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Umfrage-Ergebnis

Zeitkiller E-Mail?

(Juli 2002)

Kommunikation per E-Mail: Hat die elektronische Kommunikation geschäftliche Abläufe schneller und einfacher gemacht und die Zeitspanne für wichtige Entscheidungen verkürzt? Oder entwickelt sich die elektronische Post nicht eher zum allgegenwärtigen Ärgernis, da die Flut der E-Mails die Arbeitseffektivität beeinträchtigen?

Ordnung ist das halbe Leben eines E-Mail-Empfängers: Wichtiges wird von Unwichtigem getrennt, Geschäftliches kommt vor Privatem, Dringendes vor nicht Dringendem - und zu allem Überfluss verlangen die Absender der E-Mails auch noch nach einer raschen Antwort. Wann soll man da noch produktiv arbeiten?
Zwischen dem 20. Juni und dem 19. Juli gaben uns insgesamt 720 Teilnehmer dazu Auskunft:

 

Wie viel Zeit verbringen Sie pro Tag mit der Bearbeitung von E-Mails?
10 – 30 min 37%
30 – 60 min 41%
60 – 90 min 12%
90 – 120 min 6%
120 – 180 min 2%
länger als 3h 2%
 
Knapp ein Viertel (22 Prozent) der Umfragenteilnehmer verbringt täglich länger als eine Stunde mit der Bearbeitung von E-Mails. Das bedeutet nicht, dass diese sich äußerst viel Zeit lassen - hier stapelt sich vermutlich die unbearbeitete Korrespondenz im verstopften Postfach. Doch es geht auch schneller: 41 Prozent beschäftigen sich nur noch zwischen 30 und 60 Minuten pro Tag mit der elektronischen Post und immerhin 37 Prozent der Teilnehmer schaffen das unter einer halben Stunde.

 

Wie viel Zeit verbringen Sie täglich mit dem Lesen von Newslettern?
bis zu 10 min 57%
10 – 30 min 34%
länger als 30 min. 9%
 
Eine Informationsquelle des Internet sind Newsletter - diese können aber auch die reinsten Zeitdiebe sein: Die Mehrheit der Teilnehmer (61 Prozent) bringt sich innerhalb von nur 10 Minuten pro Tag auf den neuesten Stand. Ein Drittel (33 Prozent) verbringt täglich zwischen 10 und 30 Minuten mit dem Lesen der Newsletter. Fast jeder zehnte Teilnehmer (9 Prozent) findet sich zur Lesestunde ein und schmökert länger als eine halbe Stunde in den per E-Mail versendeten Nachrichten.

 

Wie viele E-Mails sind für Sie geschäftlich wichtig?
keine 0%
1-10% 25%
10-25% 23%
25-50% 22%
50-75% 18%
75-100% 12%
 
Fragt man danach wie viele E-Mails für das tägliche Business überhaupt relevant sind, so erhält man erstaunlich unterschiedliche Ansichten: Ein Viertel der Teilnehmer (25 Prozent) erhält nur äußerst selten geschäftlich relevante E-Mails: 9 von 10 E-Mails sind hier vermutlich ungezielt versendete Massenwerbung oder Newsletter. Für 23 Prozent sind von hundert E-Mails nur 10 bis 25 Posteingänge geschäftlich wichtig. Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) befindet 25 bis 50 Prozent seiner E-Mails für geschäftlich relevant. Nicht mal ein Drittel (30 Prozent) kommt zu dem Schluss, dass immerhin mehr als die Hälfte ihrer E-Mails geschäftlichen Zwecken dient. Frohes Schaffen - es warten etliche Kunden und Kollegen auf Antwort!

 

Wie viele E-Mails löschen Sie direkt nach dem Lesen des Betreffs?
keine 14%
1-10% 31%
10-25% 19%
25-50% 18%
50-75% 13%
75-100% 6%
 

Unaussagekräftige Betreffs, leere <no subject>-Zeilen oder zig mal weitergeleitete E-Mails [Fwd: Wtrlt: WG: Fw: AW: FUN] verstopfen tagtäglich den Posteingang und machen eine vernünftige Vorsortierung schwer. Es sei denn, die Betreffzeile beinhaltet schon das eigentliche Anliegen. Oft reicht eine Kurznotiz nur im Betreff, die mit 'EOM' (End of Mail) beendet wird.

