer anderen Intention nähern als IT-Selbstständige.
Die geringste Skepsis zeigen die Befragten dann wieder übereinstimmend
bei der Internetsuchmaschine Google sowie der Internet-Telefonie
(VoIP). Beides sind Angebote, die sich insbesondere im Privatbereich
etabliert haben. So meldete der Bitkom e.V. im Oktober 2006, dass
bereits 11 % der Deutschen VoIP nutzen. Bei den Unternehmen seien
es erst 9 % und spiele speziell bei Telefonaten über das firmeninterne
Daten-Netz eine Rolle. Google vereinte im März dieses Jahres
48 % des Internet-Suchmarktes auf sich, der zweitplazierte Yahoo
kam auf gerade mal 28 % (Quelle: www.finanznachrichten.de). Wie
akzeptiert die Suchmaschine in Deutschland ist, zeigt auch der Dudeneintrag
zum Wort "googeln".
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