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Umfrage-Ergebnis

Das Foto des IT-Freiberuflers

(April 2004)
 

In den USA ist es gesetzlich verboten. In Deutschland ist es unabdingbar bei der Bewerbung auf eine Festanstellung. Im IT-Projektmarkt ist es nicht üblich. Das Foto als Bestandteil der „Bewerbungsunterlagen“ bzw. des Profils war für IT-Freiberufler bisher kein Thema. Was aber auf der anderen Seite Projektanbieter davon halten, das wollte die spätwinterliche GULP Umfrage wissen:

Wenn der Projektanbieter den Freiberufler nicht kennt, dann ist für ihn das Interview meist die erste Gelegenheit, sich im wahrsten Sinne des Wortes ein „Bild“ vom IT-Spezialisten zu machen. 112 Teilnehmer an der Umfrage gaben darüber Auskunft, ob und warum sie vorher gerne ein Foto des Freiberuflers gesehen hätten.


Wie wichtig ist Ihnen neben der Fachlichkeit auch die Persönlichkeit eines Freiberuflers?
Genau so wichtig wie das fachliche Können. 46 %
Wichtig, aber die Fachlichkeit hat eindeutige Priorität.  48 %
Mich interessiert nur das fachliche Können. 6 %
 

IT ist eine exakte Angelegenheit, die Aufgaben sind zuallererst technischer Natur; einen entsprechend hohen Stellenwert besitzen deshalb traditionsgemäß die fachlichen Anforderungen an die IT-Experten. Dass 54 Prozent der Teilnehmer der Fachlichkeit den deutlichen Vorzug gegenüber der Persönlichkeit geben, überrascht deshalb nicht, weil es mehr als die Hälfte sind – sondern weil es nicht noch mehr sind.

Persönlichkeit. Die sogenannten Soft Skills der Beteiligten rücken auch bei IT-Projekten immer mehr in den Blickpunkt des Interesses – und so unterstreichen 94 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass ihnen bei der Besetzung eines Projektes auch die Persönlichkeit des Kandidaten wichtig ist.


Sagt ein Fotos etwas über die Persönlichkeit eines Menschen aus?
In jedem Fall. 21 %
Ein guter erster Eindruck, aber nicht mehr. 63 %
Glaube ich weniger. 15 %
 

Das Bildnis offenbarte Dorian Gray das Geheimnis seiner wahren Persönlichkeit. Aber das ist Literatur, das Bild war in Öl – und Dorian für einen IT-Freiberufler definitiv zu alt. Die Projektanbieter orientieren sich also weniger an den britischen Schriftsteller Oscar Wilde, sondern mehr an persönlichen Ansichten und vielleicht sogar an wissenschaftlichen Erkenntnissen, wenn sie ihre Meinung über die Aussagekraft von Fotos kundtun.

Und das Ergebnis ist bemerkenswert, denn für 21 Prozent der Teilnehmer ist ein Foto tatsächlich auch Abbild der Persönlichkeit, für immerhin noch 63 Prozent vermittelt es zumindest einen guten ersten Eindruck.


Ein Passfoto im Profil des Freiberuflers – was halten Sie davon?
Fände ich wichtig. 30 %
Eine interessante Ergänzung. 44 %
Für mich nebensächlich. 26 %
 

Die Antworten sind in ihrer Summe deutlich, denn insgesamt 74 Prozent der Projektanbieter würden es mehr oder weniger begrüßen, wenn sie sich bereits mit dem Profil ein Bild vom Freiberufler machen könnten. Nur rund einem Viertel der Teilnehmer ist dagegen das Foto als Entscheidungskriterium bei der Bewerberauswahl gänzlich egal.


Umdenken?

Das Ergebnis der Umfrage lädt zum Nachdenken ein: Ist der Verzicht auf das Foto im Profil nicht mehr zeitgemäß? Ist das Foto vielmehr ein wichtiger Bestandteil einer positiven Eigendarstellung, die im harten Wettbewerb um IT-Projekte nicht vernachlässigt werden sollte? Und warum gibt man dem Projektanbieter in diesem Fall nicht, was er will? Und führt Nachdenken zum Umdenken?

 

Kommentare zu diesem Artikel:

"Wenn bereits der erste Eindruck - der bekanntermaßen ausschlaggebend sein soll - in Form eines Bildes nicht passt, so kann man sich mit großer Wahrscheinlichkeit ggf. auch die Mühen der Anreise zur Vorstellung sparen. (April 2006)"

"Bei den meisten meiner Auftraggeber wurde ein Foto auch explizit angefragt. Allerdings kann ich mich uneingeschraenkt der Meinung anschliessen, dass die ganze Verpackung nichts taugt, wenn nicht der Inhalt dem ersten (hoffentlich positiven) Eindruck entspricht. Bislang hatte ich aber damit immer sehr positive Erfahrungen gemacht. (Januar 2005)"

"Von der Idee, Fotos zu integrieren, halte ich nicht sehr viel. Schon jetzt sind fachliche Kompetenz und Softskill bei vielen Projektanbietern viel zu unwichtig geworden, und in vielen Fällen ist fast nur der möglichst niedrige Stundensatz wichtig. Ein weiteres Kriterium für eine Auftragsvergabe, das eigentlich nicht wirklich wichtig ist, können wir wohl wirklich nicht gebrauchen !! -- Weder die Projektanbieter noch die Freiberufler... Hoffentlich wird das bald erkannt! (Juli 2004)"

