Umfrage-Ergebnis: Ohne Diplom nix los?

Mit Diplom mehr Moos: Diplomzeugnis und Zertifizierungen wirken sich auf das Honorar von IT-Freiberuflern aus

(Oktober 2009)
Immer mehr Projektanbieter achten auf die Ausbildung des IT-Freiberuflers, so das Ergebnis dieser GULP Umfrage. Abgeschlossenes Diplom-Studium und Zertifizierungen wirken sich außerdem positiv auf die Bezahlung des IT-Freelancers aus. Aber sie sind nicht das alleinige Kriterium: Für IT-Selbstständige ohne Diplom-Studium sieht es deswegen noch lange nicht schlechter aus.
Diplom-Informatiker vs. leidenschaftlicher Crack
 
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Ist Projektanbietern die Ausbildung eines IT-Freiberuflers wichtig?
Es hat sich etwas getan: Die Ausbildung des IT-Freiberuflers ist im Vergleich zu 2004 in den Augen der Projektanbieter wichtiger geworden. In der aktuellen Umfrage bestanden 60 Prozent der Projektanbieter auf ein abgeschlossenes Diplomstudium oder eine Fachausbildung, vor fünf Jahren waren es nur 49 Prozent. Ein Grund dafür ist, dass derzeit mehr IT-Freiberufler verfügbar sind als beispielsweise im letzten Jahr. Projektanbieter haben eine größere Auswahl – und können es sich leisten, neben anderen Qualifikationen eben auch auf die Ausbildung des IT-Freelancers zu achten.

Für einige Projektanbieter sind aber auch andere Qualifikationen wichtiger als Studium & Co, zum Beispiel Hard- und Softskills. Oder wie es ein Projektanbieter GULP gegenüber ausdrückte: „Uns interessieren vielmehr die Cracks, die mit zwölf schon den ersten PC auseinandergeschraubt haben, mit 16 ihre erste Webseite einrichten und Programme zur Steuerung des Stromverbrauchs des Rasenmähers, der Waschmaschine oder Kühlschranks entwickeln. Denen ist ein Formular-Rennen oft zu langweilig, und sie haben es auch gar nicht nötig. Sie machen es, wenn überhaupt, nur nebenbei.“ Softskills würden seiner Meinung nach immer wichtiger, auch für das Betriebsklima und somit den Erfolg eines Unternehmens. Er ist der Ansicht, dass Software-Arbeit immer komplexer und deswegen vorwiegend in Gruppen durchgeführt wird – deswegen hätten es Eigenbrödler schwer. Sympatische Exoten und eigene Persönlichkeiten dagegen wären gefragt.
Zertfikat? Ins Profil eintragen!
 
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Wie wichtig sind Projektanbietern bei IT-Freelancern Zertifizierungen?
29 Prozent der Projektanbieter sagen ganz klar: Ich bevorzuge Kandidaten mit einer passenden Zertifizierung. Zusammen mit den 48 Prozent, die Zertifikate für das Tüpfelchen auf dem i halten, wenn auch der Rest stimmt, bedeutet das: Mehr als Dreiviertel (77 Prozent) der Projektanbieter achten genau auf ITIL, ITQB & Co.

Für IT-Freiberufler heißt das, dass sich die Investition in den Erhalt einer gefragten und passenden Zertifizierung in ihrem speziellen Bereich lohnen kann. Wer schon ein Zertifikat vorweisen kann, sollte es unbedingt in sein Profil eintragen. Der ideale Ort dafür ist die Kategorie "Produkte / Standards / Erfahrungen" Passwort geschützter Bereich, die bei Projektanbietern von sehr hoher Bedeutung ist.
Mit Diplom mehr Moos
 
Umfrage der IT-Personalagentur GULP: Wirken sich bei IT-Selbstständigen Diplom und Zertifikat auf das Honorar aus?
Ein Drittel der Projektanbieter ist der Meinung, dass IT-Freiberufler mit Diplom und Zertifikat besser bezahlt werden. Hier zeigt sich noch mal, dass sich der Erwerb des richtigen Zertifikats auszahlen kann.

