Freiberufler-Honorare: So hoch wie seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr
GULP Stundensatz-Auswertung Februar 2011
München, Februar 2011. IT-Selbstständige fordern im Februar 2011 im Schnitt ein Honorar von 93 Schweizer Franken pro Stunde. Seit der letzten GULP Stundensatz-Auswertung im August 2010 ist die durchschnittliche Honorarforderung um zwei Franken gestiegen. Auf einem so hohen Niveau wie im Februar 2011 waren die Stundensätze schon seit Ende 2002 nicht mehr. In der Schweiz sind die Forderungen im Schnitt 19 Franken höher als in Deutschland. Das ergab das Update der seit 1998 halbjährlich durchgeführten Stundensatz-Auswertung des IT-Projektportals www.gulp.ch. Grundlage der Analyse bilden die Stundensatzforderungen, die die mehr als 74.000 in die GULP Profiledatenbank eingetragenen IT-Freiberufler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in ihrem Profil angeben.
„Die Grafik, die seit 2002 jeweils die Februar-Werte darstellt, zeigt deutlich“, so Stefan Symanek, Marketing-Leiter von GULP, „dass die zurückliegende Wirtschaftskrise bei weitem nicht so starke Auswirkungen auf die Freelancer-Honorare hatte wie die Krise, die dem Platzen der Dotcom-Blase folgte.“
Forderungen in der Schweiz am höchsten
In Österreich ist die Forderung seit August um einen Franken gesunken auf aktuell 94 Franken. Die Schweizer IT-Freelancer konnten ihre durchschnittliche Stundensatzforderung um drei Franken erhöhen. Sie beträgt im Februar 2011 112 Franken – 19 Franken mehr als in Deutschland (im August 2010 waren es 18 Franken Differenz).
GULP misst kontinuierlich, welchen Honorarwunsch diejenigen IT-Freiberufler in ihr Skill-Profil eingetragen haben, die in den letzten sechs Monaten tatsächlich Projektanfragen erhalten haben (kontaktierter Stundensatz). Das sind die Profile, die für Projektanbieter interessant waren und die für konkrete Projekteinsätze infrage kamen. Wie die Grafik zeigt, ist der Unterschied zwischen kontaktiertem und gefordertem durchschnittlichen Honorar in der Schweiz am größten. Die Differenz beträgt 7 Franken. In Österreich ist es nur ein Franken, in Deutschland liegen zwischen Forderung und Angebot drei Franken.
Verteilung der Stundensatzforderungen der IT-Freiberufler
Fast die Hälfte (47,6 Prozent) der bei GULP eingetragenen IT-Freelancer fordert einen Stundensatz zwischen 77 und 102 Schweizer Franken. Dass die Honorare in den letzten fünf Jahren gestiegen sind, macht auch diese Grafik deutlich. Die Kurve hat sich nach rechts bewegt. Gleichzeitig ist sie ein wenig flacher geworden – das heißt, die Mitte ist etwas breiter: Die Stundensatz-Gruppen 77-89 Franken und 90-102 Franken sind nun in etwa gleich groß; vor fünf Jahren stach die Gruppe 77-89 Franken deutlicher heraus. „Auffällig“, so Symanek, „ist auch die Zunahme bei den hohen Stundensatz-Gruppen. Knapp neun Prozent verlangen bereits Spitzenwerte von 128 Franken und mehr.“
Stundensatzforderung je nach Position unterschiedlich
IT-Projektleiter führen mit einer Stundensatzforderung von 102 Schweizer Franken das Ranking an, gefolgt von den Beratern (98 Franken). Das sind auch die beiden einzigen Positionen, die überdurchschnittlich hohe Stundensätze verlangen. Zwischen der Position mit den höchsten Forderungen (IT-Projektleiter, 102 Franken), und der mit den niedrigsten (Administrator, 75 Franken), liegen 27 Franken Differenz.
Man muss bei diesen Werten immer im Kopf behalten, dass es sich um den Durchschnitt über Freiberufler unterschiedlichster Berufserfahrung handelt – vom Junior- bis zum Senior-Projektleiter. Deswegen ist hier der Blick auf die Forderungen pro Position in Abhängigkeit von der Berufserfahrung interessant. Anbei beispielhaft zwei Positionen:
Die beiden hier dargestellten Berufsgruppen verlangen relativ früh hohe Stundensätze: Ab zehn Jahren Erfahrung liegen die IT-Berater einen Franken über dem allgemeinen Durchschnitt von 93 Schweizer Franken, mit 15 Jahren stoßen die Trainer hinzu. Bei beiden Positionen geht die Stundensatzforderung ab 30 Jahren Erfahrung leicht nach unten.
Für die Umrechnung der Euro-Werte der Datenbasis in Schweizer Franken wurde der am 23. Februar 2011 gültige Kurs verwendet.
Die vollständige Stundensatz-Auswertung finden Sie hier:
http://www.gulp.de/kb/st/stdsaetze/sstext.html
Über GULP:
Mehr als 2.500 Kunden, 74.000 eingetragene IT-Experten, davon 7.500 mit Schwerpunkt Engineering, und über 800.000 abgewickelte Projektanfragen: GULP ist die wichtigste Quelle für die Besetzung von IT-Projekten mit externen Spezialisten im deutschsprachigen Raum. Als Internet-Jobbörse für Freiberufler ist GULP im Jahr 1996 gestartet. Heute bietet GULP zusätzlich zu den Dienstleistungen einer modernen Personalagentur ein umfassendes Online-Portal mit Informationen und Services rund um das IT-Projektgeschäft. Das in München ansässige Unternehmen erzielte 2009 einen Umsatz von 105,0 Millionen Euro und beschäftigt in der Zentrale und an den Standorten Frankfurt, Hamburg, Köln, Stuttgart und Zürich derzeit über 130 interne Mitarbeiter.










