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Das professionelle Bewerbungsgespräch
Ein Interview mit quadritec people
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(Oktober 2001)
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Dumm gelaufen: Ein Bewerbungsgespräch beweist,
dass der Freiberufler über sämtliche für das Projekt
erforderlichen Fachkenntnisse verfügt. Auch die Verhandlungen
über die Konditionen laufen anscheinend zur allgemeinen Zufriedenheit,
bis wie aus heiterem Himmel der Kontakt zum Kunden plötzlich
abreißt. Schnell keimt da beim Freiberufler der Verdacht auf,
es könne sich wohl nur um ein "Scheinprojekt" gehandelt
haben. Aber dem muss gar nicht so sein, denn oftmals hat sich der
Freiberufler - ohne es zu merken - während der Gespräche
selber disqualifiziert. Damit Ihnen ein solches Schicksal künftig
erspart bleibt, hat GULP den IT-Personaldienstleister quadritec people
über die Verhaltensregeln befragt, die bei einem Bewerbungsgespräch
eingehalten werden sollten. |
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Die Diplom-Kauffrau
Frau Kaiser-Dillenberger ist
Geschäftsführerin der Firma quadritec people gmbh.
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| GULP |
Seit wann ist quadritec
people im Geschäft? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Das Kernteam von quadritec people ist seit vielen Jahren
in der IT-Beratung tätig. Ich selbst z.B. war Beraterin bei einer
der Big 5 Unternehmensberatungen und habe damit einen recht guten
Überblick über den IT-Projektmarkt. Die Firma quadritec
people als solche wurde vor ca. zwei Jahren gegründet. |
| GULP |
Was hat sich bezüglich der
Vorstellungsgespräche in den letzten zwei, drei Jahren geändert?
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| Frau Kaiser-Dillenberger |
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"In vielen Bereichen übersteigt
das Angebot an Freiberuflern inzwischen die Nachfrage."
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Der Markt für IT-Freiberufler ist weitaus größer
geworden, wobei die Freiberufler einen immer besseren Ausbildungs-
und Erfahrungshintergrund mitbringen. Vor zwei bis drei Jahren war
z.B. ein Freiberufler mit nur geringen SAP-Kenntnissen ein sehr
gefragter Mann. Heutzutage reicht dies nicht, da müssten schon
noch ein paar Jahre Berufserfahrung und erfolgreich abgelieferte
Projekte hinzukommen, bevor sich die Firmen für ihn interessieren.
Die Anforderungen der Kunden an den Freiberufler sind heute anspruchsvoller
und oftmals sehr spezifisch. Aus diesem Grund gleicht die Suche
nach dem geeigneten Berater der Suche nach der "Nadel im Heuhaufen".
Das heute weitaus strengere Auswahlverfahren hat nichts mit der
derzeitigen IT-Krise zu tun, sondern ist das logische Resultat eines
stetig wachsenden Angebotes an Freiberuflern im IT-Markt. In vielen
Bereichen übersteigt das Angebot an Freiberuflern inzwischen
die Nachfrage. Dadurch besteht natürlich für Unternehmen
die Möglichkeit, genauer zu selektieren und somit haben die
Vorstellungsgespräche durchaus den Zweck einen Kandidaten gewissermaßen
auf Herz und Nieren zu prüfen und nicht nur persönlich
kennen zu lernen.
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GULP
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Was ist das Besondere an einem
Bewerbungsgespräch mit einem Freiberufler, verglichen mit dem
eines "normalen" Festangestellten. |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Freiberufler sind Unternehmerpersönlichkeiten,
die sich im Bewerbungsgespräch als kompetente, professionelle
Geschäftspartner aufgabenspezifisch positionieren müssen.
