Wie steht es um die fachliche Kompetenz der Projektanbieter?
Marktklima aktuell März 2011
(März 2011)
Datenbasis (Stand: März 2011)
| Grundlage der Auswertung ist die GULP Weiße Liste, in der IT-Freiberufler bisher über 8.700 Bewertungen zu Projektanbietern in 25 Kategorien abgegeben haben. Tragen auch Sie Ihre Erfahrungen ein! |
GULP beleuchtet seit dem Jahr 2006 die Befindlichkeiten im IT-Projektmarkt: Die Artikelreihe "Marktklima aktuell" wird auf Basis der Einträge der IT-Freiberufler in die GULP Weiße Liste erstellt.
"Marktklima aktuell" ist der Gradmesser für das Verhältnis von IT-Freiberuflern und Projektanbietern - und richtet den Blick auch dorthin, wo es weh tut.
Können Recruiter und Account Manager beim Vermittler die technischen Anforderungen eines Projekts einschätzen? Die fachliche Kompetenz der Projektanbieter polarisiert: Einerseits bewerteten 2010 62,7 Prozent der IT-Selbstständigen ihren Vermittler als fachlich kompetent. Das sind 3,4 Prozentpunkte mehr als 2007 (59,3 Prozent). Ein gutes Zeichen. Andererseits schätzt ein Fünftel der IT-Freelancer ihren Vermittler als nicht kompetent ein, was das Fachliche angeht. Das sind 4,2 Prozentpunkte mehr als 2007.
Freiberufler als Spezialisten in Nischen?
Zwei Erklärungsmöglichkeiten: Entweder sind die 20 Prozent der Freiberufler, die ihren Vermittler als nicht kompetent einschätzen, Spezialisten mit Detailwissen, über das nur wirkliche Experten verfügen. Mitarbeiter des Vermittlers sollten natürlich die Anforderungen eines Projekts einschätzen können. Nur so wissen Sie, ob der Freiberufler zum Auftrag passt und anders herum. Aber sie kennen nicht jedes Spezialgebiet so gut wie der Freiberufler, der gesucht wird – was auch verständlich ist, denn deswegen wird ja ein Experte gesucht.
Oder gibt es eben weiße und schwarze Schafe?
Oder, die zweite Möglichkeit: Es gibt unter den Vermittlern eben solche, die versuchen, die Anforderungen der Projekte zu verstehen. Die das Know-how haben oder es sich immer weiter aufbauen. Das ist den Einträgen in der Weißen Liste zufolge die Mehrheit. Daneben muss es aber auch Vermittler geben, die sich mit den Must-haves und Nice-to-haves in den Projektausschreibungen schwerer tun – zum Ärgernis des Freelancers. Allerdings: Projektanfragen sind, wie das Wort schon verrät, immer erste „Anfragen“. Im darauf folgenden Gespräch kann noch viel geklärt werden. Es gibt Freelancer, die den Blick auf das große Ganze richten und deswegen auch gerne Angebote rechts und links ihrer „Schiene“ erhalten – wer weiß schon, wohin sich der Markt in den nächsten Jahren entwickelt.
In der GULP Weiße Liste sind besonders empfehlenswerten Projektanbieter aufgeführt, basierend auf den Einträgen von IT-Selbstständigen. Haben Sie selbst Erfahrungen mit Projektanbietern gemacht – egal ob sehr gut, mittelmäßig oder schlecht? Bewerten Sie Ihren Projektanbieter in der GULP Weißen Liste
Ein Freiberufler kann auf seiner Seite auch etwas beitragen: sein Profil so ausführlich und aussagekräftig gestalten, dass der Projektanbieter die Skills eindeutig herauslesen kann. Der Vermittler wird es ihm danken, denn unpassende Projektanfragen ärgern nicht nur den Selbstständigen, sondern kosten beide Seiten unnötig Zeit.
Unpassende Projektanfragen wenigstens zur Bestimmung der eigenen Marktposition nutzen
Übrigens können Sie als Selbstständiger auch einen Restnutzen aus unpassenden Projektangeboten ziehen: Erhalten Sie zum Beispiel vermehrt Anfragen zu einem bestimmten (falschen) Skill, könnte es (neben Matching-Problemen beim Anbieter) sein, dass Sie etwas in Ihrem Profil doppeldeutig beschrieben haben. Oder erhalten Sie häufig Offerten mit Ihrem Know-how und weiteren zusätzlichen Anforderungen, die Sie nicht erfüllen (zum Beispiel eine Sicherheitsüberprüfung nach Ü1, Ü2 oder Ü3)? Dann recherchieren Sie, ob es sich lohnen könnte, das Wissen oder das Zertifikat zu erwerben.
Je kompetenter der Projektanbieter in fachlicher Hinsicht ist, desto einfacher und schneller ist das Auswahlverfahren, desto mehr können Sie sich auf ihn verlassen. Falls Sie sich nicht ganz sicher sind: Nutzen Sie auch das (Telefon-)Interview beim Kunden, um sicherzustellen, dass Sie beide wirklich dasselbe vom Projekt erwarten. Das Interview ist schließlich nicht nur eine Gelegenheit für den Kunden, Sie kennenzulernen.
Entwicklung seit 2001 geht in die richtige Richtung
Vor zehn Jahren schätzten übrigens lediglich 56,7 Prozent der IT-Freiberufler in ihren Einträgen in der GULP Weißen Liste ihren Vermittler als kompetent ein. 2010 waren es 62,7 Prozent. Ein Ausblick auf das aktuelle Jahr, auch wenn die Datenbasis für 2011 noch recht gering ist: Aktuell sprechen ebenfalls etwa 63 Prozent der Freelancer ihrem Vermittler genug fachliches Know-how zu. Das ist immerhin eine gute Tendenz, oder? Wir sind gespannt auf Ihre Kommentare.
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