a Randstad company
Login
© Fotolia/Jacob Lund

IT-Projektmarkt Schweiz: Erfolgsrezepte für Freelancer

17.07.2018
Susann Klossek - freie Journalistin und Autorin
Artikel teilen:

Mit der Zunahme der Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) -Ausgaben, vor allem für IT-Services, wächst auch der Schweizer Projektmarkt kontinuierlich. Das bedeutet gute Chancen für IT-Freelancer.

Der Schweizer ICT-Markt wird sowohl 2018 als auch 2019 wachsen. Das Marktforschungsunternehmen MSM Research AG rechnet für das laufende Jahr mit einer Zunahme der gesamten ICT-Ausgaben (B2B) im Schweizer Markt um 3,4 Prozent oder knapp 600 Millionen Franken auf insgesamt 17,98 Milliarden Franken. 60 Prozent eines durchschnittlichen ICT-Budgets eines helvetischen Unternehmens entfallen dabei auf extern bezogene Dienstleistungen. Von dritter Seite bezogene ICT-Leistungen haben also zentralen Einfluss auf das Wachstum des Gesamtmarkts.

IDC erwartet allein für den Schweizer IT-Services-Markt, bei einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 2,1 Prozent, bis zum Jahr 2021 ein Volumen von 9,211 Milliarden Franken. Dieses Jahr soll dieser Bereich um 2,4 Prozent zulegen.

 

Das Geld fliesst heute vorwiegend in die Bereiche Systemintegration, Implementierung, Softwareentwicklung, Sourcing Services (inkl. Cloud, Support- und Maintenance-Services), Beratung und Schulung.

Mit der Zunahme der ICT-Ausgaben steigt auch die Anzahl an Projekten weiter an. Denn nicht nur grosse Konzerne arbeiten heute zunehmend projektorientiert. Auch kleine und mittelständige Unternehmen arbeiten immer öfter in Projekten, in denen sowohl feste Mitarbeitende als auch Freelancer involviert sind.

Tendenziell ist eine Entwicklung weg von traditioneller Wartungsdienstleistung und eigener Infrastrukturen, hin zu Managed und Cloud Services und vermehrt hybriden Umgebungen zu erkennen, die weitreichende Veränderungen im Markt der Projektdienstleistungen generiert.

Integration und Implementierung

Vor allem in den Bereichen Integration, Implementierung und Projektmanagement haben Schweizer Unternehmen 2018 die grössten Defizite. Knapp 56 Prozent haben hier Unterstützungsbedarf durch externe Dienstleister und Experten. Auch bei Sicherheit und Datenschutz, bei Lösungs- und Strategieberatung sowie der Erarbeitung von Business-Modellen benötigen sie dringend Hilfe.

Die Top-Themen für 2018 für Schweizer IT-Leiter neben der digitalen Transformation lauten IT-Sicherheit und Governance. Im öffentlichen Sektor nennen die IT-Chefs Cloud-Lösungen und -Services, Cyber-Sicherheit und Analytics als Priorität. Ebenfalls weit oben auf der Prioritätenliste stehen Infrastruktur, Business Software, allen voran CRM, Mobile sowie die Modernisierung von Legacy-Systemen.

Schweizer Cloud-Markt boomt

Einen besonderen Stellenwert nehmen Cloud Professionel Services ein. Die Cloud gilt als eigentlicher Katalysator der digitalen Transformation. Je mehr die Digitalisierungsbemühungen zunehmen, desto mehr werden auch Cloud-Dienste nachgefragt und in Anspruch genommen. MSM Research geht für 2018 von einer Zunahme der Ausgaben um mehr als 22 Prozent aus. Darauf entfällt fast die Hälfte auf System- und Netzwerk-Implementierung sowie Integration, knapp ein Viertel auf die Bereiche ICT-Consulting, Strategie, Architektur und Transformation, rund 18 Prozent auf individuelle Anpassungen, Apps, Schnittstellen etc. und ein kleiner Teil auf ICT-Ausbildung und Training.

Auswahlkriterien für den Projektpartner

Laut einer schweizweiten Befragung von MSM Research haben sich folgende Entscheidungskriterien zur Wahl eines Projektpartners herauskristallisiert:

Unternehmen wollen eine dedizierte Ansprechperson während der Implementierung und des Betriebs einer Lösung. Von Dienstleistern werden heute komplette Angebote an professionellen Services erwartet. Je breiter ein IT-Freelancer aufgestellt ist und neben Entwicklung einer Lösung auch über Fähigkeiten in Implementierung, Integration, Beratung usw. verfügt, desto besser.

Business- und risikoorientierte Service Level Agreements sind heute ebenso Voraussetzung wie transparentes Reporting über die erbrachten Leistungen. Im besten Fall sollte ein externer Mitarbeiter sowohl über eine Branchen- als auch Business-Expertise verfügen.

Verhinderer und alte Strukturen

Doch auch wer als Freelancer als Idealbesetzung für ein Projekt gilt, dieses gut geplant und strukturiert ist, keine unvorhergesehenen, externen Einflüsse über selbiges hereinbrechen, kann es sein, dass es aus dem Ruder läuft. Einer der häufigsten Gründe: Projekte müssen vielerorts parallel zum Tagesgeschäft gemeistert werden, interne Projektverhinderer blocken aber gerne Initiativen ab, die neben dem Kerngeschäft stattfinden. In vielen Unternehmen haben sich jahrzehntealte Strukturen etabliert, die nur sehr schwer auf die nötige Agilität getrimmt werden können. Alte Muster und Verhaltensweisen sind für die projektorientierte Arbeit aber meist nicht brauchbar.

Die Notwendigkeit, die Abläufe innerhalb der eigenen Organisation zu verändern, wird offenbar in sehr vielen Firmen massiv unterschätzt. Jedenfalls gaben in der «Global Transformation Study 2016» von KPMG 37 Prozent der weltweit befragten Führungskräfte dies als grösstes Hindernis von Veränderungen an. In der Schweiz sind es sogar 45 Prozent. Mit all diesen Stolpersteinen gilt es souverän umzugehen. Wer von ganzheitlichem Projektmanagement etwas versteht und bei dem alle Strategien, Strukturen, Prozesse, Methoden, Anreizsysteme, Akteure und Kulturen mit einbezogen werden, ist eindeutig im Vorteil.

Weiterführende Informationen:

KPMG Global Transformation Study 2016 

Lesermeinungen zum Artikel

Es wurden noch keine Bewertung abgegeben.

Ihre Meinung zum Artikel

Bitte verwenden Sie keine Links in Ihrem Kommentar.

Ihr Kommentar wird zunächst geprüft. Möchten Sie informiert werden, wenn er veröffentlicht wurde?
Bitte tragen Sie dazu Ihre E-Mail-Adresse ein:
Wir konnten Ihre Bewertung leider nicht speichern. Bitte geben Sie zuerst Ihr Feedback ab.
Lieber Leser, vielen Dank für Ihr Feedback.
Ihre Bewertung für den Artikel wurde gespeichert. Wir prüfen Ihren Kommentar bezüglich Netiquette und Datenschutzrichtlinien und veröffentlichen ihn danach in Kürze. Sie werden von uns per E-Mail darüber benachrichtigt.
Ihre GULP Redaktion.

Ähnliche Artikel

×