Sie müssen den Eindruck nachweislich hinterlassen, dass sie die
gestellte Aufgabe lösen können und auch wollen. Dazu ist
das präzise und strukturierte Erfragen der Aufgabenstellung wichtiger
Bestandteil des Gespräches. Im Gegensatz dazu geht es in einem
Bewerbungsgespräch für eine Festanstellung auch darum, langfristige
Entwicklungspotenziale des Bewerbers zu identifizieren. Die Tätigkeitsschwerpunkte
für festangestellte Mitarbeiter sind zudem sehr viel weiter gefasst
und weniger konkret. |
| GULP |
Was sollte der Freiberufler bei
einer Bewerbung beachten? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Die Bewerbung beginnt bereits mit dem Erstkontakt.
Die Kontaktaufnahme erfolgt i.d.R. über ein Bewerbungs-Mail mit
angehängtem Profil. Wichtig ist die schnelle, unkomplizierte
Erreichbarkeit des Bewerbers. Das Profil sollte gut strukturiert,
informativ und präzise sein. Die Schwerpunkte seiner Beratungstätigkeit
in den einzelnen Projekten sollten deutlich werden. Wir legen besonderen
Wert darauf, dass der Experte auch Zielvorstellungen für sein
nächstes Projekt definieren kann. Das ist wichtig, damit die
persönlichen Ziele des Freiberuflers mit den Anforderungen der
Projektaufgabe in Einklang gebracht werden können. |
| GULP |
Der Ersteindruck ist ja bei einem
Bewerbungsgespräch meistens der entscheidende. Mit welchen Aussagen
disqualifiziert sich der Bewerber? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
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"Wer sich mit der Behauptung
"Ich kann alles" vorstellt, hat eigentlich
schon verloren."
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Ein Freiberufler, der sich mit der Behauptung "Ich kann alles"
vorstellt, hat eigentlich schon verloren. Dagegen kann sich der
Bewerber durch sein Kommunikationsverhalten qualifizieren. Wir müssen
im Gespräch den Eindruck gewinnen, dass der Bewerber zuhören
kann, fähig ist, komplexe Sachverhalte zu verstehen und darzustellen,
und dass er sich nicht nur für die Höhe des Honorars interessiert.
Insgesamt kann man sagen, dass der Freiberufler einen seriösen
und professionellen Eindruck hinterlassen sollte, wobei die sogenannten
"Soft Skills" eine entscheidende Rolle spielen.
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| GULP |
Wie bewerten Sie beim Bewerbungsgespräch
die Soft Skills? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Ein sehr wichtiger Punkt. Wir nennen das den Persönlichkeits-
und Motivations-Check. Hierbei überprüfen wir u.a. ob ein
Bewerber seinen Gesprächspartner aussprechen lässt, zuhören
kann, auf Fragen nicht ausweichend antwortet und den guten alten Knigge
beachtet, d.h. sich beispielsweise nicht in den Stuhl flegelt und
sein Handy während eines Meetings ausschaltet. Ähnlich wie
bei einem Bewerbungsgespräch für eine Festanstellung wollen
unsere Kunden einen Bewerber, der neugierig auf die Aufgabe ist und
sich mit dem Projekt voll identifizieren kann, so dass Engagement
und Leistungsbereitschaft deutlich werden. Insbesondere bei internationalen
Großprojekten sind Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke
die wichtigsten Soft Skills. |
| GULP |
Kann ein unpassendes Outfit ebenfalls
zu einem Scheitern des Bewerbungsgesprächs führen? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
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"Weiße-Socken-Träger
sind absolut inakzeptabel."
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Absolut. Insbesondere Unternehmensberatungen, die ebenfalls zu
unseren Kunden gehören, legen Wert auf die Einhaltung einer
gewissen Etikette und das betrifft sowohl die Kleiderordnung als
auch die Manieren. Schlampige Kleidung oder "Weiße-Socken-Träger"
sind absolut inakzeptabel.
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| GULP |
Ist es erwünscht oder üblich,
dass der Freiberufler ein Passfoto mit seiner Bewerbung mitschickt?
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| Frau Kaiser-Dillenberger |
Nur etwa 10 Prozent der Bewerbungen enthalten ein Passfoto.
