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Das Internet der Dinge (Teil 1) – eine Schweizer Bestandsaufnahme

21.01.2020
Susann Klossek - freie Journalistin und Autorin
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Das Internet der Dinge nimmt in der Schweiz langsam Fahrt auf. Eine Smart-City-Alliance oder neue Studiengänge sollen dem IoT weiteren Schub verleihen.

Das Internet der Dinge (Internet of Things/IoT) bietet Geräteherstellern, Lösungsanbietern und Nutzern in Unternehmen und im privaten Bereich ungeahnte Möglichkeiten zur Datenanalyse, Überwachung, Effizienzsteigerung und Kosteneinsparung. Unternehmen, die in IoT investieren, rechnen mit einem schnellen Return on Invest (ROI).

Projekte warten auf ihre Umsetzung

Laut dem Report Global DataSphere IoT devices and data des Marktforschungsunternehmens IDG soll es bis 2025 rund 41,6 Milliarden vernetzte Geräte weltweit geben. Zum einen betrifft IoT das sogenannte Smart Home – was in der Schweiz übrigens noch ziemlich in den Kinderschuhen steckt – also die Vernetzung alltäglicher Gegenstände mit Internetanschluss im privaten Bereich. Doch IoT ist weitaus mehr als Smart Home. Das Internet der Dinge verschafft Zugang zu Daten aus Objekten, Maschinen und Prozessen. Mithilfe kostengünstiger Computing-Lösungen, Big Data, Cloud und Mobiltechnologie können physische Objekte Daten teilen und sammeln, die sich dann auswerten lassen. Digitale Systeme können so jede Interaktion zwischen vernetzten Dingen aufzeichnen, überwachen und anpassen. Vor allen im industriellen Bereich, hier hat sich bereits der Begriff Industrieal IoT (IIoT) herauskristallisiert, warten unendlich viele Projekte auf ihre Umsetzung.

Immer mehr Hersteller und Dienstleister, aber auch Anwender, erkennen das grosse Potenzial des Internets der Dinge. Mitte dieses Jahres hat zum Beispiel Microsoft seinen Forschungsbericht IoT Signals vorgestellt, in dessen Rahmen der Konzern weltweit über 3,000 Entscheider in Unternehmen befragt hat. Demnach führen bereits 85 Prozent der Befragten eigene IoT-Projekte durch und 88 Prozent sind sich sicher, dass IoT entscheidend für den Geschäftserfolg ist. Wer IoT anwendet, erwartet innerhalb von zwei Jahren, unter anderem durch Effizienzsteigerung und Kosteneinsparungen, ein ROI von 30 Prozent. Microsoft selbst hat bis 2022 Investitionen in Höhe von fünf Milliarden US-Dollar in intelligente Spitzentechnologien und IoT-Ökosysteme angekündigt.

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Datenanalyse in Echtzeit

Als die wichtigsten Technologietreiber gelten derzeit künstliche Intelligenz (AI), die Netzwerktechnologie 5G und Edge Computing. Um den maximalen Nutzen aus dem Internet der Dinge zu ziehen, wird vor allem Letzteres zur unverzichtbaren Schlüsseltechnologie. Die Echtzeit-Relevanz neuer Daten wächst dabei schneller als die Datenmenge selbst. IDG-Analysten zufolge wurden 2019 etwa 43 Prozent der durch das Internet der Dinge erzeugten Daten mit sogenannten Edge-Computing-Systemen am «Rande» des Netzwerks verarbeitet, um die Datenflut überhaupt handhaben zu können.

