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Teil 2: Schweizer Lohnsteuer bei Arbeitnehmern aus der EU

12.10.2018
Dominik Loew – lic. iur. HSG und dipl. Steuerexperte
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Arbeitgeber im Ausland

Im ersten Teil unserer Lohnsteuer-Serie haben wir uns eingehend mit dem Thema der Einkommenssteuer in der Konstellation von ‚Arbeitgebern in der Schweiz‘ befasst. Der zweite Teil unserer Serie nimmt nun unter die Lupe, was beim Arbeiten in der Schweiz zu beachten ist, wenn der Arbeitgeber selbst keinen Standort in der Schweiz hat.

Kurzfristige Entsendung (Monteurklausel)

Der Arbeitsort eines Arbeitnehmers kann sich in der Schweiz befinden, obwohl der Arbeitgeber in der Schweiz keinen Standort hat. Wird ein Arbeitnehmer von seinem ausländischen Arbeitgeber für einen Arbeitseinsatz in die Schweiz entsandt, bleibt sein Lohn im Wohnsitzstaat steuerbar, wenn er sich gemäss der sogenannten Monteurklausel in den meisten Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) nicht länger als 183 Tage pro Jahr in der Schweiz aufhält, sein Lohn vom Arbeitgeber im Ausland bezahlt wird und dieser in der Schweiz keine Niederlassung hat, welche die Lohnkosten trägt. Bei längeren Arbeitseinsätzen in der Schweiz ist der Lohn in der Schweiz zu versteuern.

Längerfristige Entsendung

Ist der Arbeitgeber im Ausland und hat er in der Schweiz keine Niederlassung, fehlt es an einer schweizerischen Quelle, weshalb es nicht möglich ist, den Quellensteuerabzug vorzunehmen. Ein in der Schweiz steuerpflichtiger Arbeitnehmer, der grundsätzlich der Quellensteuerpflicht unterliegt und seine Erwerbseinkünfte von einem Arbeitgeber im Ausland erhält, wird deshalb im ordentlichen Verfahren veranlagt. Das heisst, er erhält seinen Lohn ohne Quellensteuerabzug und ist verpflichtet, eine ordentliche Steuererklärung einzureichen und die Einkommenssteuer selbst einzubezahlen.

Personalverleih und Entsendung im Konzern

Aus Steuersicht komplex und entsprechend risikobehaftet sind der Personalverleih durch einen ausländischen Personalverleiher oder die Entsendung von Mitarbeitern einer ausländischen Konzerngesellschaft in die Schweiz. Es empfiehlt sich daher, die steuerlichen Aspekte im Vorfeld fallbezogen abklären zu lassen.  

Zusammenfassung

So vielfältig wie die Lebens- und Arbeitsmodelle bei internationalen Arbeitsverhältnissen, so unterschiedlich sind auch die Steuerfolgen. Es stellt sich vorab die Frage, ob der steuerliche Wohnsitz in die Schweiz verlagert wird oder nicht. Besteht die Steuerpflicht im Herkunftsland weiterhin, gilt es abzuklären, ob und wie das Erwerbseinkommen am Arbeitsort in der Schweiz besteuert wird und wie eine Doppelbesteuerung des Salärs am Wohnsitz im Ausland vermieden wird. Allenfalls haben die steuerlichen Aspekte auch Einfluss auf die Gestaltung des Arbeitsvertrags und des Privatlebens des Arbeitnehmers. Aufgrund der Komplexität der internationalen Besteuerung und der individuellen Unterschiede bei jedem Fall, ist es für Arbeitnehmer wie auch für Arbeitgeber ratsam, professionellen Rat zu suchen.

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