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Wie Sie die Chancen der Digitalisierung nutzen können
© Adobe Stock / Thomas Reimer

Kritische Infrastrukturen

20.01.2021
Susann Klossek - freie Journalistin und Autorin
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Die Digital Leader Community gibt Empfehlungen für einen Neustart nach Corona – mit mehr digitaler Resilienz und Innovation.

Digitale Infrastrukturen bilden heute das Rückgrat von Wirtschaft und Gesellschaft. In den letzten Monaten hat sich gezeigt, welch elementare Rolle digitale Dienste, Apps und Cloud Services spielen, um das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben am Laufen zu halten. Besonders in Krisenzeiten werden digitale Infrastrukturen zu kritischen Systemen und Plattformen, die ausfallsicher und skalierbar funktionieren müssen. Denn nur so kann sichergestellt werden, dass Lieferketten und Produktionsanlagen funktionieren oder Mitarbeiter problemlos miteinander kommunizieren können.

Es hat sich auch gezeigt, was passiert, wenn die digitalen Systeme nicht funktionieren: Chaos, Frustration, Überforderung und wirtschaftlicher Schaden sind vorprogrammiert. Vor allem im Mittelstand, der öffentlichen Verwaltung, im Gesundheitswesen und der Bildung existieren zum Teil noch eklatante Mängel in der Versorgung mit digitaler Infrastruktur – auf Technologie-, Prozess- und menschlicher Ebene.

Kritische Infrastruktur

Es bedarf also strategischer Ziele und einer klaren Roadmap, an der sich die IT-Branche und die Politik orientieren können, damit europäische Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig bleiben und ihre Innovationskraft sowie die digitale Widerstandsfähigkeit in Krisenzeiten gestärkt werden kann. Die Digital Leader Community, ein Netzwerk aus IT- und Digital Entscheidern – zusammengebracht von Cloudflight – hat daher das Diskussionspapier «Digitale Infrastruktur wird zur kritischen Infrastruktur» veröffentlicht. Im Fokus stehen die Relevanz solcher Infrastrukturen für die Gesellschaft sowie konkrete Handlungsempfehlungen für Unternehmen und Behörden.

Das Papier empfiehlt, dass digitale IT-Infrastrukturen von Unternehmen, Behörden sowie Einrichtungen der medizinischen Versorgung generell als kritische Infrastruktur gelten sollten. Zudem müssen Mitarbeitende, die diese Infrastrukturen administrieren und überwachen, über einen entsprechenden Status verfügen.

Vorgeschlagene Massnahmen zur Umsetzung sind:

  • Basierend auf den Erkenntnissen aus der Corona-Pandemie müssen Richtlinien zum Umgang mit kritischen Infrastrukturen neu bewertet und angepasst werden. 
  • IT-Administratoren und -Betriebspersonal (zum Entstören und Aufrechterhalten) sollten mit Sonderstatus (Passierscheine, Kinderbetreuung etc.) im Fall von Krisen oder Epidemien versehen werden.
  • IT-Infrastruktur von Gesundheitsbehörden und der medizinischen Versorgung sind in Krisen besonders zu schützen (z.B. durch die Armee) und die digitale Resilienz durch besondere Anforderungen und Vorgaben erhöht werden.
  • Zudem wäre es empfehlenswert Zertifizierungsprogramme und Trainings für IT-Störungs- und Sicherheitsmanagement anzubieten. 

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Netzausbau

Die Corona-Situation zeigt, dass es nicht darum geht, ob, sondern in welchem Umfang zukünftig Home Office, Home Schooling, Telemedizin und dergleichen genutzt werden. Ohne eine stabile und skalierbare digitale Infrastruktur wird diese Chance verspielt. Mitarbeitende müssen schnell ins Home Office wechseln, Schüler problemlos von zu Hause lernen und Bürger Verwaltungsdienste online in Anspruch nehmen können. Dabei sollten Geschwindigkeit, Sicherheit und Stabilität der Netzwerke jederzeit gesichert sein – vom mobilen Gerät über Backbone-Netze der Telcos bis zur Rechencenter-Infrastruktur und den IT-Systemen in den Unternehmen.

Diesbezüglich ist in der Schweiz noch Luft nach oben, der Netzausbau in Deutschland steckt im internationalen Vergleich praktisch sogar noch in den Kinderschuhen. Skandinavische oder gewisse asiatische Länder sind hier bereits viel weiter. 

Ein Beispiel bildet die neue Mobilfunktechnologie 5G, die Grundlage für das Internet der Dinge (IoT), selbstfahrende Autos oder intelligente Fabriken, also generell für Anwendungen mit Echtzeitanforderungen ist. Auch hier hinken beide Länder beim flächendeckenden Ausbau im internationalen Vergleich hinterher. Nicht zuletzt aufgrund der wachsenden Zahl an 5G-Skeptikern und -Verhinderern.