Smart City Alliance

Auch in der Schweiz wächst die Akzeptanz von IoT zunehmend. Vor allem in den Branchen Herstellung, Transport & Logistik, Retail, Gesundheitswesen sowie bei den Behörden erfreuen sich die vernetzten Welten immer grösserer Beliebtheit. Zudem sind moderne Städte heute zunehmend vernetzt auf allen Ebenen. Als Antwort auf diese Entwicklung hat die Schweiz seit diesem Oktober mit der SmartCity Alliance denn auch einen neuen Wirtschaftsverband, der sich unter anderem des Themas IoT annimmt. Der Verband rund um Initiator & Vorstandspräsident Enrico Baumann, CEO von Elektron, hat sich auf die Fahnen geschrieben, die nachhaltige Entwicklung von Lebensräumen in städtischen und regionalen Gebieten voranzutreiben. Unterstützt werden sollen jene Unternehmen, die ebendies mit ihren Smart-City-Produkten und -Dienstleistungen tun. Zwar fehlen in der Allianz bis dato grosse Konzerne und Städte wie Zürich, dafür sind bereits diverse IoT-Anbieter Mitglied im Verband; ebenfalls die Stiftung Risiko_Dialog oder Institutionen wie die ZHAW und die Hochschule Luzern (HSLU).

Digitalkompetenz für Ingenieure

Die HSLU bietet übrigens ab Herbst 2020 erstmals in der Schweiz zwei neue, dreijährige Studiengänge an: Digital Engineering und Digital Construction. Ob IoT, Smart Cities oder digitale Zwillinge von Bauwerken und Maschinen – die Digitalisierung hat auch die Architektur- und Ingenieursberufe im Sturm erobert, schreibt die HSLU auf ihrer Webseite.

Heute fehlt es oft an Ingenieuren mit Kompetenzen im Bereich Digitalisierung. Der Studiengang Digital Engineering soll diesen vermehrten Bedarf decken. Neben Mathematik, Physik, Informatik und Ingenieurwissenschaften bilden das Design und die Implementation von Data Pipelines die Basis des Studiengangs.

Mit einem Abschluss in Digital Construction mit den drei Studienrichtungen Architecture (Bachelor of Arts), Building Technology und Structural Engineering (Bachelor of Science) sollen Studierende künftig die Schnittstellen zwischen den klassischen Gestaltungs- und Ingenieurberufen des Bauwesens besetzen.

IoT und Fintech

Nach anfänglichem Zögern aufgrund von Sicherheitsbedenken und vermutlich auch aus Kostengründen, findet IoT auch immer mehr Einzug in die Fintech-Branche. Um die Effizienz und den Kundenservice zu verbessern, investieren Schweizer Banken inzwischen eifrig in das Internet der Dinge. Bei Bankkunden liegt die Akzeptanzrate für Finanz-IoT hoch. Sie schätzen die Lösungen vor allem, weil sie automatisiert und bargeldlos bezahlen können und weniger Transaktionsgebühren anfallen. Die Finanzdienstleister profitieren vom personalisierten Kundenservice, erfahren in Echtzeit, welche Bedürfnisse ihre Kunden haben und können so mit massgeschneiderten Angeboten aufwarten. Auch lassen sich beispielsweise Daten für die Kreditrisikobewertung abrufen.

Viele Banken arbeiten derzeit an IoT-Lösungen. Jobs für Freelancer sollten hier zur Genüge verfügbar sein. Von der Hardware-Entwicklung/Implementierung (Sensoren, BLE Beacons, Wearables) und Software-Entwicklung (Integration der Cloud-Architektur, Datenerfassungs- und Analysealgorithmen, APIs, Kommunikationsprotokolle etc.) über die Integration von Drittanbieterlösungen bis hin zu Testing und Beratung. Im zweiten Teil unseres Artikels – demnächst hier online – lesen Sie, welche Initiativen in Sachen IoT noch gestartet wurden, welche Plattformen gerade auf den Markt gekommen sind und wie es um die Sicherheit im IoT-Ökosystem bestellt ist.

Fazit: Arbeit und Herausforderungen gibt es in diesem Jahr in der Schweiz für Entwickler genug. Wer sich einigermassen breit aufstellt und Wissen sowie Portfolio auf die heissen Technologietrends ausrichtet, dürfte keine Schwierigkeiten haben sich spannende Projekte an Land zu ziehen.

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