Trotzdem löschen 14 Prozent unserer Umfrage-Teilnehmer keine einzige E-Mail nur aufgrund des Betreffs. Bei 31 Prozent kann es vorkommen, dass sie jede zehnte E-Mail gleich nach dem Lesen des Betreffs löschen. Zusammengenommen 37 Prozent der Umfrage-Teilnehmer löschen zwischen 10 und 50 Prozent ihrer E-Mails und 13 Prozent verbannen immerhin bis zu dreiviertel Ihrer E-Mails direkt nach Kenntnisnahme der Betreffzeile in den Papierkorb. Eine wahre Löschorgie hingegen veranstalten die 6 Prozent der Teilnehmer, die mehr als 75 Prozent ihrer E-Mails für immer aus dem Posteingangsordner entfernen.

 

Fühlen Sie sich von vielen geschäftlichen E-Mails gestresst?
nein 63%
etwas 33%
sehr 4%
 
E-Mail kann eine stressige Angelegenheit sein: Schnell wird per E-Mail eine Anweisung gegeben oder eine Frage gestellt, schnell wird auch eine Antwort verlangt. Doch ein Großteil unserer Umfrage-Teilnehmer bleibt ganz entspannt: 63 Prozent fühlen sich in keinster Weise von geschäflichen E-Mails gestresst und stehen der elektronschen Post auch ein wenig Gemütlichkeit zu. Ein Drittel der Teilnehmer (33 Prozent) hingegen empfindet die elektronische Geschäftspost als leidlich stressig, aber nur sehr wenige (4 Prozent) schreiben geschäftlichen E-Mails ein ausgesprochenes Stresspotenzial zu.

 

Wie schnell antworten Sie in der Regel dem Absender einer E-Mail?
innerhalb 1 Std. 32%
innerhalb 6 Std. 36%
innerhalb 12 Std. 9%
innerhalb 24 Std. 17%
innerhalb 2 Tagen 4%

länger als 2 Tage 1%

 

E-Mails sollen Abläufe schneller machen und die Zeitspanne für Entscheidungen verkürzen. Zeit ist Geld, denkt sich sicher auch das Drittel (32 Prozent) der Umfrage-Teilnehmer, die dem Absender einer E-Mail sogleich (innerhalb einer Stunde) antworten. In 36 Prozent der Fälle muss der Absender auch nicht all zu lange warten: Er bekommt die Antwort innerhalb von sechs Stunden.

Etwas länger dauert es bei zusammengenommen 26 Prozent der Teilnehmer. Sie antworten in einem Zeitrahmen zwischen 6 und 24 Stunden. Aber auch hier hat der Absender die Antwort in aller Regel am nächsten Tag in seinem elektronischen Postkasten. Zwei Tage oder länger dauert es nur selten (5 Prozent).

 

Durch die Einführung der E-Mails ist Ihre Produktivität...
gestiegen 68%
gleich geblieben 27%
gesunken 5%
 

30 Jahre sind seit der Einführung der elektronischen Post ins Land gegangen und manche denken die Erfinder gehörten bestraft. Doch nur eine Minderheit denkt, dass E-Mail auf dem besten Wege ist, tausende von Arbeitsstunden zu vernichten und Produktivität im Keim zu ersticken: Jeder Zwanzigste (5 Prozent) sieht durch die Einführung der E-Mails seine produktiven Arbeitsabläufe beeinträchtigt. Im Gegenzug freuen sich mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer (68 Prozent) über ihre dank E-Mail gestiegene Produktivität.
Für ein Viertel (26 Prozent) hat sich nichts verändert: Ihre Produktivität ist weder gestiegen noch gesunken. Aber das ist ja auch eine Erkenntnis.

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Wenn man irgendeine Einbindung in irgendeine Art von Team hat (und wer hat das nicht?), ist E-Mail einfach DIE geniale Erfindung. Anders als Telefon belästigt es mich nicht beim Arbeiten - ich bestimme selbst, wann ich reingucke. Und wie viele Daten können blitzschnell per Anhang übermittelt werden. Für mich gibts nur: pro E-Mail! Jörg Schröder (Februar 2003)"


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