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Umfrage-Ergebnis

Stundensatz Teil 5

(März 2005)

Und im "Auge" des IT-Projektmarktes: Der Stundensatz. Ob Freiberufler oder Projektanbieter, kein Thema bewegt die Gemüter der Beteiligten so sehr wie die finanzielle Vergütung des externen IT-Know-hows. Immer dabei: GULP mit regelmäßigen Studien, Honoraranalysen und der jährlichen Stundensatzumfrage - letztere der Ort, wo mittlerweile zum 5. Mal die Ansichten der IT-Freiberufler und Projektanbieter ohne wenn und aber aufeinander trafen.

2005, eine kurze Situationsbeschreibung: Der IT-Projektmarkt im Aufschwung, die Stundensätze weiter im Tal. Eine vermutete Schieflage also - und damit genügend Potential für Bewegung. Legen dies auch die Antworten der verschiedenen Seiten nahe?

An der GULP Umfrage nahmen 339 IT-Freiberufler und 51 Projektanbieter teil.

 

Wie werden sich die Stundensätze in absehbarer Zeit entwickeln? nach oben
   
Wie werden sich die Stundensätze in absehbarer Zeit entwickeln?
Wie werden sich die Stundensätze in absehbarer Zeit entwickeln?
 
 
IT-Freiberufler
1999
2000
2001
2004
2005
Sinken.
17%
16%
30%
24%
18%
Steigen.
44%
57%
29%
44%
48%
Keine Änderung.
39%
27%
41%
32%
33%
 
   
Der Optimismus, der im vergangenen Jahr erstmals aufgeflammt ist, hat sich stabilisiert: Knapp die Hälfte aller IT-Freiberufler glaubt an steigende Honorare und nur noch 18 Prozent befürchtet einen weiteren finanziellen Niedergang. Die Stimmung ist weitgehend gut, die Skeptiker werden weniger.  
   
 
Projektanbieter
1999
2000
2001
2004
2005
Sinken.
50%
26%
53%
32%
17%
Steigen.
41%
52%
28%
39%
51%
Keine Änderung.
9%
22%
19%
29%
32%
 
   

Sahen die Projektanbieter bei den ersten vier Stundensatzumfragen die jeweilige Entwicklung der Honorare stets "negativer" als die IT-Freiberufler, sind sie zu Beginn 2005 nahezu einer Meinung. Dazu allerdings waren gravierende Verschiebungen in der Antwortverteilung notwendig - unter anderem der Anteil derjenigen, die an steigende Stundensätze glauben, hat sich um stattliche 12 Prozentpunkte auf nunmehr 51 Prozent erhöht.

Es scheint offensichtlich: Nachdem 2004 die Anzahl der Projektangebote deutlich gestiegen ist, rechnen die meisten Beteiligten damit, dass die zunehmende Nachfrage nach qualifizierten IT-Freiberuflern auch die Stundensätze wieder nach oben treibt.

 

 

Bevorzugen Sie nach Festpreis oder nach Aufwand bezahlte Projekte? nach oben
   
Bevorzugen Sie nach Festpreis oder nach Aufwand bezahlte Projekte?
Bevorzugen Sie nach Festpreis oder nach Aufwand bezahlte Projekte?
 
 
IT-Freiberufler
1999
2000
2001
2004
2005
Festpreis.
9%
14%
12%
13%
13%
Aufwand.
76%
76%
81%
80%
78%
Egal.
15%
10%
7%
7%
9%
 
   
Wenig überraschend. IT-Freiberufler bevorzugen es in der großen Masse, nach Aufwand bezahlt zu werden. Damit verringern sie ihr unternehmerisches Risiko, mehr Stunden als kalkuliert (und im Festpreis-Angebot vereinbart) leisten zu müssen - und zwar ohne Bezahlung.  
   
 
Projektanbieter
1999
2000
2001
2004
2005
Festpreis.
10%
3%
32%
16%
23%
Aufwand.
57%
91%
64%

74%

57%
Egal.
33%
6%
4%
10%
19%
 
   

Im Gegensatz zu den IT-Freiberuflern die Projektanbieter: Zwar votieren immer noch 57 Prozent ebenfalls für eine Bezahlung nach Aufwand - das aber sind 17 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Und etwa jeder vierte Projektanbieter setzt auf Festpreis-Projekte und damit auf eine zumindest in der Theorie herrschenden Planungssicherheit.

 

 

Wie hoch liegen durchschnittlich die Margen?
(Stundensatz des Endkunden minus Stundensatz des Freiberuflers)
nach oben
   
Wie hoch liegen durchschnittlich die Margen?
Wie hoch liegen durchschnittlich die Margen?
 
 
IT-Freiberufler
1999
2000
2001
2004
2005
Euro
19,4
19,4
24,7
26,5
25,2
 
   
 
Projektanbieter
1999
2000
2001
2004
2005
Euro
15,9
17,4
22,3
24,2
21,5
 
   
Einig sind sich IT-Freiberufler und Projektanbieter, dass die Margen im vergangenen Jahr gesunken sind. Während die einen aber nur eine geringe Abnahme auf das Level 25,2 Euro konstatieren, berichten die anderen von einem signifikanten Sturz um 2,7 auf nunmehr 21,5 Euro.  

 

Verdienen Freiberufler zu viel im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen? nach oben
   
Verdienen Freiberufler zu viel im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen?
Verdienen Freiberufler zu viel im Vergleich zu ihren festangestellten Kollegen?
 
