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Rosige Aussichten für Entwickler

28.01.2019
Susann Klossek - freie Journalistin und Autorin
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Künstliche Intelligenz, Robotik, IoT-Sicherheit, maschinelles Lernen aber auch individuelle Software-Entwicklung stehen 2019 auf der CIO-Agenda. Entwicklern stehen gute Zeiten bevor.​

Die Zeiten für Entwickler könnten nicht besser sein. Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung werden Unternehmen die Effizienz ihrer Prozesse auch 2019 erhöhen und vorhandene Geschäftsmodelle und Services ablösen oder durch digitale Lösungen erweitern. So werden heute vermehrt IT-Pilotprojekte quer durch alle Branchen in Angriff genommen. Haperte es bis dato oft noch an der konsequenten praktischen Umsetzung, sollen viele Unternehmen laut Analysten in diesem Jahr so richtig durchstarten. Technologien wie künstliche Intelligenz (KI), Robotic Process Automation (RPA) oder maschinelles Lernen sind mittlerweile ausgereift genug, um im Unternehmen einen Mehrwert für Business- und Produktionsprozesse sichtbar werden zu lassen.

Die Marktanalyse- und Beratungsunternehmen rund um den Globus haben die wichtigsten Technologietrends für das laufende Jahr herauskristallisiert, die Entwicklern gute Chancen bieten zu punkten:

Künstliche Intelligenz

An erster Stelle steht die Künstliche Intelligenz, die es 2019 nun endlich von der Nischentechnik zum breiten Einsatz nicht nur in grossen Konzernen, sondern auch in den mittelständischen Unternehmen schaffen soll. Die Einsatzfelder sind nahezu grenzenlos, denn KI betrifft praktisch sämtliche Betriebsprozesse und -segmente.

Robotergesteuerte Prozessautomatisierung

Wer seine Kunden besser verstehen und auf ihre Wünsche individueller eingehen will, kommt um Robotic Process Automation (RPA) nicht herum. Business Process Outsouring und einfache, bisher manuelle Abläufe werden im Zuge dessen zunehmend durch RPA abgelöst. Auf Basis von KI ziehen vermehrt selbstlernende, selbstentscheidende und selbstreparierende Systeme in Unternehmen ein.

IoT und ICS

Das Internet der Dinge, also die Vernetzung von Maschinen, Geräten, Anlagen sowie Industrial Control Systems (ICS) und vor allem deren Sicherheit haben in den IT-Abteilungen oberste Priorität. Security-Systeme müssen nicht nur schützen, sondern auch vorausschauend agieren, Attacken frühmöglich erkennen, abwehren und Schäden reparieren. Besonders gefragt sind cloudbasierte Sicherheitssysteme, die auf offenen Programmierschnittstellen (APIs – application programming interface) basieren, um neue Technologien einfach und schnell zu integrieren. Generell entwickelt sich der Trend hin zu offenen Systemen (Open API, Open Data, Open Innovation) kontinuierlich weiter.

Kundenspezifische Anwendungen

Galt die individuelle Software-Entwicklung in der Vergangenheit eher als problematisch (schwer zu warten, teurer Betrieb), geht heute der Trend wieder in diese Richtung. Firmen versuchen sich damit gegenüber Wettbewerbern hervorzuheben. Im Fokus steht die Entwicklung von Plattformen auf Basis von PaaS (Platform-as-a-Service), gefragt sind aber auch Low-Code-Plattformen, die es Nicht-Programmieren ermöglichen simple Applikationen selbst zu entwickeln.

End-to-end-Programmierbarkeit

Mehrere Cloud-Plattformen in einem Unternehmen sind keine Seltenheit mehr. Die Bedeutung von Software-as-a-Service (SaaS) nimmt weiter zu. Mit einer End-to-End-Programmierbarkeit können diese sich schnell an Veränderungen in der Prozesslandschaft anpassen. Experten raten Private, Public Cloud und Rechenzentrum zu kombinieren oder die Public Cloud als Alternative zum Datencenter zu etablieren. Dabei stellt Edge-Computing eine Ergänzung oder Erweiterung zur Cloud dar. Rechenleistung steht dort zur Verfügung, wo sie gebraucht wird und nur wirklich relevante Daten kommen in die Cloud.

