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Umfrage-Ergebnis:

Risiko Berufsunfähigkeit

(Oktober 2005)
 

"Mir wird schon nichts passieren." - Jeder von uns hat diesen Satz bestimmt schon mehr als einmal im Zusammenhang mit dem Thema "Berufsunfähigkeit" gedacht oder gesagt. Eine Auseinandersetzung mit den Folgen einer Berufsunfähigkeit ist aber gerade für Freiberufler und Selbstständige wichtig, denn nicht selten führt der Verlust der Arbeitskraft zum finanziellen Super-Gau. GULP hat bei den IT-Freiberuflern nachgefragt, wie sie ihr Berufsunfähigkeitsrisiko einschätzen und ob sie entsprechend vorgesorgt haben. Insgesamt 449 Freiberufler haben sich an der entsprechenden Umfrage beteiligt.

 

Wie hoch schätzen Sie Ihr Risiko ein, berufsunfähig zu werden?
 
Sehr hoch, kann mir jederzeit passieren. 19%
Eher gering, aber nicht ausgeschlossen. 73%
Ich sehe kein Risiko. 8%
 

Fast allen befragten Freiberuflern (92 Prozent) ist bewusst, dass auch sie vor einer möglichen Berufsunfähigkeit nicht gefeit sind. Mit 73 Prozent schätzt aber die große Mehrheit der Teilnehmer ihr Berufsunfähigkeitsrisiko als eher gering ein. Nur etwa jeder Fünfte rechnet damit, dass es ihn jederzeit treffen kann.

Wer sich als IT-Freiberufler allerdings darauf verlässt, dass Berufsunfähigkeit nur körperlich schwer arbeitende Menschen trifft, der liegt falsch, denn das Berufsunfähigkeitsrisiko koppelt sich zunehmend von der Schwere körperlicher Arbeit ab: Der Anteil von Frühverrentungen in traditionell wenig riskanten Berufen ist gestiegen. Dies liegt u.a. auch daran, dass neben Herz-/Kreislauf-, Skelett- und Stoffwechselerkrankungen immer mehr psychische Erkrankungen die Arbeitsunfähigkeit, vor allem jüngerer Menschen, verursachen. (Quelle: Manager-Magazin.de, 2004)

Schutz gegen die finanziellen Folgen einer Berufsunfähigkeit bietet - insbesondere für Selbstständige, die keine gesetzlichen Rentenansprüche haben - eine private Berufsunfähigkeitsversicherung.

 

Sind Sie gegen Berufsunfähigkeit versichert?
 
Ja. 59%
Bislang noch nicht, ist aber geplant. 20%
Nein, halte ich für unnötig. 21%
 

Das Zurechtfinden im Versicherungs-Dschungel ist nicht immer ganz leicht. Erfreulich, dass mehr als die Hälfte der befragten IT-Selbstständigen bereits gegen die Folgen einer Berufsunfähigkeit versichert ist. Jeder Fünfte konnte sich bislang noch nicht zum Versicherungsabschluss durchringen, zieht diesen aber immerhin in Erwägung. Mindestens ebenso viele Freiberufler halten eine Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit dagegen für unnötig, obwohl sich viele von ihnen des vorhandenen Risikos durchaus bewusst sein dürften. (Nur 8 Prozent der Befragten sehen kein Risiko, berufsunfähig zu werden.) Entweder handeln sie nach dem Motto "mir wird schon nichts passieren" oder haben wenig finanziellen Spielraum, da es noch weitere existenzbedrohende Risiken abzusichern gilt.

 

Welche Versicherungen haben Sie? (Mehrfachantworten waren möglich)
 
Haftpflichtversicherung 83%
Unfallversicherung 57%
Krankenversicherung 91%
Rentenversicherung 55%
Lebensversicherung 65%
 

So besitzt fast jeder der Umfrage-Teilnehmer eine Krankenversicherung, auch wenn es sich mit 91 Prozent nicht um alle IT-Freiberufler handelt. Weit über drei Viertel (83 Prozent) schützen sich mit einer Haftpflichtversicherung vor den Folgen von Personen-, Sach- und/oder Vermögensschäden. Bei annähernd zwei Dritteln (64 Prozent) ist eine Lebensversicherung zur Absicherung der Familie im Todesfall sowie zur Altersvorsorge vorhanden. Immerhin über die Hälfte der Befragten gibt Geld für eine Unfall- oder Rentenversicherung aus.

Es bleibt jedem selbst überlassen, wie viel er in seine persönliche Absicherung investiert. Wichtig (aber auch nicht leicht) ist es, ein gesundes Mittelmaß zu finden, um einerseits auf der sicheren Seite zu sein, andererseits aber auch noch Geld für die schönen Dinge des Lebens zu haben.

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Alles schön und... nein, nicht gut, sondern problematisch - aber auch sehr wichtig!! Allerdings sollte der (vor allem freiberufliche) ITler sich bewußt sein, dass eine BERUFsunfähigkeit in diesem Bereich äußerst selten von den Bedingungen der Versicherungen abgedeckt ist. Im Schadensfall heißt das: jahrelang umsonst eingezahlt! Alle, die (lobenswerterweise) eine BU abgeschlossen haben, sollten daher ihr Bedingungswerk genauestens prüfen! (Dezember 2006)"

"Doppelt erschreckend, wenn man bedenkt, dass eine BU geringe Beitraege hat, man sie ggf. mit einer Rente kombinieren oder andernfalls steuerlich geltend machen kann. Ob Single oder Verheiratete(r) macht dabei aber keinen Unterschied - unverwunderbar sind beide nicht. (Oktober 2005)"

"Erschreckend finde ich es, dass manche nicht einmal eine Krankenversicherung zu haben scheinen ... ist das der Mut zum Risiko oder die in meinen Augen eher unverschämte Kalkulation, dass wir hier in Deutschland schon keinen vor dem Krankenhaus stehen lassen? (Oder zahlt für sie schlicht und einfach die Familien(mit)versicherung, so dass sie ihre Versicherung nicht wahrnehmen?) (Oktober 2005)"

"Die Zahlen sind für mich z.T. schockierend. Berufsunfähigkeit kann jeden treffen- auch Freiberufler. Ich komme aus der Praxis und erlebe live, wenn der Ernstfall eintritt. Nur ist im Ernstfall die nachträgliche Erkenntnis zu spät. Solange ein Freiberufler Single ist, ist es seine Entscheidung, wenn er eventuell zum Bettler wird. Wer Familie hat und sich so äußert, ist aus meiner Sicht verantwortungslos. Wenn das Einkommen nicht reicht, um sich abzusichern, sollte man sich überlegen, wo die Ursachen sind und entsprechende Entscheidungen treffen. (Oktober 2005)"


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