Abgeschlossenes Studium und Zertifikat sind anerkannte Indikatoren für erlernte Kompetenz, ein Signal für Fachwissen und Erfahrung in der Informatik. Wenn der Projektanbieter den IT-Freiberufler nicht kennt oder er sich zwischen mehreren entscheiden muss (oder vielmehr darf), helfen ihm Zeugnisse den Selbstständigen einzuschätzen. Das Papier kann aber nicht Kompetenz und Fachwissen ersetzen. Nach den ersten Tagen oder Wochen im Projekt stellt sich heraus, ob der beauftragte IT-Freelancer seinen Titel auch umsetzen kann. Außerdem gibt es noch andere Indikatoren für Kompetenz: Projekterfahrung und Know-how sind die deutlichsten Signale für Fachwissen. Sie sollten ihre bereits abgeschlossenen Aufträge also unbedingt in Ihrem Profil in die Kategorie Projekte Passwort geschützter Bereich eintragen. Sie gehört zusammen mit dem fachlichen Schwerpunkt Passwort geschützter Bereich und einem aktuell gehaltenen Verfügbarkeitsdatum zu den wichtigsten und unabdingbaren Informationen in Ihrem Profil. „Projekte“ ist die ausführlichste Kategorie - auf die sollten Sie in Ihrem eigenen Interesse die größte Sorgfalt richten, um Signale an den Projekanbieter zu senden und sich von anderen externen IT-Spezialisten abzuheben.

An dieser GULP Umfrage haben 40 Projektanbieter teilgenommen.

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Kommentare zu diesem Artikel:

"Diplome und Zertifikate können niemals Praxiswissen, oder die Intellektuelle Affinität zur digitalen Welt repräsentieren. Meiner Meinung nach sind viele dieser Auszeichnungen mehr Schein als Sein. Nichtsdestotrotz bleibt zu sagen, dass es durchaus effektive und umfassende Ausbildungsmöglichkeiten gibt. (Juli 2011)"

"Ich habe selbst eine Unzahl an Zertifizierungen und Ausbildungen. Einge haben sich namentlich geändert oder haben auch methodisch eine Optimierung erfahren. IM Grunde gilt für mich immer noch Erfahrung, Erfahrung, Erfahrung! Ein Parameter, das im Entscheidungsprozess gern übersehen wird. PMI, Agile Method, Prince2, CMMI, ITIL..Methoden, Verfahren, Prozessmodelle. Methodensicherheit ist selbstverständlich wichtig, wenn es um die grundsätzlichen Wissensbereiche im PM geht. Methoden müssen aber schon aus Efektivitätsgründen in die Unternehmens- und Projektkultur passen. Daher prägen sich immer neue Subkulturen und Modellanpassungen aus, die letztlich fast nichts mehr mit dem sogenannten "Standard" zu tun haben. Es gibt den schönen und passenden Begriff von der Briefmarke, die man sich mit den Zertifizierungen aufklebt. Damit haben viele Unternehmen viel Geld verdient und werden es weiter tun. Best praktice oder auch "best of breed" heißen die (ich gebe zu alten) Zauberworte: An die Umgebungen und an die Bedingungen angepasste Verfahren, die im Vorfeld eines Projekts als Rahmenbedingungen vereinbart und beschlossen werden müssen. In der Spezifizierung ist es im laufenden Prozess möglich, Verfahren und Dokumentationen über eine kontinuierlichen Vorbesserungsprozess im Sinne der fachlichen Optimierung anzupassen. Trichterverfahren nannte man das mal, dann Butterfly..Roadmap...Iterationsmodell, Evolutionmethode usw. :-) Das PROJEKT und der ERFOLG müssen im Vordergrund stehen, nicht der zementierte Standard. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, wenn es um Time - Quality - Budget gehen soll. (Februar 2010)"

"Erfahrung lässt sich durch nichts ersetzen, es sein denn durch Erfahrung. Nach einiger Zeit in der Branche, einigen erfolgreichen Projekten, Referenzen und Spezialisierungen zählt die Qualifikationsbestätigung von theoretischem Wissen nicht mehr viel. Für Neu- oder Quereinsteiger ist ein Abschluss oder ein Zertifikat mit Sicherheit ein Alleinstellungsmerkmal. Aber nach Rücksprachen mit meinen Kunden achten diese mehr auf die vergangenen Projekte und die persönliche Entwicklung. (Dezember 2009)"