Daten, Daten, Daten

Im Digitalisierungszeitalter sind Daten selbstredend der wichtigste Rohstoff, den Unternehmen haben. Laut Analysten soll ihre Bedeutung im laufenden Jahr nochmals steigen. Daher steht die Optimierung des Datenmanagements nach wie vor unter den Top-Ten-Aufgaben für Business und IT.

Weiterhin wichtig sind gemäss Markforschern Business-Innovation-Architekturen, virtuelle Datenplattformen sowie Distributed Ledger Technology (DLT). Der Durchbruch von Blockchain soll sich hingegen in diesem Jahr (noch) nicht verwirklichen.

Technische Skills für Entwickler

Wer sich als Entwickler auf dem Markt gut positionieren will, sollte gewisse technische Skills mitbringen. Dabei gilt: Weniger ist oftmals mehr. Kurz: Lieber einige wenige Skills vertieft, als viele nur halb. Das empfiehlt zumindest John Sonmez, Gründer von Simple Programmer und Coach für Softwareentwickler. In seinem Buch «Soft Skills: Das Handbuch des Softwareentwicklers» nennt er jene Skills, die für einen Softwareentwickler wichtig sind.

Entwickler sollten sich grundsätzlich überlegen, welche Art Entwickler sie sein wollen. Sonmez empfiehlt ein tiefes Verständnis zu einer Programmiersprache anzustreben, anstatt oberflächliches Wissen über viele Sprachen anzuhäufen. Hier sind sich die Experten allerdings uneinig: Im Gegensatz zu Sommez empfehlen andere Spezialisten für jedes Szenario eine Sprache in petto zu haben.

Ein sinnvoll strukturierter, gut geschriebener Code ist schon die halbe Miete und gibt Einblick auf die spätere, fertige Software. Allerdings ohne Kommentare, der Code muss für sich selbst sprechen.

Standardimplementierungen, auf die man einfach zurückgreifen kann, gibt es en masse. Für individuelle Lösungen empfiehlt es sich allerdings einige Algorithmen intus zu haben. Je mehr Algorithmen man kennt, desto mehr Kundenanforderungen kann man gerecht werden. Dasselbe gilt auch für Datenstrukturen.

Die Bedeutung von objektorientiertem Design (OOD) nimmt zu. Laut Umfragen gilt IT-Architektur 2019 als gefragtester Tech-Skill. Sich Kenntnisse in OOD anzueignen, dürfte daher nicht verkehrt sein. 

Zu empfehlen ist ebenfalls ein einigermassen gutes Verständnis bezüglich Datenbanken, zum Beispiel welche es gibt (rationale und Dokumentendatenbanken), oder wie Daten damit bearbeitet werden und sich Datensätze zusammenführen lassen. In Zeiten von Big Data und maschinellem Lernen sind diese Skills unabdingbar. Ebenfalls wie solides Wissen über Entwicklungsplattformen, Frameworks, Stacks usw. Da es unmöglich ist über jede Plattform, jedes Framework, alle Stacks und Tools Bescheid zu wissen, gilt es Entscheidungen zu treffen.

Entwickler müssen zudem mit mindestens einem Source Control System umgehen können, verstehen, was bei automatisierten Build- und Deployment-Systemen vor sich geht, sich zu Test- und Debugging-Methoden weiterbilden und eine fundierte Übersicht zu den gängigen Methoden (Agil, Waterfall, Rational Unified Process) vorweisen können.

Fazit: Arbeit und Herausforderungen gibt es in diesem Jahr in der Schweiz für Entwickler genug. Wer sich einigermassen breit aufstellt und Wissen sowie Portfolio auf die heissen Technologietrends ausrichtet, dürfte keine Schwierigkeiten haben sich spannende Projekte an Land zu ziehen.

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