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Teil 3: Keine Arbeit ohne Bewilligung

Stellenantritt von EU/EFTA-Staatsangehörigen bei einem schweizerischen Arbeitgeber

03.07.2018
GULP Redaktion -
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Im dritten und letzten Teil unserer Serie geht es um den Stellenantritt bei Schweizer Arbeitgebern. 

Hinweis: Diese Informationen sind allgemeiner Art und besitzen nicht den Anspruch auf Vollständigkeit. Auf weitere Informationsquellen wird an verschiedenen Stellen verwiesen.

Voraussetzung ist ein Arbeitsvertrag

Staatsangehörige der EU und der EFTA dürfen in der Schweiz einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit nachgehen, sofern sie einen Arbeitsvertrag mit einem schweizerischen Arbeitgeber abgeschlossen haben.

Je nachdem, welchem EU-Mitgliedstaat die betreffende Person angehört, gelten jedoch unterschiedliche Übergangsregelungen.

Die gute Nachricht vorweg: Für EU-25/EFTA-Staatsangehörige gilt die volle Personenfreizügigkeit.

Für Staatsangehörige aus Rumänien und Bulgarien (EU-2) gelten aufgrund der Einführung der „Ventilklausel“ für den Erhalt einer Aufenthaltsbewilligung EU/EFTA (Ausweis B) besondere Zulassungsvoraussetzungen. Mehr dazu erfahren Sie in der offiziellen Weisung.

Auch für Staatsangehörige aus Kroatien ist eine besondere Übergangsregelung vorgesehen. So können kroatische Staatsangehörige nur unter Berücksichtigung der folgenden Einschränkungen zugelassen werden: Kontrolle des Inländervorrangs (also die bevorzugte Berücksichtigung von In- und Ausländern, die sich bereits auf dem schweizerischen Arbeitsmarkt befinden), Kontrolle der Lohn- und Arbeitsbedingungen und separate, jährlich ansteigende Kontingente für Kurzaufenthalts- und Aufenthaltsbewilligungen. Kroatische Staatsangehörige benötigen vom ersten Arbeitstag an eine Arbeitsbewilligung, selbst wenn sie eine Erwerbstätigkeit von weniger als drei Monaten ausüben wollen; für sie ist das Meldeverfahren also nicht anwendbar. Kurzaufenthalter bis vier Monate unterliegen zwar der Bewilligungspflicht, können aber kontingentsfrei zugelassen werden, wenn gewisse Qualifikationsvoraussetzungen erfüllt sind.

Aber Achtung!

Falls ein Arbeitsvertrag für eine Dauer von höchstens drei Monaten oder 90 Tagen im Kalenderjahr abgeschlossen wird, ist das sogenannte Meldeverfahren anzuwenden. Es wird keine ausländerrechtliche Bewilligung benötigt. Falls jedoch kroatische Staatsangehörige in der Schweiz für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten bzw. 90 Tagen im Kalenderjahr eine Arbeitsstelle antreten möchten, kann das Meldeverfahren nicht angewendet werden, da sie wie erwähnt vom ersten Arbeitstag an eine Arbeitsbewilligung benötigen.

Soll eine Erwerbstätigkeit von länger als drei Monaten oder mehr als 90 Tagen im Kalenderjahr ausgeübt werden, darf das Meldeverfahren generell nicht angewendet werden.

Bei einem Stellenantritt in der Schweiz ausserhalb des Meldeverfahrens (mehr als drei Monate oder 90 Tage innerhalb eines Kalenderjahresjahres) wird den ausländischen Arbeitnehmern je nach Dauer des Arbeitsverhältnisses eine Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L EU/EFTA) oder eine Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B EU/EFTA) ausgestellt. Die Tätigkeit darf erst aufgenommen werden, wenn das Gesuch den zuständigen kantonalen Behörden zugestellt wurde.

Bei neu zugelassenen EU/EFTA-Staatsangehörigen, die von einem Schweizer Verleihbetrieb vermittelt oder deren Dienste verliehen werden, erstrecken sich die Einsatzverträge grundsätzlich über eine befristete Dauer, in aller Regel von weniger als einem Jahr. Falls aus dem Bewilligungsgesuch hervorgeht, dass der Betrieb seine Angestellten für eine erstmalige Gültigkeitsdauer von höchstens drei Monaten vermittelt oder ihre Dienste erstmalig für diesen Zeitraum verleiht, findet zunächst das erwähnte Meldeverfahren Anwendung. Wenn der Betrieb seine Angestellten für mehr als drei Monate, aber weniger als ein Jahr vermittelt oder deren Dienste für diesen Zeitraum verleiht, dürfen die zuständigen kantonalen Behörden keine Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B EU/EFTA) erteilen. Den Arbeitnehmern kann nur eine Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L EU/EFTA) begrenzt auf die Gültigkeitsdauer ihrer Einsätze ausgestellt werden.

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