"Natürlich sind fachliche Skills aus Projekten immer wichtiger, aber auch da schreiben viele z.B. Erfahrungen mit einem SAP-Modul hinein, obwohl sie bloß im Team waren, aber eigentlich nur in anderen Peripherie-Modulen tätig waren (so meine Erfahrung als Teilprojektleiter). So etwas ist relativ schwer und vor allem mit den dauernden asap-Anfragen auch nicht in der Schnelle nachzuprüfen. Diplome und Zertifikate, die könnte jemand tatsächlich anfordern, daher kann da weniger geschwindelt werden. Bei sonst weitgehend gleichen Profilen finde ich eine Bewertung danach durchaus legitim, auch bei Vermittlern. Da hätte ich durchaus andere Kritik an den Vermittlern. In meinen 14 Jahren SAP wurde ich bereits mehrmals nach Zertifizierungen gefragt, vor allem von Versorgungsunternehmen, wobei dann meine SAP BW-Zertifizierung meist ausgereicht hat, auch wenn das Projekt gar nicht im BW war. Zertifizierungen im späteren Berufsleben beweisen schließlich auch, dass man sich neben der sonst meist nicht geringen Arbeit hingesetzt und gelernt hat. Zudem werden meist mehr Dinge abgefragt, als man ÜBLICHERWEISE in der Praxis braucht. An diese kann man sich dann erinnern, wenn man eine NICHT ÜBLICHE Anforderung bekommt, oder einen vielleicht besseren Lösungsweg für eine übliche Anforderung anbieten, und so den Kunden besser bedienen. Schließlich lernt man im Studium u. bei späteren Ausbildungen nicht nur Fakten, sondern auch Methodik und Denkweise. Gegen Studium bzw. Zertifizierungen wettern hauptsächlich jene, die sie, aus welchem Grund auch immer, nicht gemacht haben. (November 2009)"

"Was das Wichtigste in einem Projekt ist, sind die Kompetenzen, die niemand per Diplom oder Zertifikat bekommt: 1. Komme ich mit dem Kunden klar? Wenn es schon menschlich nicht hinhaut, sind die Chancen für ein Gelingen des Projektes gering, selbst wenn ich Dr. mult. MS/Oracle/Cisco/etc Cert. mult. bin. 2. Verstehe ich die Ansprüche des Kunden? Bringe ich den Kunden dazu, es mir so zu sagen, dass ich damit etwas anfangen kann? Viele meiner Kunden kennen die neuesten Buzz-Wörter, aber haben keine Ahnung, was das denn ist. Neulich wollte einer eine AJAX over VoIP-Lösung. Wenn ich als Freiberufler nicht weiss, was der Kunde will, dann kann ich auch bestenfalls per Zufall eine passende Lösung erstellen. 3. Komme ich mit den Begleitumständen klar? Manche meiner Kunden wissen sehr genau, was sie wollen, aber leider ist das morgen etwas ganz anderes als heute. Das ist in der IT eher die Regel als die Ausnahme. 4. Kann ich verkaufen? Es reicht ja nicht aus, theoretisch - ob mit Diplom oder Praxiserfahrung spielt dabei keine Rolle - zu wissen, was das Beste ist, es reicht auch nicht, die Fähigkeit zu haben, diese Lösung zu realisieren, sondern es muss dem Kunden diese Lösung verkauft werden. 5. Habe ich die erforderliche Ausdauer? Ein Diplom oder Zertifikat beweist ja gerade nicht, dass jemand ein IT-Projekt durchziehen kann, sondern es beweist, dass jemand fähig ist, eine Menge in einem gegebenen Zeitrahmen (auswendig?) zu lernen und in einer Prüfung von sich zu geben. Ein IT-Projekt wird aber nicht mit einer Prüfung! Weil das niemand im Vorhinein erkennt, versucht man sich, an künstlichen Maßstäben festzuhalten. Da bieten sich Papiere natürlich besonders an! (November 2009)"

"Interessanter Artikel und interessante Meinungen. Kurzer Erfahrungsbericht: Ich selbst bin außer in der Projektarbeit auch als Schulungsreferent bei großen deutschen Firmen aktiv. Letztens war ich in einer solchen Firma im Pausenraum und habe mir die dort ausgelegten Broschüren von namhaften Ausbildungsfirmen mir ihren viiiiielen tollen Zertifikaten und Diplomen angesehen. Ich wurde kurze Zeit richtig "klein". Dann aber ist mir eingefallen, dass, obwohl viele dieser Firmen die gleichen Kurse anbieten wie ich, man trotzdem mir den Vorzug gab und gibt. Es gibt also - sicher nicht nur bei mir - Situationen, bei denen auf Qualität statt auf Auszeichnungen gesehen wird. ;-) Übrigens habe ich auch bei Vorstellungsgesprächen zu Projekten nie Fragen zu meinem Studium gehört. (Oktober 2009)"

