Umfrage-Ergebnis: IT-Freiberufler gestern - heute - morgen

(Mai 2009)
Ist es der möglicherweise höhere Verdienst, der IT-Experten dazu bewegt, sich selbstständig zu machen? Mit welchem Problem kämpfen IT-Freiberufler derzeit am meisten? 554 externe IT-Experten haben der IT-Personalagentur GULP Ihre Meinung zum Thema "Freiberufler gestern - heute - morgen" gesagt. Hier ist das Ergebnis.
Schritt in die Freiberuflichkeit
 
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Was war der wichtigste Grund für IT-Experten, den Schritt in die Freiberuflichkeit zu wagen?
Flexiblere Arbeitszeiten, mehr Freiheit, verschiedenste technische Umgebungen und Unternehmens-Philosophien kennen lernen, nicht an betrieblichen Grabenkämpfen beteiligt sein, möglicherweise höherer Verdienst: Die Freiberuflichkeit hat viele Vorteile. "Mein eigener Chef zu sein" ist dabei für die relative Mehrheit (35 Prozent) der IT-Freiberufler der wichtigste Grund, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen, dicht gefolgt von den besseren Verdienstmöglichkeiten (32 Prozent). Bei einer GULP Umfrage im November 2008 waren rund zwei Drittel der Freiberufler und 59 Prozent der Projektanbieter der Meinung, dass einem IT-Freiberufler mehr zum Leben übrig bleibt als einem Angestellten. Eine günstige Marktsituation war am wenigsten häufig der ausschlaggebende Grund dafür, Freiberufler zu werden. Es sieht so aus, als würde es sich meist um eine bewusste Entscheidung handeln und weniger um eine Konsequenz der marktlichen Gegebenheiten.
Trendbarometer
 
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Wird sich der Trend, in die Freiberuflichkeit zu wechseln, verstärken? Die Meinung der IT-Freiberufler.
Kurz und knapp: Hier ist eine klare Richtung erkennbar. Fast zwei Drittel (61 Prozent) der externen IT-Experten sind der Meinung, dass der Trend, in die Freiberuflichkeit zu wechseln, entweder gleich bleiben oder sich noch verstärken wird.
Kein Problem
 
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Was ist für IT-Freiberufler derzeit das größte Problem?
Welche Widrigkeiten machen selbstständigen IT-Spezialisten am meisten zu schaffen? Die gute Nachricht: Fast ein Fünftel (16 Prozent) der IT-Freiberufler hat aktuell gar keine Probleme. Die schlechte Nachricht: Fast die Hälfte (44 Prozent) von ihnen kämpft derzeit um Projektangebote. Was sagt der GULP IT-Projektmarktindex dazu, der die Angebots- und Nachfragesituation auf dem IT-Projektmarkt misst? Gehemmt aufgrund kurzer Arbeitswochen durch Karfreitag und Ostermontag, schrumpft die Anzahl der über GULP abgewickelten Projektanfragen im April 2009 gegenüber März 2009 um knapp 22 Prozent und liegt damit 45,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Jammern auf hohem Niveau? An ein paar Punkten lässt sich nämlich ablesen, dass diese Entwicklung nicht allzu negativ zu sehen ist: Die Kurve des IT-Projektmarktindex 2009 folgt bislang stabil dem normalen Jahresverlauf - nur eben auf dem Niveau von 2007. 2008 war ein Rekordjahr; diesen Stand nicht mehr zu erreichen bedeutet nicht automatisch, dass die IT-Projektwelt untergeht. Wenn der IT-Projektmarktindex im Mai weiterhin der saisonalen Entwicklung folgt, wird es außerdem wieder nach oben gehen.
Die Redakteurin der GULP Knowledge BaseSie haben Themenvorschläge? Eine Meinung zur Knowledge Base?

Immer her damit! Ich freue mich auf Input, Wissen, Kritik, Fragen oder Wünsche rund um Themen, Texte und Artikel - Ihre Redakteurin für die Knowledge Base.

Kommentare zu diesem Artikel:

"Eine Sicht von ausschließlich IT-Experten ist zu eindimensional. Was ist mit den anderen Freiberuflern, die nicht "Büchsen schieben, Strippen ziehen und bunte Bildchen programmieren"? IT-Projekte und Strategie-Projekte laufen im Moment schlecht, bzw. gar nicht. Was im Moment gut läuft sind Einkaufsoptimierungen, Materialkostensenkungen und allgemeine Kostensenkungsthemen. Hier sind eine Vielzahl Freiberufler, sowie meine Wenigkeit, in der Wirtschaft unterwegs. Interessant wäre diese Gruppierung mit in den Fragenkatalog und Auswertung einzubeziehen. Die Auswertung ist demnach nicht repräsentativ. (Mai 2009)"

"Die Probleme ergeben sich erst im Alter, wenn viele feststellen werden, das sie zuwenig für die eigene Rente getan haben. Insb. bei den heutigen niedrigen Stundensätzen wird wohl kaum etwas zurückgelegt. Zumindest fällt es mir schwer. (Mai 2009)"

"Also 16 % sind zwar fast ein Fünftel, und auch fast ein Viertel, aber ziemlich genau ein Sechstel! (Mai 2009)"

"Es gibt recht wenig, was mich stört. Genauer: Inzwischen stört. Mein Fell ist gewachsen. Ich kann inzwischen damit umgehen, dass mich die einen als "Klinkenputzer" sehen, die anderen als "völlig überteuert" nach der Gleichung Stundensatz = Nettoeinkommen, wieder andere als zu schlecht gebildet - das sind in der Regel die Phrasendrescher, die neue Schlagworte in Computerbild gelesen haben. Dazu die ganze Papierwirtschaft. Am Anfang hat mich das alles wirklich gestört. Auch verlorene Aufträge haben am Anfang schlechten Schlaf gebracht. (Mai 2009)"

"Ich kann beim Trend in die Freiberuflichkeit kein so eindeutiges Ergebis erkennen. Genauso könnte man interpretieren: nur 1/4 denkt, der Trend wird sich verstärken, 3/4 sind der Meinung, der Trend stagniert oder sinkt sogar. Ich denke allerdings auch, daß der Trend steigen wird, da die Akzeptanz immer weiter steigt und vielleicht in Krisenzeiten doch mal der ein oder andere Unternehmer erkennt, daß er mit einem Freien weniger Risiko auf sich nimmt, als mit einem Angestellten, dem er nicht so ohne weiteres kündigen kann. (Mai 2009)"

"Mein größtes Problem ist der gesellschaftliche Neid. Der Rest ist locker zu sehen. (Mai 2009)"

"Ich bin der Meinung das Gulp bei der Beurteilung des Projektmarktes dem Schweinezyklus an den Universitäten mehr Beachtung schenken sollte. Wenn es eine Weile etwas besser läuft gibt es im Bereich der technischen Berufe - so wie jetzt - eine höhere Anzahl Erstsemestler. Wenn diese nach einigen Jahren mit dem Studium fertig sind wird der Bedarf bei den Kunden durch diese billigen Leute gedeckt. Das fiel im zum Beispiel Jahr 2003 recht drastisch aus. Die Auftragschancen sind dann eine Zeitlang sehr schlecht. Von daher fände ich es nicht schlecht wenn als Ergänzung zu solchen Umfragen eine Statistik der Erstsemestler und Studienabgänger gezeigt wird. (Mai 2009)"