Daher fordern die Verfasser des Papiers unter anderem Investitionsprogramme und gesetzliche Verpflichtung für flächendeckenden Breitband-Glasfaser- sowie 5G-Ausbau und eine verpflichtende Ausstattung von Neubauten mit Breitband-Internet. Zudem einen 100-prozentigen Glasfaseranschluss für alle öffentlichen und Bildungseinrichtungen bis 2025 und die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Rechenzentren (in Deutschland z.B. durch die Befreiung von der EEG-Umlage).

Digitale Resilienz

Um die digitale Resilienz zu erhöhen und digitale Prozesse in Wirtschaft und Verwaltung durchgängig zu gestalten, empfehlen die Experten wie folgt:

Plattform- und Dienstebene

  • flexible und verteilte Software-Architekturen zur Risikoreduzierung
  • Zertifizierung der Software-Entwicklung nach Sicherheitskriterien
  • offene Dokumentation zu Schnittstellen (APIs)
  • Vernetzung und Steuerung systemrelevanter Anlagen und Maschinen via IoT und Dokumentation als digitaler Zwilling
  • Transparenz im Hinblick auf die Abhängigkeit von Partnern/APIs innerhalb des digitalen Ökosystems

  • ausfallsichere und skalierbare Betriebskonzepte
     

Infrastruktur-Ebene

  • Redundanz und Skalierbarkeit der IT-Infrastruktur z.B. durch Cloud Computing

  • möglichst hoher Grad der Automation im IT-Betrieb zur Vermeidung von Risiken 

  • Entwicklung und Einhaltung digitaler Notfallpläne respektive eine Business-Continuity-Strategie


Ebene Nutzer

  • Ausstattung aller Nutzer/Bürger mit mobilen Endgeräten

  • Verpflichtende Einführung von Krisen-App seitens Gemeinden/Kommunen, inklusive der Berechtigung von Push-Nachrichten, z.B. bei Hochwasser, Bränden usw.

  • kontaktloses Bezahlen, digitale Unterschrift, digitalen Ausweis und Krankenakte verpflichtend einführen oder vorantreiben

Skills, Skills, Skills

Das Papier geht in weiteren Kapiteln darauf ein, welche Rolle entsprechende Fähigkeiten und Kompetenzen in einer zunehmend digitalisierten Welt spielen und wie sie zur relevanten Komponente in der gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklung Europas werden. 

Von der Ausbildung unserer Kinder mit digitalen Lernplattformen, der Bereitstellung von Geldern, um Ausbildungsstätten auszurüsten, über die Zusammenarbeit von Schule, Hochschule und Wirtschaft, bis hin zur Informations- und Datenbeschaffung. Am Ende dieser ganzen Kette stehen die Lösungen komplexer Probleme via Design Thinking auf Basis neuer Innovationsprozesse. Alles unter dem Aspekt von Sicherheit und Datenschutz.

Künstliche Intelligenz ist ein Muss

Um mit den neuen digitalen Möglichkeiten künftigen Krisen widerstandsfähiger entgegenzutreten, kommen die Verfasser am Ende ihres Diskussionspapiers zum Schluss, dass Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) unabdingbar sind. Hier befinden wir uns an einem Wendepunkt. Eine Vielzahl europäischer Unternehmen geht davon aus, dass künftig ein Grossteil ihrer digitalen Wertschöpfung durch intelligente Algorithmen generiert wird. Im Zusammenspiel lernender Algorithmen, grosser Rechenleistungen und der Verfügbarkeit grosser Datenmengen in Echtzeit entstehen völlig neue Möglichkeiten – von der Spracherkennung und Bildverarbeitung, über medizinische Diagnostik bis zur Robotik und Fertigungsoptimierung. 

So sollten die Europäische KI-Forschung durch die Erhöhung der Forscher- und Publikationenanzahl und einer besseren Vernetzung untereinander wieder auf Spitzenniveau ausgebaut sowie an der gesellschaftlichen Akzeptanz von KI gearbeitet werden. Das erfordert auch KI-Ausbildung in Schulen und Unternehmen und KI-freundliche Ordnungsrahmen. Die Experten empfehlen zudem künftige Ausschreibungen von Grossprojekten im Kontext intelligenter Energieversorgung, Smart City und Smart Mobility zu vergeben. 

Der komplette Bericht kann unter folgendem Link angefordert werden.  

Digital Leader Community

Einmal im Jahr kommen ausgewählte Digital- und IT-Entscheider aus DAX-Unternehmen, Technologie-Konzernen und KMU auf dem «Digital Leader Summit» zum Erfahrungsaustausch zusammen. Auf Basis dieses Events entstand die aus CIOs, CDOs und Innovationsmanagern bestehende Digital Leader Community, in deren Rahmen die digitale Transformation vorangetrieben werden soll. Das Netzwerk ist immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern und innovativen Ideen.


Quelle und Rechte: Cloudflight GmbH München

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