 
IT-Freiberufler
1999
2000
2001
2004
2005
Ja, zu viel.
4%
5%
7%
2%
3%
Nein, zu wenig.
33%
38%
28%
46%
44%
Passt so.
63%
57%
65%
52%
53%
 

 

 
Genau so zufrieden (oder auch nicht) wie 2004. Mehr als die Hälfte der IT-Freiberufler kann sehr gut mit den Stundensätzen leben. Allerdings: Auf der anderen Seite fühlen sich 44 Prozent unterbezahlt. Ein Verhältnis, das bei den Projektanbietern aufgebrochen wird:  
   
 
Projektanbieter
1999
2000
2001
2004
2005
Ja, zu viel.
38%
34%
34%
15%
26%
Nein, zu wenig.
6%
16%
6%

30%

19%
Passt so.
56%
50%
60%
55%
55%
 
   
Hier nämlich tritt auch eine Gruppe in Erscheinung, die bei den IT-Freiberuflern fast nicht vorhanden ist: Solche, welche die gegenwärtigen Stundensätze als zu hoch bewerten - immerhin jeder Vierte bei den Projektanbietern und damit deutlich mehr als noch vor einem Jahr.  

 

Nennen Projektanbieter einem Freiberufler auf Anfrage, wieviel Sie für ihn beim Endkunden fakturieren? nach oben
   
Nennen Projektanbieter einem Freiberufler auf Anfrage, wieviel Sie für ihn beim Endkunden fakturieren?
Nennen Projektanbieter einem Freiberufler auf Anfrage, wieviel Sie für ihn beim Endkunden fakturieren?
 
 
IT-Freiberufler
1999
2000
2001
2004
2005
Ja.
36%
23%
34%
31%
33%
Nein.
64%
77%
66%
69%
67%
 
   
 
Projektanbieter
1999
2000
2001
2004
2005
Ja.
45%
42%
45%
38%
47%
Nein.
55%
58%
55%

62%

53%
 
   
Während zwei Drittel der IT-Freiberufler nach wie vor davon berichten, dass nur jeder dritte Projektanbieter die einbehaltene Marge auch offen legt, ist im Gegenzug fast die Hälfte der Meinung, dass die Höhe der Margen einzig die Angelegenheit des Projektanbieters ist.  

 

Wie liegen Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen? nach oben
   
Wie liegen Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen?
Wie liegen Freiberufler mit ihren Stundensatzforderungen?
 
 
IT-Freiberufler
1999
2000
2001
2004
2005
Eher zu hoch.
13%
7%
11%
10%
14%
Eher zu niedrig.
34%
50%
35%
36%
30%
Meist richtig.
53%
43%
54%
54%
56%
 
   
 
Projektanbieter
1999
2000
2001
2004
2005
Eher zu hoch.
69%
49%
64%
35%
47%
Eher zu niedrig.
10%
15%
9%

20%

17%
Meist richtig.
21%
36%
28%
45%
36%
 
   
Was dem einen zu niedrig ist, ist dem anderen zu hoch - wenn es ums Geld geht, liegen unterschiedliche Ansichten von Geber und Nehmer in der Natur der Sache.

Neben diesem natürlichen Interessenskonflikt, der deshalb kaum aufregen mag, scheint aber 2005 die Entwicklung der Projektanbieter-Einschätzungen künftige Turbulenzen zu signalisieren: Nicht mehr 35, sondern 47 Prozent bewerten die Stundensätze zu hoch - tatsächliche Meinung oder taktische Vorbereitung für neue Verhandlungen.

2005, eine kurze Situationsbeschreibung: Der Aufschwung im IT-Projektmarkt bringt die Kräfteverhältnisse wieder etwas ins Wanken. Die jeweiligen Antwortverteilungen auf die einzelnen Fragen zeigen, dass beide Seiten sich gerade in Position bringen, um in entspannteren Zeiten ihre finanziellen Interessen durchzusetzen.

Die Spannung steigt.

 

 

Umfrage-Ergebnisse 1999, 2000, 2001, 2004, 2006, 2007, 2008, 2009 und 2010.

 


Kommentare zu diesem Artikel:

"Sehr interessant; durchschnittliche Stundensätze abhängig von Standort, Dauer und Tätigkeit wären auch sehr informa- tiv. (März 2005)"

"Sehr interessant, das die Freiberufler den Projektanbietern schon wieder zu teuer werden. Nachdem ich meinen Stundensatz nur mit Mühe halten konnte, geniese ich es im Moment, dass ich nicht um jeden Euro feilschen muss. Ist es nicht so, dass Projektanbieter und Endkunde lernen mussten, dass nicht jeder billige auch preiswert war? (März 2005)"

"Wichtige Infos für Preisverhandlungen! (März 2005)"

"Wo bekommt man denn Aufträge zum Festpreis? Ich versuche schon seit Jahren verzweifelt Festpreis-Aufträge zu bekommen, habe aber noch nie einen Anbieter gefunden. (März 2005)"

"Seitens Projektanbieter könnte mehr Transparenz auch mehr Vertrauen schaffen. Letztendlich sind es die Auftraggeber/Endkunden, die den Stundensatz in die Höhe treiben, wenn sie nur über "Projektverwalter" Aufträge verteilen. Frei nach dem bekannten Motto: "You get, what you paid for". (März 2005)"

"Habe mir - quasi als Argumentationshilfe - ein paar Grafiken ausgedruckt, damit sie die Fairness und Offenheit unseres Unternehmens gegenüber unseren freiberuflichen Projektpartnern dokumentieren. (März 2005)"

"Interessant wäre noch der durchschnittliche Stundensatz in den einzelnen Bereichen! (März 2005)"

"Sehr informativ und auch ein Ausblick auf das jahr 2005. (März 2005)"


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