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4 Fragen zum Thema Stundensatz, Berufserfahrung als Freelancer und Alter

Die Ergebnisse der GULP Freelancer Studie unter der Lupe

07.11.2017
GULP Redaktion – Monika Riedl
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Der Stundensatz von IT- und Engineering-Freelancern ist auf Rekordniveau. Darüber haben wir bereits berichtet. Aber wann hat man sich seine Sporen verdient? Ab welchem Alter und mit welcher Berufserfahrung darf man seine Kunden selbstbewusst „zur Kasse bitten“? Und wer sind die besseren Verhandler: Die jungen Wilden oder die alten Hasen? Wir haben die Ergebnisse der aktuellen GULP Freelancer Studie dahingehend untersucht – und blicken anlässlich der Jubiläumsausgabe auch zurück auf die letzten fünf Jahre.

(Hinweis: Da der Anteil der 20- bis 29-Jährigen Umfrageteilnehmer jeweils sehr gering war, wurde diese Altersgruppe bei den Kreuzvalidierungen außer Acht gelassen, um statistisch verlässliche Zahlen zu erhalten.)

HInweis: Die Ergebnisse beziehen sich auf den deutschsprachigen Raum und die Beträge werden nur in Euro angezeigt.
Die Schweiz ist mit einem Teilnehmeranteil von 3,2% vertreten. 

1. Werden die Freelancer immer älter?

Die klare Antwort darauf lautet: Ja. Während in den letzten Jahren die prozentualen Anteile der Freelancer in den Altersklassen unter 50 Jahre kontinuierlich abnahmen, stiegen sie im Bereich der über 50-Jährigen stetig an. Das scheint jedoch ein gesamtdemografisches Phänomen zu sein. Denn auch im Jahrbuch des statischen Bundesamtes findet sich dieser Trend wieder. Es gibt immer weniger Erwerbstätige zwischen 40 und 49 Jahren, während der Anteil der über 50-Jährigen in den letzten Jahren weiter anstieg.

2. Verdienen die älteren Freelancer auch die besten Stundensätze?

In der aktuellen Freelancer Studie ist es die „zweitälteste“ Gruppe, also die der 50- bis 59-Jährigen, die den höchsten Durchschnittsstundensatz erzielt. Der liegt 2017 in dieser Altersklasse bei 92,25 Euro und somit 2,38 Euro über dem Gesamtdurchschnitt von 89,87 Euro. In der Geschichte der GULP Freelancer Studie verhielt sich diese Aufteilung jedoch nicht immer so.

Erst seit 2016 lässt sich zwischen 50 und 59 Jahre der höchste Stundensatz erzielen. In den Jahren davor war die Kategorie der 40- bis 49-Jährigen hier Spitzenreiter. Der Blick auf den Fünfjahres-Vergleich verrät noch ein kleines Detail: Die 30- bis 39-Jährigen holen in Sachen Stundensatz immer weiter in Richtung Spitzenreiter auf. War 2013 noch ein deutlicher Preisunterschied zwischen dieser Altersgruppe und der jeweiligen Spitzengruppe von rund 9 Euro pro Stunde zu verzeichnen, so lag dieser in den letzten beiden Jahren nur noch bei rund 5 Euro. Es scheint also, dass die „jungen Wilden“ nachziehen und immer selbstbewusster in die Stundensatzverhandlung gehen.

Die Aufschlüsselung nach der Dauer der Selbstständigkeit und dem Stundensatz stützt diese These. Gerade die Freelancer, die zwischen 5 und 9 Jahre selbstständig tätig sind, fordern zusammen mit den langjährig tätigen Kollegen am meisten. Gutes Geld verdienen also entweder diejenigen, die durch ihre langjährige Erfahrung und zahlreiche Projekte tiefes Expertentum aufgebaut haben und sich das entsprechend kosten lassen. Oder diejenigen, die sich auf die aktuellsten IT- und Engineering-Trends spezialisieren, neue Felder für sich erschließen und sich diese Skills durch den aktuellen Boom gut bezahlen lassen.

Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet also: „Jein“. Nicht immer verdienen die erfahrensten Freelancer auch die höchsten Stundensätze.

3. Wer schätzt seinen Marktwert am besten ein?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir das Alter der befragten IT- und Engineering-Freelancer mit der Differenz zwischen gefordertem und erhaltenem Stundensatz in Verbindung gesetzt. Über alle Altersklassen gerechnet, wichen die Freelancer bei der Stundensatzverhandlung im Schnitt um 5,29 Euro vom ursprünglich geforderten Honorar ab. Besonders interessant ist die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen: Hier verzeichnen die Freelancer im Schnitt 7,08 Euro Abweichung vom geforderten Stundensatz. Am besten können die 40- bis 49-Jährigen ihre Forderungen durchsetzen, bzw. ihren Marktwert einschätzen. Sie müssen nur eine Differenz von durchschnittlich 4,44 Euro hinnehmen.

4. Welche Altersklasse legt die größte Schippe drauf?

Altersspezifische Unterschiede gibt es auch bei der Frage, wie sich die Pläne für eine Erhöhung der Stundensätze verhalten. Dies planen immerhin 90,8 Prozent aller änderungswilligen IT- und Engineering-Freelancer. Während jeweils der Großteil eine Erhöhung zwischen 5 und 10 Prozent erwägt, ist das Verhältnis jenseits dieser Range interessant. So wollen mehr 30- bis 39 Jährige, ihren Stundensatz um mehr als 10 Prozent anheben als in den anderen Altersklassen, während bei den 50- bis 59-Jährigen die moderaten Steigerungspläne um bis zu 5 Prozent überwiegen. (Hinweis zur Grafik: Der Einfachheit halber haben wir dort nur die Kategorien der geplanten Steigerungen angegeben.)

Alles weist also darauf hin, dass die „next Generation“ der Freelancer bereit ist, in Sachen Stundensatz auf ihre erfahrenen Kollegen aufzuschließen.

Weitere Ergebnisse finden Sie in der GULP Freelancer Studie, die Sie sich hier kostenlos herunterladen können. 

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