"Bei Vorstellungen hat mich der Endkunde nie gefragt, was ich gelernt oder studiert habe (stand ja in dem vorher vorgelegtem Profil drin), aber, ausführlich darüber gefragt, was ich genau in den letzten Projekten gemacht habe und wie ich deren Projekt durchzuführen gedenke. Lediglich die Projektvermittler fragten nach irgendwelchen Zertifizierungen, aber nie nach Diplomen. (Oktober 2009)"

"Die Kunden fragen immer nur nach der Projekterfahrung. Noch nie musste ich irgendeine Ausbildung (obwohl ich sie habe) vorweisen. Wichtig war immer nur, was ich machen(wichtiges Wort-> machen) kann, wie schnell und wie gut ich es machen kann - und nicht wie viele Zertifikate/Diplome etc. ich habe. Bin sein 12 Jahren im SAP Bereich tätig. (Oktober 2009)"

"Erschreckend ist die Zunahme der Zertifizierungsanforderung. Ist so als fragt man einen Hochschuldozenten nach belegten Leistungskurse auf dem Gymnasium. Man soll Anfängerscheine haben, um als Experte anerkannt zu werden. (Oktober 2009)"

"In 25 Jahren als IT-Freiberufler hat mich noch nie jemand nach einem Diplom gefragt - immer nur nach einer Lösung für sein Problem. Und die hat er von mir bekommen. (Oktober 2009)"

"Es kommt immer auf das Projekt an. Ich selbst habe eine praktische Ausbildung genossen, die wesentlich mehr bringt, als ein theoretisches Studium. In einigen Bereichen ist aber sicherlich ein Diplom von Vorteil, und zwar immer dann, wenn Kenntnisse benötigt werden, die man normalerweise nur im Studium erlernen kann. Hier meine ich aber nicht Informatik. (Oktober 2009)"

"Ständige Fortbildung ist das A und O für einen Freiberufler und das kann man u.a. mit Zertifizierungen im Profil belegen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Zertifizierungen wie z.B. MCSD, MCPD usw.. einen guten Eindruck beim Kunden machen. Bemerkungen wie: "Ach und zertifiert ist er auch." höre ich häufig. Natürlich spielen für den Erfolg bei der Akquise alle Faktoren zusammen. Das Profil mit möglichst umfangreicher Projekterfahrung, optimaler Selbstdarstellung und Zertifizierungen schafft Aufmerksamkeit. Für den Erfolg bei der Vorstellung zählt in erster Linie wohl der "Erste Eindruck", soziale Kompetenz, ein aufgeschlossenes Wesen, Professionalität in Umgangsformen und nicht zuletzt die Glaubwürdigkeit der technischen Kompentenz. Wer diese Eigenschaften vermitteln kann, der braucht für den Erfolg auch kein Diplom. Ich habe übrigens keins. (Oktober 2009)"

"Ich habe es selber als Selfmademann nach dem Abitur bis zum Entwicklungschef gebracht und erst hinterher mein Diplom gemacht. Ein Diplom steht weniger für das erlernte Wissen, sondern ist zumindest ein Hinweis darauf, dass der Betreffende in der Lage ist unter zeitlichem und nervlichem Druck Leistung zu erbringen, sich Ziele zu setzen und zu erfüllen und über ein entsprechendes Talent zur Selbstorganisation verfügt. Die Erfahrung zeigt, dass diejenigen, die ihr Studium über Jahrzehnte schleifen und nicht durchkriegen, natürlich aus tausend guten Gründen, die sie jeweils benennen können, in der Regel noch nicht einmal ihr eigenes Leben vernünftig organisieren können. Aus welcher Erwägung heraus sollte ich denn so jemandem eine komplexe, innerhalb vorgegebener Zeit zu erfüllende Aufgabe oder gar Verantwortung innerhalb meiner Firma übertragen ? (Oktober 2009)"

