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Umfrage-Ergebnis:

Profitable Projektlaufzeiten für Vermittler

(Februar 2006)

Eine seriöse, professionelle und schnelle Projektvermittlung von externen IT-Experten erfordert neben Arbeit und Zeit vor allem geschultes Fachpersonal. In die einzelnen Vermittlungsphasen - u.a. Vertrags- und Honorarverhandlungen, Recherche, Auswahl, Aufbereitung und Präsentation der Kandidatenprofile, Interviews – sind meist verschiedene Abteilungen eingebunden. Das kostet Geld. Je nach gesuchtem Anforderungsprofil, Erfahrung der Mitarbeiter und Entscheidungsfreudigkeit des Kunden können bis zur erfolgreichen Vermittlung nur wenige Tage oder aber auch Wochen vergehen. Für seine geleistete Arbeit bekommt der Vermittler eine Provision: In der Regel handelt es sich dabei um einen bestimmten Prozentsatz vom Stundenhonorar des vermittelten IT-Selbstständigen.

Doch nicht bei jedem Projekt stehen Aufwand und Nutzen in angemessener Relation, so dass nicht jede Vermittlung ein gutes Geschäft darstellt. GULP hat bei 61 Projektanbietern nachgefragt, ab welcher Projektlaufzeit sich die Vermittlung externer IT-Spezialisten für sie rechnet. Obwohl das Ergebnis eindeutig ist, wird es im Geschäftsalltag nicht immer so praktiziert.

 

Die minimale Projektlaufzeit, ab der sich die Vermittlung (Recherche, Interview, etc.) eines IT-Experten rechnet?
2 Wochen 3%

1 Monat 15%

2 Monate 20%
3 Monate 46%
6 Monate 16%


Nach Ansicht der befragten Projektanbieter gibt es eine deutliche Mindestgrenze, ab der sich die Vermittlung externer IT-Experten finanziell lohnt: Für fast die Hälfte von ihnen (46 %) liegt diese bei einer Projektdauer von drei Monaten. Je kürzer die Projekte sind, umso weniger Anbieter finden sich, die in der Vermittlung dann noch ein Gewinngeschäft sehen. Je länger die Projektlaufzeit, desto lukrativer also die Vermittlung: Auch wenn es daran nichts zu rütteln gibt, positioniert sich mit 16 % nur eine kleine Gruppe der Anbieter bei einer mindestens halbjährigen Projektdauer. Angesichts der Tatsache, dass in der Praxis viele IT-Projekte einen Zeitraum von drei Monaten beanspruchen durchaus nachvollziehbar. Und getreu dem Motto "Geschäft ist Geschäft" ist die Annahme von Projekten mit sehr kurzer Laufzeit für einige der befragten Anbieter nicht nur die Ausnahme, sondern eher gängige Praxis:

 

Nehmen Sie Projekte unter dieser Laufzeit an?

Ja trotzdem. 32%

Nur bei besonderen Kunden. 43%
In der Regel nicht. 25%


Drei Viertel der Projektanbieter sind bereit, externe IT-Spezialisten auch in kürzere Projekte zu vermitteln, was für sie - zumindest auf den ersten Blick - wenig gewinnversprechend ist. Da der Großteil von ihnen (43 %) allerdings nur bei besonderen Kunden so handelt, dürften hier vor allem strategische Überlegungen eine Rolle spielen: Sie erwarten, dass sich die Vorleistung im Hinblick auf zukünftige Geschäfte und eine langfristige Kundenbindung später einmal auszahlt. Zwar knüpft fast ein Drittel der Anbieter die Vermittlungstätigkeit bei sehr kurzen Projektlaufzeiten an keine weiteren Bedingungen, dennoch dürfte ihnen diese Bereitschaft zumindest einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Agenturen verschaffen, die ein solches Vorgehen generell ablehnen.

 

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Extrem kurze Laufzeiten von unter drei Monaten rechnen sich für den Anbieter meiner Meinung nach vom ersten Tag an. Ich stelle immer wieder fest, daß mein Profil nahezu unverändert an den Kunden geht. Weiterhin ist es bei mir in der Regel so, daß ich das Gespräch mit dem Kunden aktiv gestalte, der Vermittler dann nur noch kurz dabei sitzt, oft sogar vor der Türe wartet und nur noch den Vertrag unterzeichnen lässt. Der Aufwand ist innerhalb einer Woche wieder verdient, selbst bei einem Aufschlag von lediglich 15%. (März 2006)"

"Gerade im hochpreisigen Segment verdient der Vermittler schon ab der 1. Stunde. Meist ist der Aufwand unter 1AT, da Spezialisten handverlesen sind und schnell vermittelt werden. Die Firmen bestehen meist aus rechtlichen Gründen auf einen Vermittler. Ab dem sechsten Monat verdient der Vermittler dann ordentlich, ohne weitere Arbeit zu investieren. Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass nicht zwischen kurzen Projekten und Schulungen unterschieden wird. Schulungen sind i.A. unter 2 Wochen, aber sehr lukrativ für den Vermittler. Hier sollte stärker differenziert werden. Projekte von unter drei Monaten nehme ich erst gar nicht an! Schließlich sind meine Kosten für Hotelsuche, Flugbuchung etc. und den Akquisebesuch (meist auch ein Flug, ein Tag Verdienstausfall) überproportional in den ersten Wochen. Bei einem zweiwöchigen Projekt wäre das nicht rentabel. (Februar 2006)"

"Laufzeiten um 3 Monate und weniger werden in den meisten Fällen nicht aus strategischen Gesichtpunkten, sondern im Umfeld von Projektgruppen (bekannter Kunde, bekannte Umgebung, bekannte Aufgaben, mehrere Aufträge hintereinander) abgegeben und ergeben sich aus dem Wunsch der Kunden, nur kleine kalkulierbare Risiken mit sofortiger Wirkung (z.B. Return on Invest) zu tätigen. Daher ist der konkrete Aufwand für die einzelne Beauftragungsscheibe ("Projekt")niedrig und so werden dann auch 3 Monate akzeptabel. (Februar 2006)"

"Keine große Neuigkeit. (Februar 2006)"

"Schön, dass es auch Agenturen gibt, die gerne kurzfristige Einsätze vermitteln - meine eigene Hauptzielrichtung. Natürlich ist das ganze mit mehr Aufwand verbunden, aber er lohnt sich! Ich suche fast auschließlich nach Projekten mit einer maximalen Laufzeit von 3 Monaten (vorzugsweise 2-6 Wochen) (Februar 2006)"


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