Ein Passbild wird zwar nicht ausdrücklich erwünscht, erweist
sich aber oft als recht hilfreich, denn manchmal sagt ein Bild ja
mehr aus als 1000 Worte. Ähnlich wie bei Bewerbungen für
Festanstellungen rundet ein Bild den Ersteindruck ab. Wie ich schon
bei dem Outfit gesagt habe - ein sympathisches, professionelles Aussehen
hat noch nie geschadet. Was "passend" ist, hängt natürlich
auch von der Art des Projekteinsatzes ab. Ein Beispiel: Webdesigner
in der New Economy haben sicherlich andere Freiheiten als SAP-Berater
bei einer Big 5 Unternehmensberatung. |
| GULP |
Gibt es von Kundenseite Ressentiments
gegenüber weiblichen IT-Fachkräften? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Offiziell zwar nicht, aus meiner eigenen Erfahrung
kann ich jedoch sagen, dass sich immer noch einige Kunden mit der
Akzeptanz von Frauen schwer tun. Frauen müssen Ihre fachliche
Kompetenz immer erst unter Beweis stellen, bevor sie als gleichwertiger
Partner akzeptiert werden. Doch immer mehr Unternehmen erkennen die
Vorzüge von gemischten Teams. In diesen herrscht eine bessere
Kommunikation und eine höhere Arbeitsmotivation, als in einem
von Männern dominierten Projektteam. |
| GULP |
Wie schwierig ist es, Bewerbungsgespräche
mit über 50jährigen Freiberufler zu führen? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Hier ist in den allermeisten Fällen nicht das
Bewerbungsgespräch selbst das Problem, sondern der Weg dorthin.
Die Akzeptanz unserer Kunden gegenüber älteren Freiberuflern
ist unterschiedlich. Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass
es für einen über 50jährigen IT-Experten sehr schwierig
ist, einen Projektauftrag von einer Unternehmensberatung zu erhalten.
Dies hängt vor allem mit der Altersstruktur der Unternehmensberater
zusammen. Die Teams bestehen meist aus sehr jungen Leuten und es wird
großen Wert auf Flexibilität und die Fähigkeit gelegt,
sich in eine Teamstruktur einordnen zu können. Gerade unsere
Kunden aus dem Bereich Unternehmensberatung haben mit älteren
Freiberuflern schon mehrfach die Erfahrung gemacht, dass sie sich
bei der Einordnung in ein junges Team schwer tun. Besser schaut es
für die über 50jährigen freiberuflichen IT-Experten
bei großen Unternehmen aus. Dort werden oftmals gestandene Beraterpersönlichkeiten,
möglichst mit Führungserfahrung gesucht, die den Linienverantwortlichen
für eine gewisse Zeit zur Seite gestellt werden. Gerade für
derartige Aufgaben ist Pragmatismus und Erfahrung gefordert. |
| GULP |
Und welche Chancen hat der IT-Nachwuchs?
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| Frau Kaiser-Dillenberger |
Im Freiberufler-Umfeld sieht es da ziemlich schlecht aus. Da nützt
auch das beste Benehmen im Bewerbungsgespräch nicht mehr allzu
viel. Die Unternehmen wollen sich von einem IT-Freiberufler insbesondere
dessen umfangreiches Fachwissen zu Nutze machen. Schlechte Karten
hat dadurch natürlich der gern zitierte, frischgebackene Uni-Absolvent,
der über keinerlei Berufserfahrung verfügt. Allerdings stellt
sich die Lage im e-Business/Internet Bereich etwas anders dar. Hier
sind es oft die unter Dreissigjährigen, die eine Menge Erfahrung
mitbringen.