"Ich habe inzwischen ein Foto in meiner cv, das von einem professionellen Fotografen gemacht wurde!!! Die Vorgabe war u.a. Kompetenz auszustrahren. Ist besser gelungen, als mein tatsächliches Aussehen! Um ein Interview zu bekommen, halte ich es für legitim (wie in Zeitschriften) ein Bild zu retuschieren Andererseits hätte ich in der Vergangenheit als Personalverantwortlicher vermutlich ein paar Bewerber, die sich im Lauf von Projekten als sehr kompetent, engagiert und kollegial herausgestellt haben an Hand Ihrer Erscheinung in in einem Bild vorab selber abgelehnt. Urteil: Sehr zweischneidige Sache! (Juni 2004)"

"Sehr schön, dass das Thema so viel Resonanz findet! Ich habe bereits Profildatenbanken gefunden, in denen es Pflicht ist, ein Foto abzugeben. Das halte ich für übertrieben, aber ich denke ein Erscheinungsbild in bestimmten Bereichen abzugeben, ist wichtig. Ich möchte z. B. nirgends arbeiten wo man mich nicht wenigstens "sympathisch" findet, denn: Es ist statistisch nachgewiesen, dass bei einem Gespräch mehr als 60% von der "Chemie" abhängen. Nur 7% sind Information. Ein gutes Gespräch ist also mit jemanden, der bereits eine Antipathie hat, kaum möglich. Fazit: Ich wünsche mir, dass es dabei Wahlfreiheit gibt. (Juni 2004)"

"Gute Werbung war noch nie ein Fehler! das Produkt muss halt auch stimmen.... (Juni 2004)"

"Wer einmal erleben konnte, wie in Personalabteilungen über die Fotos von Bewerbern gelästert wurde, kommt unweigerlich zu dem Schluß: Foto nein Danke! Amerika du hast es, wenigstens in dieser Angelegenheit, besser! (Mai 2004)"

"Es ist sehr interessant, wie Projektanbieter sich zu verschiedenen Themen äußern. Solch ein Feedback hat Beispiecharakter. (Mai 2004)"

"Ich denke das ist ein Ansatz um beim Erstkontakt des Projektanbieters (mit dem anonymen Profil) einen guten Eindruck zu hinterlassen. (Mai 2004)"

"Wir alle sind Dienstleister! Glaube ich kaum das der Projektanbieter/Kunde sein Rechtsanwalt,Zahnartz,Steuer- berater aus Grund dennen Erscheinung wählt!!.Der soll sich mit mir nicht smucken, ich soll lediglich der Laden in Ordnung halten!!! (Mai 2004)"

"Guten Tag, viele Meinungen zu Pro & Contra Passfoto auf Bewerbungen. Meine persönliche Meinung: Nein, ein Foto hat in einer Ausschreibungsmappe nichts verloren und somit plediere cih für die in Amerika praktizierte Variante. (Mai 2004)"

"Ein Foto ist definitiv diskriminierend. (Mai 2004)"

"Typisch GULP! Ihr versucht immer alles zu erklären und analysieren und irgendwie in Worte zu bringen. Manchmal frage ich mich, wie wir damals ohne GULP zu Aufträgen, Informationen und Einsichten kamen... (Mai 2004)"

"Ein Foto ist eine willkommene Abwechslung im Profil. Je nach Ausführung des Bildes kann es aber auch das Profil stärken oder schwächen. Ein professionell gestaltetes Profil profitiert von einem guten Bild! (April 2004)"

"Für gutes "Selbstmarketing" ist ein Foto unverzichtbar - also her damit! (April 2004)"

"Ich füge seit jeher ein Foto zu zum Profil bei und habe bislang äuserst positive Erfahrungen damit sammeln können. In zwei Fällen wurde das Foto auch direkt von der Agentur erfragt, so daß bereits vor der Vorstellung dem Kunden ein erster (positiver) Eindruck vermittelt worden war. Gerade wenn man sich auf Senior Level bewegt und mit Führungskräften bzw. Vorständen zu tun hat, ist eine gepflegte Erscheinung wichtig. Wenn der gute äusere Eindruck noch durch fachliche und soziale Kompetenz unterstrichen wird, hat man fast gewonnen. (April 2004)"

"Die Umfrage ist sehr interessant. Als weiblicher Freiberufler im Bereich Systems Engineering habe ich bereits seit mehreren Jahren gute Erfahrungen mit dem Beifügen eines ansprechenden Fotos (kein Passbild!) vom professionellen Fotografen gemacht. Der Projektanbieter kann sich zumindest grob ein "Bild" vom möglichen Mitarbeiter machen, auch wenn natürlich ein persönlicher Eindruck so nicht umgangen werden kann. Ich finde gut, dass die Mehrheit der befragten Anbieter sich ihr Bild auch aufgrund des Fotos machen. (April 2004)"

"Das Profil als "Fingerabdruck" sollte genügen. Inzwischen findet man sich unkontrolliert in ungezählten Datenbanken wieder, die sich, anders als offizielle Datenhalter, sich sehr wenig um Datenkorrektheit oder Löschungsfristen/-zusagen halten. Ein wenig sollte der Berater noch an Privatsphäre erhalten dürfen. Aber das muß jeder selbst entscheiden. Entscheidend als Entscheidungskriterium ist das Foto nach meiner Erfahrung kaum, erschreckenderweise scheint niedriger Stundensatz sogar vor fachlicher Kompetenz zu liegen, aber das sollte besser jemand von der Kundenseite erklären. (April 2004)"

"Ein Bild im Profil wäre OK ! Warum profiliert sich GULP nicht mit der Einführung des Paßfotos als "neuen Trend" ? (April 2004)"

"Das ist eine schlimme Nachricht! - Ob die Kosten für den Schönheitschirurgen wohl steuerlich absetzbar sind? (April 2004)"


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