"Es ist das Normalste von der Welt als Personalverantwortlicher bei der Auswahl von Kandidaten alle verfügbaren Informationen zu Rate zu ziehen. Dazu gehören außer einem Gespräch auch "Scheine" wie Diplome und Doktortitel. Das mag zwar nicht die Leistung des Kandidaten für die zu besetzende Projektstelle 100%ig garantieren. Doch solche Abschlüsse zeigen dem Personal-Entscheider, dass der Kandidat bestimmte Dinge durchziehen kann bzw. schon mal durchgezogen hat. Ohne ein solches Zertifikat gibt es sicher auch andere Möglichkeiten, sich als geeigneter Kandidat zu profilieren. Zum Beispiel eine Webseite, auf der bestimmte Tätigkeiten wie das "Programmieren eines Rasenmähers" dargestellt werden können. Darauf sollte der Kandidat dann in den Bewerbungsunterlagen unbedingt hinweisen. (Oktober 2009)"

"Also ich muss hier mal absolut gegen den momentanen Strom argumentieren. Was heisst eigentlich Diplom (oder irgendeine Zertifizierung)? Doch nichts anderes, als das der entsprechende Mensch in der Lage war, irgendwelche Aussagen ("Stoff") aufzunehmen, zu speichern und auf Kommando wieder abzurufen. Diese Zeugnisse belegen doch in keinster Weise, ob der Inhaber z.Bsp. den entsprechenden "Stoff" überhaupt verstanden hat und schon garnicht, ob er damit effizient so umgehen kann, dass Innovationen entstehen. Als Resümee: Jeder "Quereinsteiger" mit belegbaren echten Kompetenzen ist diplomierten bzw. zertifizierten Anwärtern vorzuziehen. Aus dieser Umfrage kann ich nur den Schuss ziehen, dass "Diplominhaber", die sonst keine Fähigkeiten besitzen, gerne auch wieder solche beschäftigen (sie verstehen es ja nicht besser), gestandene Führungskräfte (egal ob nun mit oder ohne Diplom) auf ganz andere Fähigkeiten schauen, nämlich auf praktische und nicht auf theoretische Fachkompetenz und im Besonderen auf die Softskills. Also alles Dinge, die man niemals in einem Studium oder in einer Schulung mit Zertifikat lernt. (Oktober 2009)"

"Das Paradox ist doch es wird nicht darauf geachtet aus welchem Fachgebiet der akademische Titel kommt, Hauptsache ein Dipl. oder Dr. steht vor dem Namen. Sehr hilfreich wenn ein Dr. der Physik auf einmal als Administrator arbeiten will. (Oktober 2009)"

"Kann ich nur bestätigen; ich habe zwei Abschlüsse, einmal Diplom und einen Master-Abschluss und kriege trotzdem nicht das Doppelte ..... Spass bei Seite - ich bilde mich gerade massiv fort (QM, PM, ...), weil ich Jobs bekommen hätte, WENN ich die formalen Anforderungen gehabt hätte. Und irgendwie finde ich das auch mandatory für einen Freiberufler, sich permanent fort zu bilden. (Oktober 2009)"

"Auf ein gutes Studium (in meinem Fall Informatik an der Uni) kann man auf jedenfall aufbauen. Es bildet eine theoretische Grundlage, die auch nach 15 Jahren immer noch aktuell ist. Ich muss aber das einmal gelernte immer wieder erweitern und mit neuem ergaenzen. Das heisst zum Beispiel die Bruecke von C ueber C++ ueber Java nach C# hinkriegen. Mit meiner 'Grundlage' kann ich heute in eine neue Programmiersprache innerhalb von 2-4 Wochen einsteigen, da ich schon vieles vorher gesehen habe. Und dann ist eben if immer noch if und ich brauche nur die Syntax anpassen. (Oktober 2009)"

"Ich bin 44. Was wäre da von einem Diplom aus den mittleren 80ern geblieben? Keine OO-Sprachen, kein Web, "Datenbanktechnik" a la dBaseII, dafür A20-Gate, 640KB RAM-Grenze, 32MB maximale Festplattengröße und Sprachen wie TurboPascal. Ja, if heißt heute auch noch if, aber sonst hat die IT von damals mit der heutigen nur noch wenig gemeinsam. Andere Dinge sind Blender. Zertifikate, nämlich solche, die sich durch Auswendiglernen von Fragenkatalogen machen lassen, sind schön, aber nur für Ahnungslose wirklich etwas wert. Leider gibt es davon mehr als genug. (Oktober 2009)"

"Stimmt nicht ganz: Einstein hat "Fachlehrer für Mathematik und Physik" studiert und danach zwar im Patentamt angefangen - als technischer Experte - aber währenddessen promoviert. Doktor- und Professortitel folgten. Als "Quereinsteiger" würde ich das nicht bezeichnen. (Oktober 2009)"