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| GULP |
Wie groß ist der Verhandlungsspielraum
in punkto Honorar? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Der Verhandlungsspielraum beträgt
durchschnittlich etwa zehn Prozent, mit abnehmender Tendenz. Wir hatten
ja bereits über das größere Angebot an qualifizierten
IT-Experten gesprochen. Dadurch liegt inzwischen der Verhandlungsvorteil
bei unseren Kunden, die immer häufiger ein nicht verhandelbares
Honorar vorgeben. Verhandlungsspielraum gibt es unter Umständen,
wenn es um Spezialwissen geht, für das die Nachfrage sehr hoch
ist. Ähnliches gilt bei Projektverlängerungen - dort jedoch
frühestens nach einem Jahr Projekteinsatz. Separat verhandelbar
ist oft auch die Spesenfrage bei einem Auslandseinsatz. |
| GULP |
Wie kommt es eigentlich zu den
oftmals von Freiberuflern beklagten Scheinprojekten? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
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"In fünf Jahren werden
wir der "Mercedes" unter den Personaldienstleistern
von freiberuflichen IT-Experten sein"
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Die gibt es bei uns nicht und zwar aus dem einfachen Grund, weil
wir vor der Projektvermittlung umfangreiche Gespräche über
das anstehende Projekt mit dem Kunden führen. Die Ursache vieler
anscheinend "geplatzter" Projekte könnte darin begründet
liegen, dass es zuvor keine ausreichenden Absprachen zwischen den
einzelnen Parteien gegeben hat und beispielsweise ein eigentlich
nur "angedachtes" Projekt übereilt angeboten wird.
Oder - hier verweise ich gerne nochmals auf die heutigen Marktstrukturen
für freiberufliche IT-Experten - es kommt heutzutage einfach
häufiger zu schnellen Absagen, da die Auswahl an Freiberuflern
sehr viel größer ist als noch vor ein paar Jahren. Unternehmen
sagen nicht "ideal" passenden Kandidaten zügig ab,
was diese unter Umständen als "Scheinprojekt" wahrnehmen.
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GULP
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Welches Bewerbungsgespräch
hat in letzter Zeit den nachhaltigsten Eindruck auf Sie hinterlassen? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Vor einiger Zeit brachte ein Freiberufler zum Bewerbungsgespräch
seine beiden kleinen Kinder mit, da seine Frau in der Zwischenzeit
nicht auf sie aufpassen konnte. Da er dies zuvor offen und ehrlich
angesprochen hatte und wir eine "Beschäftigungsmöglichkeit"
für die beiden Kleinen finden konnten war es für uns möglich,
ein sehr intensives Gespräch zu führen. Der Kandidat hatte
sich sehr gut vorbereitet, erfüllte fachlich alle Anforderungen
und präsentierte sich als professioneller, sympathischer "Dienstleister".
Heute bin ich im Nachhinein froh, damals auf dieses eher ungewöhnliche
Anliegen flexibel reagiert zu haben, denn "der Vater" gehört
mittlerweile zu unseren gefragtesten IT-Experten. |
| GULP |
Zum Abschluss noch eine Frage
zu quadritec people: Wie sehen Ihre Ziele für die nächsten
fünf Jahre aus? |
| Frau Kaiser-Dillenberger |
Wir von quadritec people haben noch Großes vor.
In fünf Jahren werden wir der "Mercedes" unter den
Personaldienstleistern von freiberuflichen IT-Experten sein, bekannt
für schnellen, professionellen Service bei immer gleichbleibender
Qualität - frei nach dem Motto "Der Berater macht den Unterschied". |
| GULP |
GULP bedankt sich für das
informative Gespräch. |
quadritec
people
vermittelt Freiberufler für nationale und internationale Großprojekte
im IT-Bereich. Kunden-Zielsegmente sind multinationale Unternehmen
und Unternehmensberatungen, die große und langlaufende Projekte
durchführen und für eine überschaubare Zeit IT-Experten
benötigen. Zu den wichtigsten Aufgaben zählt quadritec people
die Auswahl der richtigen Spezialisten für das richtige Projekt.
Schwerpunktmäßig besetzt quadritec people Positionen in
den Bereichen ERP- und CRM-Implementierung, Prozessberatung, Internet
und e-business, Projektmanagement, Risikomanagement und Programmierung.
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