Ganz allein, mit Unterstützung oder überhaupt
nicht, weil man die Angelegenheit in andere Hände gelegt hat.
Bei der GULP Herbst-Umfrage für Freiberufler ging es darum,
wie IT-Freiberufler ihre Finanzen regeln.
Als Selbstständiger steht man immer auch vor betriebswirtschaftlichen
Herausforderungen, nicht zuletzt die Vorsorge für schlechte
Zeiten oder für das Alter
ist ein wichtiges Thema. Entsprechend beachtlich war bei dieser
Umfrage die Teilnehmerzahl von 292 IT-Freiberuflern.
Welche Dienstleister nehmen Sie dafür
in Anspruch?
(Mehrfachnennungen waren möglich)
Steuerberater. 87 %
Vermögensberater. 18 %
Versicherungsmakler. 23 %
Versicherungsvertreter. 10 %
Rechtsanwalt. 19 %
Bankberater. 23 %
Ein IT-Freiberufler hatte im GULP Forum vor geraumer Zeit unmissverständlich
gesagt: "Ich habe einen Steuerberater, weil mir dann die Zeit,
die ich für Steuerklärung und sonstige Steuer-Sachen brauchen
würde, für angenehmere Dinge bleibt." Hinzu kommt die
Sorge, dass man als Autodidakt aufgrund fehlenden Wissens vielleicht
manche Geldsparmöglichkeit nicht nutzt – und schon erhalten
die Steuerberater bei dieser Frage erkleckliche 87 Prozent der Antworten.
Weit weniger von IT-Freiberuflern in Anspruch genommen werden bereits
die "Zweitplatzierten": Auf die Unterstützung von
Bankberatern und Versicherungsmaklern greifen jeweils etwa ein Viertel
(23 Prozent) der Umfrageteilnehmer zurück, währenddessen
nur jeder Zehnte Kunde von einem Versicherungsvertreter ist.
Einem professionellen Spezialisten vertrauen auf dem Weg zum Reichtum
– immerhin 18 Prozent der selbstständigen IT-Spezialisten
nutzen das Know-how eines ausgewiesenen Vermögensberaters.
Dagegen stehen nicht unbedingt die Finanzen im Mittelpunkt, wenn
man den Beistand eines Rechtsanwaltes in Anspruch nimmt, wie es
19 Prozent der IT-Freiberufler getan haben bzw. tun. Ein Anmerkung
am Rande: Wer einen kundigen Rechtsanwalt in seiner Nähe kennt
oder sucht, für den ist das GULP
Anwaltsverzeichnis eine gute Adresse – um die Liste mit
weiteren Anwaltsdaten "aufzufüllen" oder um hier
Hilfe zu finden.
Fühlen Sie sich dabei gut betreut?
Ja, sehr zufrieden. 48 %
Geht so. 46 %
Nein. 7 %
Das Votum lässt kaum einen Zweifel daran: Der überwiegende
Teil der IT-Freiberufler hat an der finanziellen Betreuung nichts
bzw. wenig auszusetzen. Dabei ist beinahe die Hälfte (48 Prozent)
der Teilnehmer an der Umfrage sehr zufrieden, weitere 46 Prozent begnügen
sich mit einem vagen "Geht so". Nur sieben Prozent schließlich
betrachten ihre Betreuung definitiv verärgert und missmutig.
Weil ein halb volles Glas auch halb leer sein kann, noch eine Interpretation
aus der anderen Perspektive: 53 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage
sehen in ihrer finanziellen Betreuung noch Potenzial für Verbesserungen.
Was brauchen / wollen Sie?
Onlinekonto genügt. 61 %
Obligatorische Bankberatung reicht. 14 %
Zusätzlich einen Berater online. 7 %
Einen persönlichen Makler aller meiner Finanzen.
18 %
Es gibt sicher Selbstständige (z. B. Händler), deren Buchhaltung
und Finanzorganisation in der Regel aufwändiger ist als diejenige
von IT-Freiberuflern. Wenig überraschend sind deshalb die 61
Prozent, denen ein Onlinekonto genügt: Der heimische PC inklusive
Internetanschluss wird zum Bankschalter, an dem man rund um die Uhr
seine Geldgeschäfte abwickeln kann.
Hin und wieder sich in der Bank vor Ort beraten lassen, darauf wollen 14 Prozent
der Teilnehmer an der Umfrage nicht verzichten; weitere sieben Prozent
hätten dagegen gerne einen Berater online, der via eMail Fragen
beantwortet.
Apropos Fragen: Beachtliche 18 Prozent der IT-Freiberufler wollen
nicht viel fragen, sondern einen persönlichen Finanz-Makler
à la: "So, ich gebe Ihnen alles, was Sie brauchen –
und danach möchte ich mit den Geldangelegenheiten nichts mehr
zu tun haben. Außer natürlich, dass die Rendite passt
und pünktlich überwiesen wird."
Kommentare zu diesem Artikel:
"Sehr interessanter Artikel - gerade bei den Steuerberatern sind die Qualitätsschwankungen nach meiner Erfahrung besonders gross - wie wäre es mit einer Liste á la Anwaltsliste ??? (Februar 2005)"
"Dass ausgerechnet Fachpersonal der IT in derart hohem Anteil auf Online geführte Konten vertraut und mehr nicht benötigt, erklärt vielleicht, warum und wieso vieles so ist.
Ich muß (im tiefen Glauben an das Gute im Menschen) einfach annehmen, alle der Beteiligten haben ein Institut gefunden haben, das vertraglich die Umkehrung des Schuldprinzips in Bezug auf den Mißbrauch des Onlinebankings erklärt.
...hat mich noch nicht betroffen.
...und solange das so bleibt... (Januar 2005)"
"Ich persönlich leiste mir keinen Steuerberater, habe glücklicherweise eine betriebswirtschaftliche Ausbildung. Mein Olinekonto möchte ich auch nicht missen, aber ob dies alleine glücklich macht, naja.. (November 2004)"
"Ich finde es erschreckend, dass 19 % der Freelancer einen Rechtsanwalt brauchen. Auch wenn es vor allem im privaten Bereich sein kann, zeigt es doch, wie sehr Deutschland mittlerweile zur Prozessrepublik verkommen ist. (November 2004)"
"Dieser Artikel ist wirklich sehr gut. (November 2004)"
"In dem Artikel steht nichts drin, was nicht stimmt. Ich gehöre zu denjenigen, die eigentlich nur ein online-Konto brauchen, weil ich die Zeiten zwischen den Projekten nutze um meine Finanzen zu regeln und so einzusteuern, dass ich während einem Projekt auf Automatismen vertrauen kann und nicht auf einen Berater vertrauen muss. Mal ehrlich: Wenn die Finanzberater so gut wären, warum arbeiten sie noch und ruhen sich nicht auf dem verdienten Geld aus? (November 2004)"
"Eine generelle Aussage zu den Know-how-News:
Ich finde alle Beiträge sehr passend, interessant und weiterbildend. Machen Sie weiter so und vielen Dank. (November 2004)"
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