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Persönlich und Telefon hui – Video pfui

Auswertung der Umfrage zum Thema Videointerviews

13.06.2017
GULP Redaktion – Monika Riedl
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Entscheidend für den Erfolg eines Projektes ist, dass die Chemie zwischen Freelancer und Auftraggeber beziehungsweise deren Mitarbeiter stimmt. Doch gerade bei weiter entfernten Einsatzstellen kann ein persönliches Kennenlernen sehr kostenintensiv werden: Neben dem zeitlichen Aufwand verursacht dies je nach räumlicher Entfernung erhebliche Reisekosten. Interviews per Video-Chats wie Skype oder Hangouts sorgen dafür, auch über größere Distanzen einen besseren persönlichen Eindruck zu vermitteln. Uns interessierte in einer Umfrage, welche Rolle diese Art des Kennenlernens bei der Anbahnung von Projekten spielt.

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie: Digitalize Me – moderne Tools und Verfahren im Projektalltag. Wir nehmen darin in drei Umfragen digitale Entwicklungen unter die Lupe und untersuchen, wie relevant sie für den IT-Projektmarkt sind.

Weitere Artikel im Rahmen dieser Serie:  

Viele Wege führen über das Telefon

In der Erhebung befragten wir die Teilnehmer dazu, über welche Wege die Vorstellung beim Kunden bei ihrem letzten komplett neuen Kunden lief. Das Telefon ist demnach für den Erstkontakt bei der Projektanbahnung nach wie vor Spitzenreiter. Für 69,2 Prozent der Umfrageteilnehmer war ein Telefoninterview Teil des Kennenlern-Prozesses. Es war entweder der einzige Berührungspunkt (27,9 Prozent) oder ging einer persönlichen Vorstellung voran (26,9 Prozent). Das Medium Video ist für die Umfrageteilnehmer noch kaum relevant: Nur bei zwei Prozent fand vor dem letzten Projekt ein Videointerview statt, allerdings immer in Verbindung mit einer weiteren Instanz, also einem Telefoninterview oder einer persönlichen Vorstellung vor Ort.

Die Meinung der Early Adopter

Unabhängig vom letzten Projekt gaben immerhin 17,8 Prozent an, schon mal ein Videointerview mit einem potenziellen Neukunden geführt zu haben. Davon war ein sehr großer Teil (88,9 Prozent) der Meinung, einen persönlichen Eindruck des Gegenübers bekommen zu haben. Diese Trendsetter (Early Adopter) sind laut der Umfrage der Meinung, dass das Video eine wirkliche Alternative zur persönlichen Vorstellung sein könne (72,2 Prozent). Für den ersten Eindruck sehen die Befragten allerdings immer noch das Telefoninterview als Medium der Wahl: Nur 11,1 Prozent sind der Meinung, dass das Videointerview sich dazu besser eigne als das Telefoninterview

Der persönliche Eindruck ist immer noch wichtig

Neben der deutlichen Absage in Richtung Videointerviews machen die Umfrageergebnisse deutlich, dass die persönliche Komponente noch eine sehr wichtige Rolle spielt. Bei 68,2 Prozent der Befragten stand bei der Projektanbahnung ein persönliches Treffen vor Ort auf dem Programm. Dabei hängt dieser Anteil sowohl mit der Dauer des Projekts als auch mit der Projektrolle zusammen. Je kürzer ein Projekt, desto öfter reichte lediglich ein Telefoninterview aus. Je öfter Consulting, Projektleitung oder Training zu den Aufgaben des Freelancers gehörten, desto seltener verließen sich die Beteiligten auf ein reines Telefoninterview.

Bei der Entfernung zum Standort des Kunden zeigt sich: Liegen beide Parteien weniger als 100 Kilometer auseinander, sehen viele (zwischen 75 und 92 Prozent, je nach Entfernung) keinen Grund dafür, sich nur auf ein Telefoninterview zu verlassen. Gleichzeitig ist auch der Anteil derer höher, die ohne vorheriges Telefoninterview gleich zu einem persönlichen Treffen bereit sind. Dennoch bedeuten Entfernungen von mehreren hundert Kilometern zum Kundenstandort nicht, dass gänzlich auf das persönliche Kennenlernen verzichtet wird. Auch wenn der Anteil derer, die nur ein Telefoninterview zur Projektanbahnung nutzen, größer wird, gab es selbst bei Entfernungen von mehr als 600 Kilometern Fälle, in denen die Freelancer gleich zu einem persönlichen Treffen eingeladen waren.

Fazit: Das Telefoninterview ist sicher

Trotz aller Digitalisierung und virtueller Collaboration-Tools ist der persönliche Eindruck vor Ort bei der Projektanbahnung immer noch ein wichtiger Faktor. Auch wenn die Early Adopter durchaus Potenzial sehen, dass das Videointerview irgendwann den Besuch vor Ort ablösen könnte: Die derzeit noch geringe Nutzungsquote zeigt, dass das Medium noch nicht im Projektalltag angekommen ist. Für ein erstes Kennenlernen ist und bleibt das Telefoninterview die erste Wahl – daran wird wohl so bald nichts zu rütteln sein.

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